Schwarzer Hautkrebs ist besonders aggressiv und zu Recht gefürchtet. 15.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr daran. Spät erkannt, kann er tödlich enden. US-Forscher haben nun einen vielversprechenden Impfstoff entwickelt.
Im Zeitalter des Ozonlochs und der Solarien erkranken immer mehr Menschen an schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom). Dieser entwickelt sich oftmals aus Leberflecken oder Muttermalen und kann im Frühstadium noch gut operativ entfernt werden. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn der Krebs bereits metastasiert ist, sich also ausgebreitet hat, verläuft die Erkrankung hingegen oft tödlich.
Wissenschaftler forschen daher seit geraumer Zeit an möglichen Impfstoffen, um Patienten helfen zu können, bei denen Chemo-, Immun- oder Strahlentherapie versagt haben. Den Wissenschaftlern der US-amerikanischen Rush University in Chicago kam dabei, wie so oft in der Forschung, der Zufall zu Hilfe: Der nun erfolgreich getestete Impfstoff sollte ursprünglich gegen Herpesviren helfen. Versehentlich sei jedoch etwas davon in eine Petrischale mit Tumorzellen gelangt und daraufhin seine Antitumor-Wirkung entdeckt worden, berichtet die Universität.
Der Impfstoff enthält ein sogenanntes onkolytisches Virus, das Tumorzellen angreift, gesunde Zellen jedoch unbeschädigt lässt. In ersten Versuchen haben die Forscher 50 Patienten behandelt, die an metastasierendem schwarzem Hautkrebs litten und auf andere Therapien nicht angesprochen hatten. Sie bekamen alle zwei Wochen den Impfstoff Oncovex direkt in sichtbare oder fühlbare Melanome gespritzt, maximal ein Jahr lang. Bei acht Betroffenen war spätestens nach diesem Zeitraum der Krebs nicht mehr nachweisbar. Bei vier weiteren Patienten mussten anschließend durch weitere Impfungen oder Operationen neue Melanome entfernt werden, dann waren auch sie krebsfrei.
Somit sprachen insgesamt 26 Prozent der Probanden auf den Impfstoff an. «Der Impfstoff wirkte nicht nur in den Zellen, in die wir ihn injiziert hatten, sondern auch in anderen betroffenen Körperregionen, die wir nicht erreichen konnten», berichtet Studienleiter Howard Kaufman. Offenbar habe die Impfung also im ganzen Körper eine Immunreaktion ausgelöst. Kaufman und sein Team wollen den neuen Impfstoff nun in sogenannten Phase-III-Versuchen mit 430 Patienten testen, berichtet das Klinikum.
car/reu/news.de/ddp