Sex-Diät Mit Lust auf nichts verzichten

Das ist mal ein Abnehmprogramm, auf das sich wirklich jeder gerne einlässt: die Sex-Diät von Stefan Strecker. Doch für den Autor ist es mehr als nur Sex im Dauerakkord, um Pfunde zu verlieren. Worum es ihm geht, hat er news.de verraten.

Genuss ohne Reue (Foto)
Genuss steht bei der Sex-Diät an oberster Stelle. Auf süße Leckereien muss nicht verzichtet werden. Bild: Istock

Herr Strecker, Abnehmen durch Sex. Wie sind Sie auf diese kuriose Idee gekommen?

Stefan Strecker: Als Trainer habe ich oft mit Paaren zu tun, bei denen sich in den Gesprächen meist dieselben Verhaltensmuster und Wünsche widerspiegeln. Sie beklagen, dass es zu viel Routine in den Partnerschaften gibt, das Knistern fehlt. Fragt man genauer nach, haben die Frauen oft Probleme mit ihrem Aussehen und fühlen sich oft zu dick, während die Männer neue Impulse gerade im Sexuellen vermissen. Genau diese Wünsche werden in der Diät berücksichtigt.

Haben Sie die Diät selbst ausprobiert?

Strecker: Natürlich. Ich und andere Testpersonen haben verschiedene Aspekte des Programms bis zu einem Jahr getestet. Die ersten körperlichen Veränderungen stellen sich nach drei Monaten ein, langfristig nach gut einem Jahr. Zwar bekommt man damit keine klassische Modellfigur. Aber man ist glücklich.

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Es gibt ja mittlerweile jede Form der Diät. Warum soll ihre Variante funktionieren?

Strecker: Sie wird, weil sie keine klassische Diät ist. Gerade deswegen wird man abnehmen.

Wie meinen Sie das?

Strecker: Bei den meisten Diäten wird der Aspekt des Genusses ausgeklammert. Es geht rein um den Kalorienkampf, den man mit sich selber austrägt. Da wir aber gerne essen, um uns wohlzufühlen, gehen die meisten Abnehmprogramme schief. Denn jetzt sollen wir das verteufeln, was ein gutes Gefühl hervorruft. Die Sex-Diät setzt anders an, das ist ja der Trick. Auf Genuss wird nicht verzichtet - im Gegenteil. Er wird sogar noch gesteigert.

Also abnehmen, obwohl sich nichts an der Ernährung ändert?

Strecker: Genau. Denn es ist reine Kopfsache. Nur unser Gehirn ermöglicht es, ob wir Genuss zulassen oder nicht. Es geht darum, bewusster zu empfinden und zu fühlen. Nicht unsere Geschlechtsteile, sondern das Gehirn ist unser Sexualorgan Nummer 1. Beispiel: Erinnern Sie sich noch an den ersten Kuss? Bestimmt sogar. Das war einmalig. Spüren Sie noch immer die Wärme? Vermutlich. Aber wie sieht es nach dem tausendsten Schmatzer aus? Die Routine darf sich nicht in die Liebe einschleichen.

Wo setzen Sie an?

Strecker: Wir sind darauf getrimmt, mehrere Sachen gleichzeitig zu machen oder zu denken. Genuß geschieht aber, wenn wir uns einer Sache hingebungsvoll und mit ungeteilter Aufmerksamkeit widmen. Mein Ratschlag also: wenn Sie etwas tun, seien Sie mit Herz und Seele dabei, wie beim ersten Kuss. Mit gezielten Übungen, Verführungen und Tricks soll es zwischen den Partnern neu funken, die Routine geknackt werden, damit sich jede Berührung, jeder Kuss wie beim ersten Mal anfühlt. Da kann verführerisches Essen genauso wichtig sein wie kleine Liebesbotschaften per SMS, die einfach Lust auf mehr machen. Der Rest kommt dann von allein. Dass man beim Sex Kalorien verbrennt, ist ja bekannt. Viel wichtiger ist der Weg dorthin.

Ihre Tipps richten sich vorwiegend an Paare. Sind Singles dann zum Dickwerden verdammt?

Strecker: In erster Linie schon, doch auch Singles profitieren davon. Es muss ja nicht immer Sex sein. Selbst Flirten setzt Glückshormone frei. Die Übungen dürfen aber nicht als Anleitung verstanden, um jemanden ins Bett zu bekommen. Es geht um das hier und jetzt. Was glauben Sie, was eine Frau mehr an einem Mann beeindruckt: Einer, der mit dem Flirt ganz was anderes erreichen will, oder einer, der sich auf die Frau konzentriert und jeden Augenblick davon genießt?

Lesetipp: Stefan Strecker. Die Sex-Diät, Stefan Strecker Verlag, 143 Seiten, 22 Euro.

kat/news.de

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