Sa., 26.05.12

Kur 17.03.2010 Da ist nicht mehr der Wurm drin

Entwurmkur (Foto)
Krebsmedikamente könnten auch Wurmparasiten töten, glaubt man Forschern aus Gießen. Bild: dpa

Krebsmedikamente könnten in Zukunft auch gegen lebensbedrohliche Parasiten helfen. In ersten Versuchen gelang es Forschern aus Gießen, mit den Mitteln die Würmer zu schädigen oder gar zu töten.

Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen haben in ihrer Arbeit herausgefunden, dass bestimmte Signalmoleküle, die bei der Paarung der sogenannten Schistosomen (Egel) in den Blutgefäßen des Wirtes eine entscheidende Rolle spielen, auch höchstwahrscheinlich in Zusammenhang mit der Krebsentstehung beim Menschen stehen. Mit diesem Wissen untersuchten die Forscher, ob Wirkstoffe aus der Krebstherapie auch gegen die Würmer helfen. Mit Erfolg: Die Experimente verliefen positiv, die Mittel schädigten oder töteten die Parasiten.

Bei den Schistosomen handelt es sich um Pärchenegel, die in den Venen ihres Wirtes hausen. Einige in Südamerika, Afrika und Asien lebende Arten befallen auch den Menschen. Die schlimmsten Schäden richten die Verursacher der sogenannten Bilharziose an. Diese ist nach der Malaria die häufigste parasitäre Infektionskrankheit weltweit.

Menschen kommen durch kontaminiertes Wasser mit den Parasiten in Kontakt, wo diese zuvor Süßwasserschnecken als Zwischenwirt befallen haben. Die Larven der Blutegel bohren sich durch die Haut des Menschen und wandern über dessen Blutgefäße in verschiedene Organe. Dort paaren sich die Würmer und legen Tausende Eier ab, die schwere, zum Teil tödliche Entzündungen hervorrufen können.

Die Parasiten verfügen über eine seltene Fähigkeit: Nachdem es zum ersten Paarungskontakt gekommen ist, löst das Männchen im Weibchen mit Hilfe spezieller Signalmoleküle einen Reifeprozess aus, wodurch dieses erst die Fortpflanzungsorgane entwickelt. Da unter den Molekülen auch solche sind, die bereits im Zusammenhang mit Krebs aufgefallen waren, setzten die Forscher hier an und erprobten bereits etablierte Wirkstoffe. Auf deren Basis könnten in Zukunft wirksame Medikamente gegen die Würmer entstehen.

sca/ivb/news.de/ddp
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