Jugend voller Kopfschmerz
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Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager
Artikel vom 05.03.2010
Das Thema Psychosomatik wird in der Jugendmedizin immer dringlicher. Denn der Nachwuchs leidet unter großem Leistungsdruck. Das bereitet Kopf- und Bauchschmerzen. Und die werden oft nicht als Stresssymptom erkannt.
«Die psychosomatische Belastung bei Jugendlichen ist enorm hoch», sagt Dr. Uwe Büsching. Deshalb gebe es unter Kinder- und vor allem Jugendärzten einen großen und dringenden Bedarf, Kompetenzen aufzubauen und das Bewusstsein zu schärfen, dass etwa Bauchschmerzen nicht immer eine organische Ursache haben.
«Wir Ärzte müssen eine ganz andere Kommunikation zu unseren Patienten lernen», fordert der Jugendarzt. Das gelte zwar für alle Mediziner, aber im Besonderen für Vertrauenspersonen von Jugendlichen. «Gerade bei der Psychosomatik spielt die nonverbale Kommunikation eine große Rolle», sagt der Experte. Denn es sind meist versteckte Probleme, die die Patienten körperlich quälen und über die sie nicht reden.
Der Druck auf die Jugend habe sich immer mehr gesteigert. Zukunftsängste, Leistungsdruck, Horrormeldungen bei den Arbeitslosenzahlen, Klimawandel. Die Liste ist lang. Sicherlich, so räumt Büsching ein, auch vor 50 oder 60 Jahren hätten Jugendliche mit Ängsten, etwa vor Krieg oder Hunger oder Atombomben, zu kämpfen gehabt. Aber, das müsse man bedenken, diese Ängste seien viel konkreter gewesen und deshalb leichter zu realisieren und auszusprechen. Deshalb hätten sie sich psychosomatisch nicht so stark ausgewirkt, wie der oft schwer zu greifende Druck, unter dem die Jugend heute leide.
Auch gelte heute jeder dritte Jugendliche als chronisch krank. Ob Asthma, Allergien oder Diabetes, die schwierige Bewältigung der Krankheiten sei nicht zu unterschätzen. Auch den übergewichtigen Nachwuchs sieht Büsching in dieser Problemgruppe: «Das hat massiv zugenommen», so der Arzt.
Die Auswirkungen der Probleme manifestieren sich meist in Schmerzen. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen - wenn der Druck zu groß wird, dann tue etwas weh. Die meisten Hausärzte würden leider ihre Patienten meist nur nach organischen Ursachen untersuchen. Eine einfache Frage, die oft auf die richtige Fährte führen kann, so verrät Büsching: «Stören die Schmerzen die Nachtruhe?» Denn, so der Mediziner: Brummt der Schädel nur am Tag, dann könne es keine organische Ursache haben.
Zwar seien die Jugendärzte, die in Weimar am derzeitigen Kongress vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) zum Thema «Psychosomatische Grundversorgung Jugendlicher - vom Leiden, Leidensdruck und Leidenschaft» teilnehmen, inzwischen der Psychosomatik sehr offen gegenüber eingestellt und würden Weiterbildungen verstärkt wahrnehmen, berichtet Büsching erfreut, der die Tagung in Weimar leitet. Es gebe auch seit etwas über einem Jahr ein Zusatzbudget, um Qualifikationen voranzutreiben. Büsching betont die Dringlichkeit des Themas: «Jeder zweite Patientenkontakt dreht sich um Krankheitsbewältigung und die psychosomatischen Symptome, die dies mit sich bringt.»
Den Vorwurf, der oft in Richtung Internet geht, das Medium trage zur Vereinsamung der Jugend bei, kann Büsching so nicht mit tragen. Zumindest was die Psychosomatik angeht. Denn: «Online haben die Jugendlichen mehr Raum, ihre Ängste zu kommunizieren oder etwa mit ebenfalls Betroffenen über Krankheitsbilder zu sprechen», sagt der Arzt. «Es ist gut, wenn überhaupt ein Ventil vorhanden ist, damit die Jugendlichen ihre Probleme nicht in sich hinein fressen.»
sca/ivb/news.de
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Mensch da hat das Lestermaul hier ja mal einen sehr Kreativen Beitrag geschrieben.. Oh man, wer sich diesen mist hier immer ausdenkt..
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