Bakterien-Käse So schützen Sie sich vor Listerien

Lebensmittel (Foto)
Damit appetitlich aussehende Speisen mit Lachs auch wirklich gut genießbar sind, sollte man solche leicht verderblichen Lebensmittel nicht lange lagern. Bild: pixelio

Sie sind mit bloßem Auge nicht erkennbar, und einen besonderen Geruch verströmen sie auch nicht: Listerien sind Bakterien, die gefährlich für die Gesundheit sein können. News.de erklärt, wie man sich davor schützt.

Listerien sind Bakterien, die praktisch überall in unserer Umwelt vorkommen. Für gesunde Menschen sind die Erreger in der Regel ungefährlich. Menschen mit geschwächter Immunabwehr, Kleinkinder und Neugeborene können jedoch schwer erkranken.

In verarbeitete Lebensmittel gelangen Listerien vermutlich mit den Rohmaterialien, sagt Lothar Jänsch vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. In Deutschland und Österreich waren in den letzten Tagen Todes- und Krankheitsfälle durch Käse aus dem Alpenland bekanntgeworden, der mit Listerien verseucht war.

Listerien kommen fast überall vor, zum Beispiel im Boden oder auf Pflanzen. Sie sind auch in der Lage, auf Materialien zu überleben, die bei der Produktion von Lebensmitteln verwendet werden - etwa auf der Oberfläche von Schneidebrettern. Auf diese Weise könne auch vorher nicht belastetes Essen während der Verarbeitung mit den Bakterien in Kontakt kommen, warnt Jänsch.

Die Ansteckung erfolgt vor allem über kontaminierte Lebensmittel, die nicht hocherhitzt wurden - zum Beispiel Rohmilchkäse. Auch könnten Produkte befallen sein, die vor dem Verkauf und Verzehr längere Zeit gelagert werden, erklärt Jänsch. Denn selbst die beste Kühlung schützt nicht: «Listerien können sich auch im Kühlschrank bei vier Grad Celsius vermehren.»

Im Darm haften sich die Bakterien an die Darmzellen und dringen in sie ein. «Hier vermehren sie sich und wandern von Zelle zu Zelle», sagt Jänsch. Sie können die Blut-Hirnschranke überwinden und zu einer Hirnhautentzündung mit tödlichem Ende führen. «Besonders gefährdet sind Personen mit einem geschwächten Immunsystem.»

Dazu zählen ältere Menschen ab etwa 60 Jahren und Personen mit Vorerkrankungen wie Aids, Diabetes oder Krebs. Ein erhöhtes Risiko haben auch Transplantationspatienten, die Medikamente erhalten, welche das Immunsystem unterdrücken. Während der Schwangerschaft können Listerien zu Missbildungen und Fehlgeburten führen. «Menschen mit intaktem Immunsystem zeigen in der Regel eher nur Symptome, die an eine Magen-Darm-Grippe erinnern», sagte Jänsch.

Der beste Schutz vor einer Listerien-Infektion ist das Verwenden frischer Lebensmittel. Sofern möglich, werden sie beim Zubereiten auf mindestens 70 Grad erhitzt, riet Jänsch. Und grundsätzlich sollten Lebensmittel nicht lange gelagert werden - auch nicht im Kühlschrank.

Der Lebensmitteldiscounter Lidl hatte vor ein paar Tagen nach mehreren Todesfällen wegen verseuchtem Käse erneut vor einem bestimmten Harzer Käse gewarnt. Kunden und Konsumenten sollten den Rückruf der Lidl-Sorten «Reinhardshof, Harzer Käse» und «Reinhardshof, Bauernkäse mit Edelschimmel» des österreichischen Herstellers Prolactal GmbH «unbedingt beachten», teilte das Unternehmen in Neckarsulm mit. In einzelnen Proben war Lidl zufolge bei Analysen ein erhöhter Wert von Listerien festgestellt worden.

car/ivb/news.de/dpa

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