Sa., 26.05.12

Geschwisterrivalität 21.02.2010 Eifersüchtig auf das Baby

Geschwister (Foto)
Brüderchen knutscht Schwesterchen: So innig können Geschwisterbeziehungen sein. Schnell kann die Zuneigung aber in Neid und Eifersucht umschlagen. Bild: news.de

Wenn Kinder ein Geschwisterchen bekommen, sollten sie gut darauf vorbereitet werden. Denn sehr schnell kann die anfängliche Freude in Wut und Eifersucht umschlagen.

Wenn Kinder ein Brüderchen oder ein Schwesterchen bekommen, ist die Freude am Anfang groß. Doch bald kommt der Moment, wo Freude in Wut oder Ärger umschlagen kann. Dann nämlich, wenn das Kind merkt, dass sich fast alles nur noch um das Kleine dreht und es selber nicht mehr der Mittelpunkt ist.

Eifersucht muss man ernst nehmen. Je nach Alter des Kindes können die Gefühlsausbrüche unterschiedlich ausfallen. Ab dem dritten Lebensjahr beginnt zum Beispiel ein Ablösungsprozess und das Kind kann sich mit weniger Ängsten von seiner Bezugspersonen trennen. Dann fällt es den Kindern auch leichter, die Mutter mit einem Bruder oder einer Schwester zu teilen. Manche Kinder brauchen für diesen Prozess länger als andere Kinder; bei anderen, die sich sicherer fühlen, geht es meist schneller.

In die Vorbereitung auf die Geburt eines Geschwisterchens sollte das erstgeborene Kind daher unbedingt einbezogen werden. Auf diese Weise wird ihm die Angst vor dem Bruder oder der Schwester genommen, wie der Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Maik Herberhold, betont: «Insbesondere Kinder zwischen ein und vier Jahren reagieren sehr eifersüchtig, wenn ihnen nach der Geburt eines Bruders oder einer Schwester nicht mehr die alleinige Aufmerksamkeit der Eltern zukommt.»

Die Einbeziehung kann laut Herberhold beispielsweise so aussehen, dass die Eltern mit dem Kind zusammen einen Platz für das Babybett des Geschwisterchens suchen sowie Babykleidung und Spielsachen auswählen. «Für das Kind ist es auch meist sehr interessant, mit den Eltern zusammen die eigenen Babyfotos anzuschauen und sich so auf das neue Familienmitglied einzustellen», sagt Herberhold. Kinder unter einem Jahr litten dagegen wenig unter Familienzuwachs. Auch Kinder über fünf Jahre kämen meistens gut zurecht.

Auch nach der Geburt des Geschwisterchens brauche der große Bruder oder die große Schwester genügend Aufmerksamkeit, sagt der Experte. Die Beteiligung an der Versorgung des Kleinen gebe den Erstgeborenen das Gefühl, gebraucht zu werden. «Wird das Baby beispielsweise gewickelt oder gebadet, kann das größere Kind helfen, indem es Tücher, Waschlappen und Creme reicht», empfiehlt Herberhold.

Besonders schwierig für die Großen sei es, wenn das Baby gestillt werde, weil es in diesem Moment die volle Aufmerksamkeit der Mutter bekomme: «In dieser Zeit kann man das ältere Kind mit seinem Lieblingsspielzeug spielen lassen, es eine Geschichte anhören lassen oder ihm etwas vorlesen.» Generell müssten sich die Großen der Liebe der Eltern sicher sein: «Viel Schmusen und viel Toben zeigt den älteren Kindern zum einen die Zuneigung der Eltern und erlaubt ihnen zum anderen, mögliche Aggressionen auszuleben», sagt Herberhold.

Zumindest ein Elternteil sollte häufiger etwas mit dem älteren Kind alleine unternehmen, rät Herberhold. So bekommt es für ein paar Stunden die ungeteilte Aufmerksamkeit.

car/news.de/ap/dpa
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • hagal
  • Kommentar 1
  • 21.02.2010 21:58
 

Zum Glück war Menschheit noch nicht ausgestorben war als so wichtige Wissenschaften wie Psychosomatik, Psychotherapie, Psychiatrie, Soziologie und noch etliche so wichtige Ernährungsgrundlagen für Überlebensunfähige entwickelt wurden, ohne die die Menschheit gewiß aussterben würde.

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