Sa., 26.05.12

Verbraucherschützer 16.02.2010 Trend-Diäten bringen nichts

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Trend-Diäten halten Verbraucherschützer für «höchst fragwürdig». Bild: ddp

Ob Hormon-Diät oder Metabolic Balance: Neuartige Schlankheitskuren halten nach dem Urteil von Verbraucherschützern nicht, was ihre werbewirksamen Namen versprechen und werden als «höchst fragwürdig» eingestuft.

Die «Hormon-Diät», in der Frauen per Online-Test nach 30 angeklickten Antworten in drei Hormon-Typen eingeteilt werden, kritisiert die Verbraucherzentrale Sachsen als «nutzlose Tests und fragwürdige Empfehlungen». Dieser besagte Online-Test  erbrachte bei Probeläufen der Verbraucherschützer für neun von zehn Frauen dieselben Empfehlungen.

Frauen, die den Tipps folgten, «nehmen ohne umfangreiches Sportprogramm höchstwahrscheinlich zu statt ab», erklärt die Verbraucherzentrale Sachsen. Letztlich handle es sich um eine weitere Variante kohlenhydratarmer Diäten, in der empfohlen wird, ab dem Mittag weitgehend auf  Kartoffeln, Nudeln, Reis und Brot zu verzichteten.

Lebensmittelauswahl nach Blutwerten nicht nachvollziehbar

Die Verbraucherschutzkollegen aus Hessen haben eine weitere Trend-Schlankheitskur im Visier. Sie stufen die «Metabolic Balance» als «höchst fragwürdig und alltagsuntauglich» ein, bei der eine Blutanalyse als Grundlage für einen per Computer erstellten Ernährungsplan dient. Dieser schreibt genau vor, welche Lebensmittel gegessen werden dürfen. Dabei werden dem einen Aprikosen und Schafskäse, dem anderen Kiwis und Limburger verordnet. Eine gezielte Lebensmittelauswahl nach individuellen Blutwerten sei jedoch ernährungsphysiologisch nicht nachvollziehbar, urteilt die Verbraucherzentrale Hessen.

Auch die strikten Regeln sind demnach wissenschaftlich nicht zu begründen. Die letzte Mahlzeit solle zum Beispiel vor 21Uhr verzehrt werden. Lebensmittelmengen seien grammgenau einzuhalten. Vorgeschrieben werde auch, Speisen vollkommen ohne Öl oder Fett zuzubereiten.

Nach Meinung der Verbraucherschützer nehmen Teilnehmer bei der Diät zunächst durch eine sehr starke Kalorienbeschränkung ab, die aber von der Lebensmittelauswahl unabhängig ist. Die wenig abwechslungsreiche Kost könne man aber kaum auf Dauer durchhalten. Auch bei «Metabolic Balance» sei «ohne zusätzliches Bewegungsprogramm der allseits gefürchtete Jojo-Effekt vorprogrammiert». Zudem kann die Teilnahme an der Diät bis zu 840 Euro kosten, die die gesetzlichen Krankenkassen nicht erstatten.

sca/car/ivb/news.de/ap
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