Sa., 26.05.12

Paracetamol 04.02.2010 Überdosis schädigt die Kinderleber

Paracetamol: bei Kindern auf genaue Dosierung achten (Foto)
Aua! Schmerzen bei kleinen Kindern sind für jeden unerträglich: Bei der Medikamenten-Dosierung sollte trotzdem aufgepasst werden. Bild: dpa

Fieber, Zahnschmerzen, Glieder- und Muskelschmerzen bei einer Erkältung - dagegen hilft Paracetamol recht zuverlässig. Nehmen Kinder das Schmerzmittel ein, sollten Eltern auf die Dosierung achten. Bei einer Überdosis drohen Leberschäden.

Eltern sollten bei der Gabe von Paracetamol genau auf die Dosierungsanleitung für Kinder achten. Denn aufgrund des geringen Körpergewichts könne eine zu hohe Dosis des Standardmittels gegen Fieber und Schmerzen bei Kindern schnell zu lebensbedrohlichen Leberproblemen führen, warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

«Über mehrere Tage sollten Kinder das Präparat auf keinen Fall ohne ärztliche Überwachung einnehmen, denn eine Paracetamol-Vergiftung kommt schleichend. Die Vergiftungserscheinungen, wie Übelkeit, Erbrechen und Oberbauchschmerzen, treten erst nach einer beschwerdefreien Phase von 12 bis 24 Stunden nach der Einnahme auf», warnt Verbandssprecher Ulrich Fegeler.

Für ein Kind im Grundschulalter gelten den Angaben zufolge 60 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht (mg/kg KG) pro Tag als Maximaldosis, aufgeteilt in 4 Einzeldosen zu 15 mg/kg KG. Bei einem Sechsjährigen mit 21 Kilogramm entspräche das etwa 1000 mg in vier Einzeldosen von 250 Milligramm. Fieber sei darüber hinaus kein Notfall und müsse nicht sofort und nicht unbedingt mit einem Präparat gesenkt werden.

Wirkung erst nach etwa einer Stunde

Pflegen mehrere Personen ein krankes Kind, sollten sie sich unbedingt bei der Medikamentengabe absprechen, rät Fegeler. Betreuende sollten nicht ungeduldig werden und mehrere Portionen Paracetamol hintereinander geben, denn die Wirkung trete erst nach etwa einer Stunde ein.

«Tabletten für Erwachsene und Kinder enthalten unterschiedliche Mengen Paracetamol, Tropfen sind häufig höher dosiert als Säfte. Deshalb sollten Eltern immer noch einmal den Beipackzettel kontrollieren. Auch wenn sie das Schmerzmittel mit anderen Erkältungsmitteln kombinieren wollen, sollten sie deren Zusammensetzung vorher überprüfen, sagt Fegeler.

Laut einer Anfragestatistik des Gemeinsamen Giftinformationszentrums der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von 1999 bis 2008 steht Paracetamol den Angaben zufolge bei Kindern an der Spitze der akuten Arzneimittelvergiftungen.

car/ivb/news.de/ap
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