Wann die Mandeln raus müssen
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Mandeln entfernen Ärzte heutzutage nicht mehr so schnell, wie noch in den 1960er Jahren. Doch es gibt nach wie vor viele Fälle, in denen eine OP notwendig ist. News.de erklärt, was bei häufig entzündeten Mandeln droht und worauf man nach einem Eingriff achten sollte.
Bei häufigen Mandelentzündungen (Tonsillitis) kann eine Operation sinnvoll sein. «Bei Erwachsenen sollte nach vier antibiotisch behandelten Mandelinfektionen im Jahr oder insbesondere nach dem Auftreten von Komplikationen eine Entfernung der Gaumenmandeln in Erwägung gezogen werden», empfiehlt Wolfgang Hornberger vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Bei Kindern sei meist nach fünf bis sechs akuten Mandelentzündungen im Jahr eine operative Teil- oder Komplettentfernung der Mandeln ratsam.
«Um gerade bei kleinen Kindern bis zum vierten Lebensjahr die Abwehrfunktion der Gaumenmandeln nicht zu verlieren, erfolgt hier oft nur eine Verkleinerung, so lange das Mandelgewebe noch nicht chronisch verändert ist», sagt Hornberger. Durch häufige Entzündungen könnten sich in den kleinen Einbuchtungen der Gaumenmandeln, den sogenannten Krypten, vermehrt Keime ansiedeln.
«Dies kann zu einem Reservoir und Streuherd vor allem für Bakterien werden, die auf andere Organe, wie Herz oder Nieren, übergreifen können.» Auch bei chronischen Mandelentzündungen sei daher ein operativer Eingriff ratsam, in dem Fall sei aber eine Komplettentfernung der Gaumenmandeln, eine Tonsillektomie, notwendig.
Mandel-Operationen gehören zum Praxis-Alltag des HNO-Arztes, bei Kindern sind sie die zweithäufigste Operation überhaupt. Während die Teilentfernung von Mandelgewebe bei Kleinkindern (Tonsillotomie) auch ambulant operiert werden kann, wird die Tonsillektomie immer unter stationären Bedingungen, meist unter Vollnarkose, durchgeführt. Als Nebenwirkung, vor allem nach einer Komplettentfernung, können Nachblutungen auftreten, die umgehend ärztlich versorgt werden müssen.
«Um das abheilende Gewebe nicht zu sehr zu reizen und das Risiko von Nachblutungen zu senken, sollten Patienten für etwa zwei Wochen nach dem Eingriff auf körperliche Anstrengung, heißes Baden oder Duschen und harte Speisen wie Brotkrusten verzichten», empfiehlt der HNO-Arzt.
car/ivb/news.de/ap
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