Blindheit Wege in die Dunkelheit

Diabetes, Schlaganfall, Infektionen und Vitamin-A-Mangel können das Augenlicht kosten. Auch das Alter fordert mit Dunkelheit oft seinen Tribut. News.de stellt die häufigsten Augenkrankheiten und Ursachen für Blindheit vor.

Blindheit (Foto)
Viele Erkrankungen können zum Verlust des Augenlichts führen. Darunter Diabetes, Katarakt und Schlaganfall. Bild: ddp

Von Blindheit wird gesprochen, wenn ein Mensch sein Augenlicht verliert oder von Geburt an nie fähig war zu sehen. Aber die Welt um einen herum muss nicht zwangsläufig bereits in Dunkelheit versunken sein, damit von Blindheit gesprochen wird. Auch starke Sehbehinderungen werden zu dieser Kategorie gezählt.

Per deutscher Definition gilt eine Person als blind, wenn auf dem besseren oder bereits korrigierten Auge nur noch eine Sehschärfe von einem Fünfzigstel vorhanden ist. Zudem gilt eine Einschränkung der äußeren Gesichtsfeldgrenze auf höchstens fünf Grad Abstand vom Zentrum auf beiden Augen ebenfalls als Blindheit.

Während einige Menschen bereits blind geboren werden, verlieren viele ihr Augenlicht im Alter, durch Erkrankungen oder Verletzungen.

Ohne Augenlicht: Wie Blinde das Leben meistern

Altersbedingte Makuladegeneration
Wenn Menschen in Deutschland ihr Augenlicht verlieren, dann passiert das zu 50 Prozent im Alter durch altersbedingte Makuladegeneration. Als Makula lutea wird der Punkt des schärfsten Sehens bezeichnet. Bei der Krankheit sterben die Netzhautzellen nach und nach ab. Dadurch verschwimmt die Sehfähigkeit im zentralen Gesichtsfeld. Der Begriff Makuladegeneration fasst eine ganze Gruppe von Erkrankungen zusammen. So etwa Blindheit als Folge hoher Kurzsichtigkeit oder Entzündungen. Die häufigste Variante ist aber die altersbedingte Makuladegeneration, die per Definition nach dem 50. Lebensjahr auftaucht. In der Bundesrepublik sind etwa zwei Millionen Menschen daran erkrankt. Das größte Risiko stellt Rauchen dar. Weitere Faktoren sind eine genetische Veranlagung und hoher Blutdruck.

Katarakt oder Grauer Star
Der Katarakt, auch Grauer Star genannt, führt weltweit am häufigsten zum Verlust des Augenlichts. Es handelt sich dabei um eine Trübung der Augenlinse. Bei fortgeschrittenem Verlauf bekommt die Pupille eine graue Färbung. Der Sehverlust ist langsam und schmerzlos. Betroffene beschreiben es als «wie durch einen Nebel sehen». Auch das räumliche Sehen wird stark eingeschränkt. Die Ursache ist meist unbekannt. In einigen Fällen wurden aber Masern, Diabetes mellitus, Reaktionen auf Medikamente, wie etwa Cortison, oder Drogen als Auslöser identifiziert.

Glaukom oder Grüner Star
Von Glaukom oder Grünem Star spricht man bei einer Erkrankung des Sehnervs. Aber auch die Nervenzellen der Netzhaut können betroffen sein. Die Folge sind Gesichtsfeldausfälle. Das Problem: Der Verlauf bleibt oft unerkannt, da er nicht von Schmerzen begleitet wird und von außen nicht erkennbar ist. Dabei hat die Krankheit in einem frühen Stadium gute Chancen, geheilt oder zumindest aufgehalten zu werden. In Deutschland sind Glaukome für 18 Prozent aller Erblindungen verantwortlich.

Diabetische Retinopathie
Bei 90 Prozent aller Diabetiker des Typs 2 tritt nach 20 Jahren Krankeitsdauer eine Erkrankung am Augenhintergrund auf. Bei Typ-I-Diabetes meist schon nach zehn bis 13 Jahren. Die diabetische Retinophatie ist in Europa und Nordamerika die häufigste Ursache für Blindheit bei Menschen zwischen 20 und 65 Jahren. Durch die Zuckerkrankheit werden kleinere Blutgefäße geschädigt, was zur Minderung der Sehschärfe führt und das Gesichtsfeld einschränkt. Bei einer optimalen Einstellung des Blutzuckers haben Diabetiker aber die Erkrankung in den meisten Fällen gut unter Kontrolle, sodass sie ihr Augenlicht nicht komplett verlieren.

Hornhauttrübung
Zu den häufigsten Ursachen einer Hornhauttrübung, die für drei Prozent aller Erblindungen in Deutschland verantwortlich ist, zählen Entzündungen der Hornhaut, etwa durch Herpes, Verätzungen oder Verletzungen. Die Erkrankung lässt sich etwa durch eine Transplantation der Hornhaut heilen.

Netzhautablösung
Dass es zur Ablösung der Netzhaut von der Versorgungsschicht des Auges kommt, wird zu den eher seltenen Erkrankungen gezählt. In der klassischen Form entstehen Löcher und Risse in der Netzhaut. Dadurch kann aus dem Glaskörper des Auges Flüssigkeit entweichen und es kommt zur Ablösung der Netzhaut. Eine Vielzahl der Ursachen sind noch nicht erforscht. Es wird angenommen, dass Faktoren wie hohe Kurzsichtigkeit, Verletzungen, Vererbung oder Entzündungen sowie zu viel Bildschirmarbeit und Flugreisen eine Ablösung verursachen könnten.

Schlaganfall
Bei einem Schlaganfall kommt es kurzzeitig zu einer verminderten Durchblutung des Gehirns. Durch den Sauerstoffmangel können auch die Augen in Mitleidenschaft gezogen werden. Oder die Bereiche des Gehirns, die für das Sehen zuständig sind. In solchen Fällen kann ein Schlaganfall zum Erblinden führen.

Amblyopie
Die sogenannte Schwachsichtigkeit tritt immer bereits im Kindeshalter auf, ohne dass organische Schäden vorliegen. Eine Ursache kann sein, dass das kindliche Gehirn durch starkes Schielen, eine Linsentrübung oder herabhängendes Oberlid, gar nicht erst lernt, Seheindrücke richtig zu verarbeiten.

Verletzungen
Das Auge ist ein empfindliches Organ, dass durch Verletzungen, etwa durch spitze Gegenstände, Verätzungen oder Verbrennungen, derartige Schäden davon tragen kann, dass das Augenlicht dauerhaft erlischt.

Trachom
Während das Trachom in Industriestaaten sehr selten vorkommt, ist es in Entwicklungsländern eine der häufigsten Augenerkrankungen. Grund: mangelnde hygienische Verhältnisse. Beim Trachom kommt es zu einer bakteriellen Entzündung des Auges mit dem Chlamydia trachomatis. Diese Bakterien rufen vor allem sexuell übertragbare Erkrankungen hervor. Aber in der Schwangerschaft können die Bakterien auch von der Scheide auf das ungeborene Kind übertragen werden und dort zum Erblinden führen. In Deutschland gehört eine Chlamydien-Untersuchung während der Schwangerschaft inzwischen zur Routine.

Vitamin-A-Mangel
In Entwicklungsländern erblinden Kinder häufig durch Vitamin-A-Mangel. Grund sind entweder Unterernährung oder Infektionskrankheiten wie Masern. In einem frühen Stadium kommt es zur Nachtblindheit. Doch dann wird die Hornhaut undurchsichtig weiß. Doch die Kinder verlieren nicht nur ihr Augenlicht. Etwa 60 Prozent der Mädchen und Jungen sterben, laut der schweizerischen Christoffel Blindenmission, die sich im Bereich Kinderblindheit engagiert, innerhalb von zwei Jahren.

Optikusatrophie
Von Optikusatrophie spricht man, wenn es zu einer fortgeschrittenen Schädigung des Sehnervs kommt. Ursachen können entzündliche Erkrankungen, ein zu hoher Augeninnendruck, Gefäßkrankheiten sowie Multiple Sklerose oder ein Tumor sein. Im schlimmsten Fall erblindet der Betroffene. Aber selbst bei leichteren Verläufen kommt es zu einer erheblichen Einschränkung der Sehkraft.

Flussblindheit
Bei der Flussblindheit, der sogenannten Onchozerkose, handelt es sich um eine chronische Erkrankung durch einen Fadenwurm. Die Larven werden über Kriebelmücken, die in der Nähe von Flüssen vorkommen, übertragen. Zu geschlechtsreifen Würmern herangewachsen, legen die Fadenwürmer manchmal über Jahre weitere Eier im Körper ab. Wandern sie auch ins Auge, dann verliert der Betroffene seine Sehfähigkeit. Die Welt-Gesundheitsorganisation WHO schätzt, dass in einigen afrikanischen Ländern rund die Hälfte aller blinden Männer über 40 Jahre durch die Flussblindheit ihr Augenlicht verloren hat.

Von-Hippel-Lindau-Syndrom
Menschen, die an dem seltenen VHL-Syndrom erkrankt sind, können aufgrund kleiner Gefäßtumore im Auge erblinden. Dies geschieht aber äußerst selten. Nur einer von etwa 40.000 Menschen ist von der Gefahr betroffen, sein Augenlicht auf diese Weise zu verlieren.

Angeborene Blindheit
Bei einigen Menschen kommt es nicht erst nach Verletzungen oder Erkrankungen zur Erblindung. Sie werden bereits ohne die Fähigkeit des Sehens geboren. Das kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Etwa wenn die Entwicklung der Augen an irgendeiner Stelle gestört ist, weil Elemente nicht gebildet wurden oder die Verbindung zwischen Auge und Gehirn fehlt.

iwe/reu/news.de

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Elster
  • Kommentar 1
  • 28.01.2010 15:58

Das ist sehr schlimm .Hoffentlich betrifft es mich mal nicht ,na da wäre ich aber geschafft.Dies ist ein harter Schiksalschlag dann für mich,wenn ich blind sein würde , persönlich grausam .Nicht mehr sehen können ,was man geschaffen hat und mein Hobby könnte ich auch nicht mehr machen .

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig