Sa., 26.05.12

Lebensmittel 21.01.2010 Süße Schummelei mit Fitnessriegeln

Fitnessriegel: Vermeintlich gesunde Krankmacher (Foto)
Sieht gesund aus, macht aber dick und Bauchweh: In vielen Fitnessriegeln versteckt sich Fruchtzucker. Bild: ddp

Er mag gesund klingen und wurde lange als Diätalternative zum bösen Dickmacher Zucker beworben: Aber Fruchtzucker bringt dicke Probleme mit sich - und versteckt sich in vielen Produkten. Die Verbraucherzentrale hat diese untersucht und benannt.

Auch fruchtlose Nahrungsmittel wie Softdrinks oder Fitnessriegel enthalten oft Fruchtzucker (Fruktose). Das kann für empfindliche Menschen und Übergewichtige problematisch sein, mahnt die Verbraucherzentrale Hamburg. Anlass ist eine Untersuchung von 35 Fertigprodukten auf ihren Fruchtzuckergehalt.

Unter die Lupe nahmen die Verbraucherschützer Getränke, Fitnessriegel, Diätprodukte, Kuchen, Cerealien, Smoothies und Fruchtjoghurtsorten. Besonders hoch war der Gehalt bei dem Erdbeermilchshake von McDonalds, dem Multaben VitaX FitnessRiegel, bei Coca-Cola sowie den Fürst Bismarck Wellness-Getränken.

Irreführend an dem Zusatz von Fruchtzucker sei, dass dadurch Frucht, Gesundheit und Natürlichkeit suggeriert werde, prangert die Verbraucherzentrale an. Doch dieses Bild stimme nicht. Fruchtzucker mache durchaus dick. Zudem vertragen viele Menschen diesen nicht. Schwierig auch: Auf vielen Lebensmitteln ist die Zuckersorte nicht als solche gekennzeichnet. Dazu bestehe leider auch keine Pflicht, bemängeln die Verbraucherschützer.

Das führe in vielen Fällen zu Mogelpackungen, weil der Haushaltszucker eines Produktes einfach durch Fruktose ausgetauscht werde. So sehe es gesünder aus und das Produkt wirke weniger zuckerhaltig. Gezeigt habe die Untersuchung, dass Fruktose immer häufiger auf den Zutatenlisten von Lebensmitteln lande. Er sei zudem ein billiger Rohstoff in Süßigkeiten, Kinderlebensmitteln, Milchshakes oder Speiseeis.

Zu viel Fruchtzucker aus Fertiglebensmitteln könne bei empfindlichen Menschen, besonders solchen mit einer FruktosemalabsorbtionDies ist eine verminderte Fähigkeit Fruktose im Dünndarm aufzunehmen. Steckt Fruchtzucker in der Nahrung landet er dann im Dickdarm, wo er von den Darmbakterien verstoffwechselt wird und zu unerwünschte Abfallprodukte, wie etwa Gase und kurzkettige Fettsäuren, führt. Menschen mit einer Fruktosemalabsorbtion leiden bei fruktosehaltiger Ernährung unter krampfartigen Bauchschmerzen, Durchfall und heftigen Blähungen. , Bauchkrämpfe oder Blähungen hervorrufen. Dabei wissen Betroffene oft nicht, woher die Beschwerden rühren. Auch Ärzte könnten die Beschwerden nicht immer richtig einordnen, sodass eine hilfreiche Diagnose ausbleibe.

Die Verbraucherzentrale hat im Rahmen des Produktetests exemplarische Tagesspeisepläne von den Typen Gesundheitsbewusste, Grundschulkind, Wellnessfan, Diabetiker und Schleckermaul aufgestellt und nach der Menge von Fruchtzucker untersucht, die sich tendenziell über den Tag verteilt in den Magen schleicht. Dabei sei herausgekommen, dass durch fruktosereiche Fertigprodukte schnell mehr als doppelt so viel Fruchtzucker verzehrt werde, wie es für einen durchschnittlich ausgewogenen Speiseplan gut sei.

kat/ham/ivb/news.de/dpa
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