Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Wer bei Asana und Kundalini nur Bahnhof versteht, aber Yoga schon immer einmal ausprobieren wollte, sollte es einmal mit Woyo versuchen. News.de erklärt, was sich hinter dem komischen Namen verbirgt.
Der Wellnessmarkt boomt. Immer mehr Menschen legen Wert auf Gesundheit und ganzheitliches Wohlgefühl, lassen Körper und Seele mit allerlei Hilfsmitteln in Einklang bringen. Durchschnittlich sieben Stunden pro Woche reserviert der moderne Mensch laut einer Studie des Deutschen Wellness Verbandes für Erholung und Entspannung. Die Angebote dafür sind kaum noch überschaubar: von Yoga über Floating bis zu Watsu – nichts, was es noch nicht gibt. Jedenfalls beinahe.
Denn immer noch entstehen neue Trends und Methoden auf dem Weg zum allumfassenden Wohlbefinden. Zum Beispiel Woyo. Was leicht komisch klingt, entpuppt sich als Kombination von Workout und Yoga. «Es passt sich optimal dem modernen Lebensrhythmus an und geht auf die körperlichen und mentalen Bedürfnisse des Menschen von heute ein – ohne dabei die ursprünglichen Grundgedanken und Ziele des Yoga außer Acht zu lassen», erklärt Sonja Söder.
Nach vielen Jahren als Mitarbeiterin in einer großen Fitnesskette hat die Münchner Anhängerin des Yoga nach B.K.S. IyengarB.K.S. Iyengar, geboren 1918 in Indien, gilt als führende Autorität des Hatha-Yoga. mit ihrem Konzept des sanften, aber anstrengenden Yoga den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Mit Erfolg – bei Männern und Frauen. Ihr Slogan «Erarbeite dir dein Yoga» lockt pro Woche rund 800 Teilnehmer in ihren Klub in München – zu «Woyo Basic», «Hormon Yoga» oder «Woyo Pilates». Mehr als 200 Leute hat Söder bereits zu Woyo-Lehrern ausgebildet, einen Woyo-DVD veröffentlicht und Bücher über Woyo geschrieben.
Woyo ist für jeden geeignet
«Unser sanftes Konzept konnte sich gegen viele aus dem Boden schießende Yogaformen durchsetzen», sagt Söder, denn die «sonst üblichen extremen Verbiegungen oder Dehnungen schaffen die meisten Leute ja doch nicht». Und vielen sind die traditionellen Yoga-Stunden zu spirituell und riechen zu sehr nach Räucherstäbchen. Söders Credo lautet: Jeder Mensch ist anders, hat seine eigene, typische Konstitution und eine unterschiedliche Beweglichkeit.
Zwar stellt das Workout-Yoga einige Ansprüche an die eigene Fitness, dennoch kann man sich den Anforderungen auch langsam nähern. Laut Söder ist Woyo für jeden geeignet, der den leichten Einstieg in den Yoga und dabei nicht die Guru-Atmosphäre und spirituelle Erleuchtung sucht, sondern einen Weg, um den Körper effektiv zu formen und Haltungsschäden vorzubeugen. Dabei sei es gleich, ob man fit oder untrainiert, jung oder alt, gelenkig oder ungelenkig sei. Selbst Menschen mit Problemen an Knien, Hüfte, Rücken oder Schulter können sich laut der Trainerin beim Woyo versuchen.
Das Besondere an Woyo ist der Einsatz verschiedener Hilfsmittel wie Gurt, Holzklötze, Matten, Decken, weiche Bälle, Schaumstoffpolster und Kissen. «Sie ermöglichen eine Körperarbeit, die sehr exakt auf die eigenen Wünsche zugeschnitten ist“, sagt Söder. Vor allem dem Gurt kommt eine besonders Rolle zu. „Er hilft, Kraft und Dehnungen fein zu dosieren und länger in einer Haltung zu bleiben», sagt Söder. Insgesamt liegt der Fokus auf Muskelkräftigung, Entspannung, Beweglichkeitstraining und Koordination.
«Wir waren und werden immer der Meinung bleiben, dass ein Yogasystem ohne dogmatische Verhaftung an traditionelle Lehren für die Gegenwart geschaffen sein muss», schreibt Söder und ihr Partner Peter Schlösser auf der Homepage ihres Studios. Das, was sich in der Vergangenheit für lange Zeit bewährt habe, müsse nicht unbedingt für ein breites Publikum der heutigen, westlichen Gesellschaft geeignet sein. «Wer Woyo unterrichtet, zeigt den Mut, sich auch über überholte Prinzipien hinwegzusetzen und neue Wege zu gehen», so die Yogalehrer.
Weitere Informationen: www.woyo.de. Lesetipp: Sonja Söder und Peter Schlösser: Woyo - Der leichteste Einstieg in den Yoga (mit Gurt), Gräfe & Unzer, 64 Seiten, 12,90 Euro.