Den Comedian Sasha Baron Cohen kennen viele als Ulknudel. Doch er kann auch ernsthaft und entspannt sein: beim Yoga-Training.
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Den Comedian Sasha Baron Cohen kennen viele als Ulknudel. Doch er kann auch ernsthaft und entspannt sein: beim Yoga-Training.
Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Yoga ist kein Sport, sondern eine Lebenshaltung, und trotzdem lassen sich damit all die Dinge erreichen, die selbst das anstrengendste Workout nicht schafft. News.de fragt Yogalehrer Michael Röslen, was Bodystyling, Blumensträuße und Brokkoli mit Yoga zu tun haben.
Ist für Außenstehende wahrscheinlich schwer zu vermitteln, etwas zu tun, das nicht den Sinn hat, etwas besser zu tun als andere. Gerade heutzutage.
Herr Röslen, eine im Dezember 2009 veröffentlichte Umfrage des Deutschen Yoga-Instituts hat ergeben, dass Yoga nach wie vor eines der beliebtesten Angebote an deutschen Volkshochschulen und bei Sportvereinen ist. Wie erklären Sie sich das starke Interesse an diesem Sport?
Michael Röslen: Sie haben Yoga gerade als einen Sport bezeichnet. Was ist Sport? Und was ist Yoga? Ich glaube, die beiden sind nicht so richtig kompatibel.
Warum?
Röslen: Sport ist aufgekommen mit dem Industriezeitalter und hat viel zu tun mit dem Verständnis von Turnvater Jahn und einem mechanistischen Weltbild. Auch wenn heute in einigen Sportarten mentale Trainingsverfahren Einzug halten und sich mittlerweile sogar Fußballvereine einen Humortrainer halten, ist das alles nicht im Kontext von Yoga. Sportlicher Ehrgeiz, Leistungs- oder Konkurrenzdenken haben im Yoga keinen Platz. Es geht allein um «Das Tun». Jeder entwickelt sich auf seine Weise, in seiner Zeit.
Würden Sie Yoga dann als eine Art Lebensphilosophie definieren?
Röslen: Ich halte mich an die über 2000 Jahre alten klassischen Lehrsätze des Yoga, die im sogenannten Pantanjali festgehalten sind. Und darin ist Yoga ganz einfach definiert: «yogas-citta-vrtti-nirodhah». Auf diese vier Worte des indischen Sanskrit stürzen sich alle möglichen Kommentatoren mit unterschiedlichen Übersetzungsversuchen. Eine moderne, an Neurowissenschaften angelehnte Übersetzung von Professor Rocque Lobo lautet zum Beispiel: «Yoga ist das langsame Anhalten der Bewegungen der Phänomene».
Phänomene können nur für ein wahrnehmendes Denken stattfinden. In einer von Reizen überfluteten Zeit kommen Menschen zum Yoga-Unterricht und sagen: «Mein Gott, mir war heute mal wieder alles zu viel». Es waren einfach zu viele Phänomene, und die Phänomene waren ihnen häufig zu schnell. Und das ist häufig eine moderne Triebfeder, sich für Yoga zu interessieren.
Womit wir zurückkommen auf die Frage, warum Yoga so beliebt ist…
Röslen: Yoga bedient heutzutage einen Blumenstrauß von Projektionsmöglichkeiten. Die einen wollen Bodystyling machen, an Problemzonen arbeiten, vor allem Frauen. Die anderen wollen ein technikarmes Fitnessstudio haben. Dritte suchen esoterische Wege der Erleuchtung und wieder andere suchen neue Wege für ihre Gesundheit.
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