Sa., 26.05.12

Diät-Lexikon 09.01.2010 Das ABC des Hungerns und Futterns

Diäten (Foto)
Wer sich für die richtige Diät entscheiden will, sollte wissen, was die vielen rätselhaften Begriffe und Abkürzungen heißen. Bild: ddp

Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager

Die Welt der Diäten ist ein undurchsichtiger Dschungel. Um etwas Licht ins Dunkel der Abnehmsprache zu bringen, erklärt news.de alle wichtigen Begriffe von Appetitzügler bis Zucker. Selbst BMI, FDH, GI oder Jojo sollten nach der Lektüre keine Fragezeichen mehr hinterlassen.

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Adipositas: Von Adipositas, auch genannt Fettsucht oder Fettleibigkeit, spricht man bei einem starken Übergewicht. Aber nicht nur die Masse macht's. Auch die Verteilung des Körperfetts spielt eine Rolle. Die Adipositas werden in drei Schweregrade eingeteilt, die sich auf den BMI beziehen: Grad I 30 bis 34,9; Grad II 35 bis 39,9 und Grad III bei einem BMI von 40. 

Abnehmen: Das ist das höchste Ziel der meisten Diäten. Kilos verlieren, schlanker werden und die Fettpolster schrumpfen lassen heißt die Abnehmdivise.

Appetitzügler: Schlankheits-Arzneien versprechen, dass erst gar kein Appetit entstehe, den man heroisch während einer Diät niederkämpfen oder ignorieren müsste. Die Wirkung beruht auf einer Hemmung des Hungerzentrums im Gehirn. Viele Produkte haben aber schwere Nebenwirkungen oder werden als unseriöse Produkte mit gefährlichen Wirkstoffen im Internet vertrieben. Aber es gibt auch ganz natürliche Appetitzügler, wie etwa Bitterstoffe in einem Chicoree-Endivien-Salat. Völlig ohne Nebenwirkungen.

Bauchumfang: Nicht nur die reine Zahl auf der Waage sagt etwas darüber aus, ob jemand übergewichtig ist. Denn Muskelmasse ist schwerer als Fett, so dass durchtrainierte Menschen gewichtiger sind. Somit wird auch der Bauchumfang zur Bestimmung des Normalgewichts hinzugezogen. So gilt ein Umfang von über 80 Zentimetern bei Frauen und 94 Zentimetern bei Männern als erhöhter Risikofaktor für verschiedene Krankheiten.

Ballaststoffe: Die weitgehend unverdaulichen Nährstoffe stecken vor allem in Getreide, Obst und Gemüse. Wie viel Ballaststoffe am Tag im Speiseplan vorkommen sollten, ist umstritten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt aber mindestens 30 Gramm.

Bewegung: Wer nur rumsitzt und still vor sich hin hungert, der wird auf Dauer kaum sein gesundes Idealgewicht erreichen. Darin sind sich die meisten Diäten einig. Denn nur wer sich bewegt, ob man nun aktiv durch den Alltag marschiert oder intensiv Sport macht, kann auch die aufgenommenen Kalorien verbrennen und Nährstoffe verarbeiten.

BMI: Der Body-Mass-Index, kurz BMI, wird errechnet, indem die Körpermasse in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat geteilt wird. Das Normalgewicht wird je nach Alter und Geschlecht zwischen 18 und 25 angesetzt. Dies kann aber nur ein grober Richtwert sein, da weder die Statur noch das Verhältnis zwischen Fett- und Muskelgewebe in die Zahl einfließen.

Bikinifigur: Natürlich passt der Binkini auch dann, wenn der Bauch dick ist. Aber wirklich zeigen mögen den Hüftschwabbel so unbekleidet die meisten Frauen dann doch nicht. Die Bikinifigur meint somit die idealisierte sanduhrförmige Silouette, die Frau auch gerne zur Schau trägt, ohne sich verschämt im Strandhandtuch eingewickelt zu verstecken.

Cholesterin: Lange wurde das Cholesterin verteufelt und das geliebte Frühstücksei deswegen vom Sonntagmorgen verbannt. Inzwischen ist nicht mehr alles schlecht, was den Namen Cholesterin trägt. Dennoch müssen Anhänger von Diäten mit einem hohen Anteil an tierischen Produkten aufpassen, dass der Spiegel im Blut nicht zu sehr nach oben geht, da sonst gefährliche Ablagerungen in den Gefäßen drohen.

Diät-Lebensmittel: Unnütz und völlig überteuert, finden Experten. Nach Jahrzehnten mit Regalen voller Diät-Produkte ist nun bald Schluss. Die teuren Lebensmittel, die sich eher an Diabetiker richten als an Abnehmwillige, haben nämlich oft dieselbe Kalorienmenge und lassen mit zu viel Fruchtzucker und Fetten manchmal sogar die Hüften noch mehr wachsen.

Lesen Sie auf Seite 2, was es mit FDH und Fat Burnern auf sich hat

Eiweiße: Weil Kohlenhydrate und Fette in vielen Diäten als die bösen Dickmacher identifiziert werden, haben Diätfreunde die Eiweiße, auch Proteine genannt, besonders lieb. Die Nährstoffe gehören zu den Grundbausteinen aller Zellen.

Energiedichte: Je mehr Kalorien in einer bestimmte Masse stecken, desto höher ist die Energiedichte. Einige Diäten, etwa die Brigitte-Diät, setzen deshalb beim Speiseplan auf Zutaten mit einer besonders geringen Energiedichte. Dann wird der Magen voll und satt, die Kalorienzahl bleibt aber niedrig.

Essstörung: Die einen essen zu viel, die anderen zu wenig, wieder andere brechen alles gerade noch in sich hinein Gestopfte gleich wieder aus. Mit Essstörungen gehen meist psychosoziale Störungen und die Einstellung zum eigenen Körper einher. Sie können in verschiedensten Formen wie Magersucht oder Ess-Brech-Sucht auftreten.

Fat Burner: Bis durch Sport nicht nur die Kohlenhydratspeicher leer geräumt werden, sondern auch die Fettpolster schmilzen, braucht es eine Menge Schweiß. Damit es etwas schneller geht, gibt es Sportprogramme, deren Übungen speziell das Fettgewebe bearbeiten. Auch bei den Schlankmachern versprechen viele Präparate, sich die Fetteinlagerungen vorzunehmen.

FDH: Hinter den drei Buchstaben verbirgt sich keine ausgeklüngelte Diät mit komplizierter Forschungsgrundlage, sondern die einfache Volksweisheit, dass man abnimmt, wenn man weniger isst. Denn FDH steht für «Friss die Hälfte».

Fett: Der wichtigste Energiespender der Nahrung wird Diätgeplagten oft zum Verhängnis. Wird die Energie nicht gleich verbraucht, landet sie auf den Hüften. Schließlich will der Körper für magere Zeiten hamstern. Doch Fett ist nicht gleich Fett. Ernährungsexperten streiten sich seit Jahren, ob es «gute» und «schlechte» Fett gibt und empfehlen derzeit, eher pflanzliche Öle wie etwa Olivenöl gegenüber tierischen Fetten zu bevorzugen.

Fressattacke: Nicht jedes zügellose Futtern muss gleich krankhaft sein. Aber es kann ein Anzeichen für eine Essstörung sein. Von Fressanfällen spricht man, wenn jemand die bewusste Kontrolle über das Essverhalten verliert.

Glykämischer Index: Wie sich ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel auswirkt, lässt sich mit Hilfe des glykämischen Index (GI) ablesen. Je höher der Wert, desto schneller steigt der Blutzuckerspiegel. Bei Diäten, die dem GI eine ausschlaggebende Rolle zusprechen, gilt: Je geringer, desto langsamer, desto besser. In der Forschung sind der GI und seine Bedeutung umstritten.

Heißhunger: Der Magen kurrt zwar nicht wirklich, aber dennoch wird man das Gefühl nicht los: Es muss sofort Schokolade her! Oder eben eine Currywurst. Oder wonach sonst der plötzlich einsetzende zügellose Appetit schreit. Der Heißhunger kann durch akute Unterzuckerung, aber auch durch Stress oder negative Emotionen ausgelöst werden. Auch Hormone, etwa in der Schwangerschaft, können ganz ungeduldig nach einem Stück Torte schreien lassen.

Lesen Sie auf Seite 3, ob Kalorien nachts die Kleidung enger nähen

Idealgewicht: Was ideal ist, ist recht individuell und kann nicht generell in eine Formel gepresst werden. Gemeint ist aber das gewünschte Gewicht innerhalb des Toleranzbereichs des Normalgewichts. Von dem spricht man wiederum, wenn jemand weder Unter- noch Übergewicht hat.

Jojo-Effekt: Die Diät hat über ein paar Wochen so gut geklappt, die Pfunde sind gepurzelt und die Hose passt wieder. Doch bei der Rückkehr zum Nichtdiät-Alltag klettern die Zahlen auf der Waagenanzeige schnell wieder nach oben. Innerhalb kürzester Zeit ist das alte Gewicht wieder auf den Hüften. Manchmal sogar noch mehr. Wer so ab- und wieder aufspeckt, ist Opfer des sogenannten Jojo-Effekts.

Kalorien: Kalorien sind nicht etwa Tiere, die nachts die Kleidung enger nähen, wie Komiker Mike Krüger einst behauptete. Stattdessen handelt es sich um eine Maßeinheit der Energie. Die Definition: Eine Kalorie (abgekürzt kcal) ist die Wärmemenge, die benötigt wird, um ein Gramm Wasser um ein Kelvin zu erwärmen. Die Energiemenge, die in der Nahrung steckt, und die, die man verbraucht, wird ebenfalls in Kalorien gemessen. Wer abnehmen will, muss somit mehr Kalorien verbrennen als zu sich zu nehmen. Ob durch geringere Kalorienzufuhr oder durch mehr Verbrauch, etwa durch Sport, ist der Abnehmmethode überlassen.

Kohlenhydrate: Sie stellen einen großen Anteil der Nahrung. Zu Kohlenhydraten zählen Einfachzucker (Traubenzucker), Zweifachzucker (Kristallzucker, Malzzucker), Mehrfachzucker und Vielfachzucker (Stärke). Besonders kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel sind Getreideprodukte wie Brot oder Nudel sowie Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Reis.

Leptin: Das Hormon ist der beste Freund im Kampf gegen das Hungergefühl. Leptin hemmt nämlich das kurrende Gefühl in der Magengegend und spielt eine große Rolle beim Fettstoffwechsel. Wer sich Hoffnungen macht, dass Leptin als Appetitszügler vielleicht die Pille zum Idealgewicht wird, der wird enttäuscht. Bisherige Verusche sind gescheitert.

Liposuktion: Es geht auch ohne Hungern und Sport. Man lässt sich das lästige Fett einfach absaugen. Aber Vorsicht: Die Schönheitsoperation ist mit Schmerzen verbunden und trägt Risiken wie Infektionen oder Blutungen in sich. Auch kann der Körper das entfernte Fettgewebe schnell wieder aufbauen, denn der Eingriff ersetzt nicht eine gesunde Ernährung.

Metabolisches Syndrom: Übergewicht, Störungen des Fettstoffwechsel, Bluthochdruck sowie Insulinresistenz – diese Faktoren machen das «Tödliche Quartett» aus, das man auch Metabolisches Sydrom nennt. Treffen die Faktoren zusammen, erhöht sich das Risiko für Arteriosklerose oder andere Gefäßerkrankungen.

Nahrungsergänzungsmittel: Wenn der Speiseplan nicht reicht, um den Körper mit allen nötigen Mineralstoffen und Vitaminen zu versorgen, dann wird gerne zu Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen. Wie sinnvoll das ist, darüber wird gerne gestritten. So hält das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) diese Pillen und Pülverchen für gesunde Menschen, die sich normal ernähren, für überflüssig, während die Harvard School of Public Health eine tägliche Multivitamintablette immer befürwortet.

Nährstoffe: Zu den Nährstoffen zählen Kohlenhydrate, Fette, Proteine, Vitamine und Mineralstoffe.

Obst: Weil das meiste Obst eine niedrige Energiedichte hat und voller Vitamine steckt, gehört es bei vielen Diäten zur Grundausstattung. Und das oft in großen Mengen.

Lesen Sie auf Seite 4, ab wann man von Übergewicht spricht

Pfunde: Obwohl das Gewicht meist in Kilogramm gemessen wird und Pfund als veralteter Begriff gilt, purzeln bei einer erfolgreichen Diät im Volksmund meist die Pfunde und nicht die Kilos. Das Pfund ist eine alte Gewichtsmasseinheit und steht für 500 Gramm.

Rohkost: Was alles zur Rohkost zählt, darüber sind sich Ernährungsexperten nicht ganz einig. Streng genommen gilt alles als Rohkost, was ohne vorherige Hitzebehandlung gegessen wird. Hauptelemente der Rohkost sind Obst, Gemüse und essbares Blattgrün sowie Nüsse, Samen und Pilze. Einige Interpretationen von Rohkost lassen aber auch Lebensmittel zu, die durch eine gewissen Hitzezufuhr behandelt werden, wie etwa Trockenfrüchte, kaltgeräucherter Fisch oder Schleuderhonig.

Schlankmacher: Ob Pille oder Pülverchen – sie versprechen alle dasselbe: Enormer Gewichtsverlust in kurzer Zeit. Und das am besten, ohne zu hungern. Sicherlich sind Diäten mit aufwendigem Kochen, schmerzhaftem Verzicht und schweißtreibendem Sport anstrengend. Aber viele teure Schlankmacher sind nutzlos und einige sogar gefährlich.

Süßstoff: Die synthetisch hergestellen oder auch natürlich vorkommenden Ersatzstoffe für Zucker werden gerne in Diät-Lebensmitteln eingesetzt. Ihre Vorteile: Sie haben eine vielfache Süßkraft im Vergleich zu Zucker und schlagen auf dem Kalorienkonto gar nicht oder nur sehr gering zu Buche. Eigentlich ideal für Abspeckwillige. Allerdings wird einigen Stoffen nachgesagt, dass sie Krebs erzeugen könnten. Ob Süßstoffe beim Abnehmen helfen oder sogar noch zur Gewichtszunahme führen, ist nicht geklärt.

Trennkost: Der Mediziner William Howard Hay war davon überzeugt, dass eiweißhaltige und kohlenhydrathaltige Lebensmittel nicht gleichzeitig verdaut werden können. Seine Konsequenz: Das Essen wird getrennt. Die ursprüngliche Theorie wurde inzwischen widerlegt, aber zu neuen Varianten weiterentwickelt.

Übergewicht: Von Übergewicht spricht man generell, wenn der BMI die magische Zahl 25 überschreitet. Allerdings variiert der Wert je nach Alter, Geschlecht, aber auch durch das Verhältnis von Fett- und Muskelgewebe.

Vitamine: Sind Stoffe, die der Körper zum Teil selbst herstellen kann, aber auch über die Nahrung aufnehmen muss. Besteht ein Mangel, dann kann dies gesundheitliche Folgen haben. Viele gute Diäten werden so aufgebaut, dass trotz geringerer Energieaufnahme durch die Nahrung dennoch kein Vitaminmangel entsteht. Diäten, die zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen müssen, sind eher mit Vorsicht zu genießen.

Vollwert: Wie der Name schon sagt: Es geht um den vollen Wert. Und das von Nahrungsmitteln. Wer sich also vollwertig ernähren will, der greift zu frischen und unbehandelten Produkten wie etwa Vollkornbrot oder Obst und Gemüse aus der Region. Vollwert gilt als besonders gesund. Aber Vorsicht: Den Vollkornbrot hat wesentlich mehr Kalorien als etwa ein weißes Brötchen, dem aber wiederum viele wertvolle Nährwerte fehlen.

Waage: Die Waage kann sowohl niederschmetternde als auch höchsterfreuliche Nachrichten im Zuge einer Diät mitteilen. Vor allem ist sie aber das Gerät, dass einem schonungslos anzeigt, wie viel man wiegt.

Weight Watchers: Die US-Firma Weight Watchers (zu deutsch Gewichtsbeobachter) wurde 1963 gegründet. In dem Abnehmkonzept werden Lebensmitteln Punktewerte zugeordnet, die sich aus unterschiedlichen Faktoren wie Kalorien, aber auch der Zusammensetzung berechnen. Abspecken kann man alleine oder in Gruppen, die sich auch in ganz Deutschland regelmäßig treffen.

Zucker: Oh süße Sünde. Besonders zuckrige Süßigkeiten gelten als Dickmacher und werden aus den meisten Diäten strikt verbannt. Auch wenn es verschiedene Zuckerarten, wie etwa Traubenzucker, Fruchtzucker oder Milchzucker, gibt, und Zucker eigentlich ein Sammelbegriff ist, ist damit doch meist Saccharose gemeint. Ein Zweifachzucker aus Glukose und Fruktose, der meist in Form von Kristallhaushaltszucker im Essen landet.

iwi/news.de
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Silke
  • Kommentar 1
  • 09.01.2010 15:42
 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass H-Milch "pappsatt" macht. Alsso kann diese auch als Appetitzügler verwendet werden. (Fettstufe 1,5%) Am besten vor der Abendessenszeit. Zur Nacht schlagen ja bekanntlich die Kalorien zu Buche.

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