Fr., 10.02.12

Psychologe Deutsche jammern viel zu leise

Artikel vom 02.01.2010

Kein anderes Volk in Deutschland jammert so sehr wie die Deutschen. Das bestätigt sogar eine Studie der EU. Doch warum jammern Menschen eigentlich? Und vor allem: Hilft es etwas?

Immer ich. Draußen ist es zu heiß, drinnen zu kalt. Mein Chef versteht mich nicht. Mein Partner erst recht nicht. Niemand liebt mich. Ich verdiene zu wenig. Nie habe ich Glück. Schuld an allem sind meine Eltern. Undsoweiterundsoweiter. Gejammert werden kann immer.

Und wir Deutschen sind laut einer europaweiten Studie der EU-Kommission darin sogar Europameister. In einer Umfrage mit 25.000 EU-Bürgern kam heraus, dass in keinem anderen europäischen Land die Bürger ihre Zukunft so pessimistisch sehen wie in Deutschland. Fast 70 Prozent der Deutschen sind danach der Annahme, dass sie in 20 Jahren schlechter gestellt sein werden als heute. Esten und Iren sind dagegen viel optimistischer gestimmt. In beiden Ländern sehen mehr als zwei Drittel der Befragten die Zukunft rosig. 

Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat es schon vor langer Zeit gewusst. 2003 warf er den Deutschen vor, verwöhnt zu sein und zu viel zu jammern. Die Deutschen seien nach dem erstaunlichen Wiederaufbau nach dem Krieg und dem Ausbau der Wohlfahrtsstaates verwöhnt worden und hätten bis nach der Wiedervereinigung geglaubt, das ginge immer so weiter, sagte Schmidt.

Im angelsächsischen Raum macht man sich sogar lustig über die Deutschen und ihre «German Angst». Es gibt ein Buch darüber und sogar eine Website www.jammern.de. Und Wissenschaftler beschäftigen sich mit dieser «Macke» der Deutschen. Einer davon ist Professor Rolf Haubl vom Institut für Soziologie und Psychoanalytische Sozialpsychologie an der Universität Frankfurt, der verschiedene Jammertechniken ausgemacht hat. Da gibt es zum Beispiel das Jammern, wenn Schmerzen oder andere Unannehmlichkeiten erwartet werden.

Manche Menschen jammern wegen der kleinsten Kleinigkeit. Damit wollen sie eigentlich sagen: «Ich brauche Zuwendung», «Tröste mich» oder «Ich bin schwach, deshalb musst du stark sein». Manche Menschen benutzen das Jammern wegen des schönen Gemeinschaftsgefühls, für andere ist es reiner Selbstschutz. Wer zum Beispiel um sein gutes Gehalt beneidet wird, erzählt vorsichtshalber gleich von der vielen Arbeit. So sollen der Neid des Anderen in Grenzen gehalten und unangenehme Reaktionen vermieden werden.

Deutsche jammern leise, Südeuropäer klagen theatralisch

In Deutschland wird zwar gerne gejammert, jedoch meist nicht laut geklagt. Denn das ist nicht gut angesehen. In Südeuropa etwa ist das anders. «Wenn zum Beispiel in der Türkei jemand stirbt, ist das Klagen laut und theatralisch», erzählt der Psychologe Michael Schellberg aus Hamburg. Dieses laute Klagen hat durchaus seine Vorteile, denn es entlastet.

Dagegen hat das leise Herumjammern in der Regel nur Nachteile. Das Problem wird nicht gelöst, der Jammerer zieht sich selbst mit seinen düsteren Gedanken immer weiter nach unten. So wirkt er nicht sehr anziehend auf seine Umgebung - das ist noch ein weiterer Grund, um frustriert zu sein. Wer ständig nur jammert, aber nichts ändert, bekommt auf längere Sicht auch nicht mehr die gewünschte Zusatzportion Zuwendung, sondern gar keine mehr. Denn Jammerer frustrieren auch ihre Mitmenschen - diese ziehen sich zurück.

Bei Paaren ist so etwas oft der Anfang vom Ende. Auch in Beziehungen sind Jammereien meistens gut verschlüsselte Botschaften. So kann zum Beispiel ihr Satz «Immer musst du ständig unterwegs sein» auch heißen «Ich möchte mit dir alleine Zeit verbringen». Weil sie das aber nicht so sagt, versteht er es nicht, sondern reagiert vielleicht sogar unwirsch. Und schon hat sie noch mehr Grund zum Jammern.

Doch die Jammerer haben meist eine Gemeinsamkeit: Eigentlich wollen sie gar nichts ändern. «Wer sich gemütlich festjammert, braucht nichts zu ändern und vermeidet die Selbstkonfrontation», sagt die ehemalige Studienrätin Ute Lauterbach aus Altenkirchen (Rheinland-Pfalz). Ihre Technik: Das Selbstmitleid und den Jammeranlass völlig unverhältnismäßig übertreiben, bis beides nicht mehr richtig ernst genommen werden kann. Die Perspektive wechseln, das Geschehen leichter nehmen und schließlich vielleicht sogar den Vor- im vermeintlichen Nachteil sehen - so lautet das Rezept.

In der Öffentlichkeit jammern meistens Frauen mehr als Männer. «Sie haben einfach eine größere Selbstenthüllungsbereitschaft», sagt Haubl. Frauen erzählen gerne, wie schlecht es ihnen geht, und das in alle Richtungen. Männer sind da deutlich zurückhaltender. Gegenüber anderen Männern ist für sie Jammern meist ein Tabu. Sie jammern lieber zu Hause bei ihrer Mutter oder bei ihrer Frau, im Krankenhaus kann es auch gerne eine Krankenschwester sein.

Der richtige Umgang mit Dauer-Jammerern

Wenn das Jammern nicht uferlos wird, kann es sogar nützlich sein. Es kann Wünsche aufdecken und Grenzen bewusst machen. Schellberg rät zum Beispiel, sich einen festen Zeitrahmen für das Klagen zu setzen und sein Gegenüber etwa mit dem Satz «Ich muss jetzt mal jammern» vorzubereiten. Dann wird sich alles von der Seele geredet und schließlich überlegt, ob und wie sich das Problem lösen lässt. So kann Jammern auch ein Weg zur Selbsterkenntnis sein.

Der Weg führt von «Ich will so nicht sein» zu «Ach, so bin ich», beschreibt es Autorin Lauterbach. Auch der Mediziner und Kabarettist Eckart von Hirschhausen hat sich mit dem Jammern beschäftigt. Er empfiehlt etwas Ähnliches wie Lauterbach: seinen eigenen Jammersätzen genau zuhören, sie kennenlernen und mit der Zeit immer öfter überhören.

Menschen, die viel jammern, haben oft kein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Sie haben sich in einer Opferrolle eingerichtet und neigen Psychologen zufolge zu einem passiv-aggressivem Verhalten. So sabotieren sie zum Beispiel bei der Arbeit oder zu Hause ihre Mitmenschen, indem sie etwa das Einkaufen «vergessen» oder der gewünschte Anruf «heute leider nicht geklappt hat». Dauer-Jammerern begegnet man daher am besten mit konkreten Nachfragen. «Woran hat es denn gelegen, dass es nicht geklappt hat?» gehört zum Beispiel dazu oder «Was würdest du denn tun, wenn es genau so wäre, wie du es dir wünschst?»

car/news.de
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Psychologe: Deutsche jammern viel zu leise » Gesundheit » Nachrichten

URL : http://www.news.de/gesundheit/855038605/deutsche-jammern-viel-zu-leise/1/
Schlagworte:
Ach, Ähnliches, Altbundeskanzler, Altenkirchen, Andreas Schmidt, Anfang, Anruf, Arbeit, August Macke, Autorin, Beispiel, Belgien Glück, Benutzen, Bestätigt, Bewusst, Beziehungen, Botschaften, Brauche, Buch, Bürger Hacker, Bürger Sportler, Deutsche, Deutschland, Drinnen, Eckart Witzigmann, Einkaufen, Entlastet, Ernst Bach, Ernst Lieb, Ernst Ludwig, Ernst May, Ernst Mosch, Ernst Moschs, Erzählt, Esten, EU-Bürgern, Europameister, Fábio Guimarães, Festen, Frank Volk, Frankfurt, Frauen, Frustriert, Führt, Gedanken, Gegenüber, Gehalt, Gemeinsamkeit, Geschehen, Ginge, Grenzen, Größere, Grund, Hamburg, Haubl, Hause, Heiß, Helmut Geier, Helmut Hack, Helmut Kiener, Helmut Klemme, Helmut Kohls, Helmut Marko, Helmut Schröder, Helmut Tschiersky-Schöneburg, Henning Bürger, Hirschhausen, Hobby Grenzen, Institut, Iren Billy, Iren Colin, Iren Daniel, Iren Matthew, Jammerer, Jammern, Jammert, Josef Ernst, Kabarettist, Kaffee Deutschland, Karl Lauterbach, Klagen, Klaus Ernst, Kleinigkeit, Kleinsten, Kraft Beziehungen, Krankenhaus, Krankenschwester, Land Menschen, Land Rheinland-Pfalz, Lauterbach, Lautet, Lena Schmidt, Lund Universität, Lustig, Mads Langer, Männer, Männern, Markus Schmidt, Max Ernst, Mediziner, Meistens, Menschen, Michael Langer, Mitmenschen, Mutter, Nachfragen, Nachteil, Nachteile, Neid, Neigen, Öffentlichkeit, Optimistischer, Paaren, Perspektive, Peta Deutschland, Pío Unterwegs, Problem, Prof, Psychologe, Psychologen, Raum Athen, Raum Cleveland, Raum Danzig, Raum Frankfurt, Raum Halle, Raum LEL, Raum San, Raum Strategien, Raum Vechta, Raum Zugesagt, Reaktionen, Regel, Reiner Deutschmann, Reiner Witte, Renate Schmidt, Rezept, Rheinland-Pfalz, Richards Mutter, Richtungen, Rita Ernst, Rolf Aldag, Rolf Allerdissen, Rolf Beck, Rolf Becker, Rolf Boysen, Rolf Bürkl, Rolf Gerlach, Rolf Hagemann, Rolf Hermann, Rolf Herzog, Rolf Heyne, Rolf Hirsch, Rolf Hocke, Rolf Lamprecht, Rolf Langhammer, Rolf Martin, Rolf Miller, Rolf Schnellecke, Rolf Zacher, Satz, Schellberg, Schlecht, Schmerzen, Schwach, Seele, Selbstbewusstsein, Selbsterkenntnis, Selbstmitleid, Selbstschutz, Sicht, Soziologie, Stephanie Bürger, Stirbt, Südeuropa, Sylvia Neid, Tabu, Team Deutschland, Technik, Thema, Türkei, Überlegt, Übertreiben, Umgang, Umgebung, Unangenehme, Unannehmlichkeiten, Universität, Unterwegs, Uslu Türkei, Ute Bitter, Ute Latza, Ute Lemper, Ute Repschläger, Ute Schäfer, Verhalten, Vermeidet, Vermieden, Verschiedene, Versteht, Volk William, Vorsichtshalber, Vorteile, Warf, Wechseln, Woran, Wünsche, Würdest, Zeit, Zeitrahmen, Zuhören, Zuwendung,
Leserkommentare (30)
  • Kommentar: 30
  • 01.10.2010 05:44
von
hpklimbim

Das Jammern in diesem Land kann man als die bewusste Veröffentlich der ausgelassenen eigenen Möglichkeiten beschreiben. Und dafür auch noch eine Runde Mitleid???

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  • Kommentar: 29
  • 14.01.2010 18:59
von
Kritikosos

Jammern als Ausdruck der Hilflosigkeit ist in deutschen landen deshalb so beliebt weil der Deutsche immer als Untertan sich sah, der kleine hatte nämlich nichts anderes in seiner Birne als zu den hohen Herren auf zu schauen wenn er dies nicht machte oder sich selbstbewusst zeigte bekam er eins über die Rübe und er jammerte dann leise über sein erfahrenes Unglück, Hilfe wurde nicht gewährt siehe Arnold Müller unter Friedrich 1771 oder Eric Charell 1933.

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  • Kommentar: 28
  • 08.01.2010 11:01
von
ragnaroekr
Antwort auf Kommentar 23

Der Irrtum ist: Politiker bestimmen ihr Gehalt selbst! Ist dies richtig oder falsch? Ist es richtig, stellt sich die Frage, warum machen das nicht alle? Man kann nämlich gar nicht genug verdienen. Warum sollte man Obdachlosen helfen? Was leisten diese Leute für unsere Gesellschaft? Wenn Lowas mit ihrem Schicksal hadern, dann sollen sie es ändern und nicht auf Almosen anderer warten. Im Übrigen passt der Lebensstil von Obdachlosen nicht zu einer Hausgemeinschaft mit Wohnkultur. Durch den Einzug von Obdachlosen in eine Hausgemeinschaft, würde diese obdachlos werden. Politiker jammern selten.

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  • Kommentar: 27
  • 07.01.2010 23:10
von
viech666

wer jammert, ist natürlich nicht zufrieden. Solange jeder für sich jammert, wird sich auch nichts ändern. Wenn aber plötzlich alle gemeinsam jammern und im selben Ton, dann könnte das durchaus einen Orkan entfesseln. Die Mauern von Jericho wurden auch durch Schwingungen der Schallwellen zum Einsturz gebracht ;) Also nicht den Jammernden den Mund verbieten, sondern sie ernst nehmen!

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  • Kommentar: 26
  • 05.01.2010 16:06
von
ragnaroekr
Antwort auf Kommentar 25

Und warum machts keiner? Jeder wählt den Jammer und ist damit zumeist zufrieden.

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  • Kommentar: 25
  • 04.01.2010 22:31
von
tanja
Antwort auf Kommentar 22

o wie recht du doch hast!!!

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  • Kommentar: 24
  • 04.01.2010 21:41
von
kragenechse

@17 Thomas F Ich denke ihre knappe Beschreibung hat den Nagel auf den Kopf und den Kern der Sache getroffen. Jammerer wollen nichts ändern, sie wollen nur ihre eigene Trägheit kaschieren und in ihrem belanglosen Leben was zum quatschen haben. Und das betrifft doch bei weitem nicht nur die Politik, das Jammergeschwür bezieht doch alle Lebensbereich mit ein. Ein Beispiel: Alle jammern weil sie "weisse Weihnachten" haben wollen (warum eigentlich???). Und wenn es dann schneit, versinkt Deutschland im "Winterchaos"... Lächerlich!

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  • Kommentar: 23
  • 04.01.2010 10:23
von
Ein Jammerer

So ein Kommentar wie unser "Altkanzler" abgegeben hat kann auch nur einem reichen, verwöhnten Ex-Politiker oder noch Politiker einfallen. Könnte ich mein Gehalt selbst bestimmen dann würde ich auch so Kommentare verstehen. Politiker werden überbezahlt und bei den Pensionen übervorteilt. Würde man den Politikern 50% ihrer Einnahmen (restl. 50% reichen zum überleben)wegnehmen und damit unsere Obdachlosen versorgen dann hätten wir keine Obdachlosen mehr.

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  • Kommentar: 22
  • 03.01.2010 18:20
von
eberhard schneider
Antwort auf Kommentar 17

Die Politiker sollen doch froh sein das wir nur jammern.Andere Völker die so verarscht werden wie wir jagen diese Brut in die Wüste

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  • Kommentar: 21
  • 03.01.2010 17:38
von
hpklimbim

Gemeint im Beitag Nr. 20 war nicht der Rechtsstand, sondern der Rechtsstaat. Wer befreit diesen Staat aus der Teufelszange Kapital, Juristen und Beamten???

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  • Kommentar: 20
  • 03.01.2010 17:29
von
hpklimbim
Antwort auf Kommentar 19

Einhergehend mit der Umverteilung von Wirtschaftsgütern läuft ganz gezielt die fortschreitende Entmündigung der Bürger. Wer die Wahrheit sagt über wirtschaftliche und gesellschaftliche Mißstände, läuft wieder Gefahr, regelrecht abgeurteilt zu werden. Jegliche Kritik am System ist nicht erwünscht und wird schon im Ansatz unterdrückt, man lässt den Rechtsstand zum Wohle des Besitzstands systematisch untergehen. Hier dürfte wohl auch der Grund zu suchen sein, warum die letzten Bundestagswahlen unter internationaler Beobachtung standen. Bleibt wirklich nur jammern???? Irgenwie stillos.

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  • Kommentar: 19
  • 03.01.2010 16:03
von
Thomas F

Die Deutschen über einem Alter von 60 Jahren sind dazu erzogen worden, wie beim Roman 1984 obrigkeitshörig zu sein. Damit aber wenigstens der Anschein von Demokratie gewahrt bleibt (dass die Bürger etwas am Staat mit entscheiden dürfen), können sie meckern und jammern, solange sie nichts ändern wollen. Politker wie Schäuble haben erkannt, dass diese Allmacht durch das Internet und den freien Austausch von "gefährlichem Gedankengut" gefährdet ist. Und so unternehmen sie etwas dagegen, wie wir alle sehen: Zensur, Überwachung, Zwangsmaßnahmen etc.

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  • Kommentar: 18
  • 03.01.2010 15:56
von
Hermann Huber
Antwort auf Kommentar 16

Lange Rede - kurzer Sinn, der Puschkin-Abkömmling liegt also total richtig? Vielleicht ist es ja so, daß man schneller jammern sollte, ich meine das nicht. Man sieht auch, daß sich viele Menschen hier nicht mit Gemaule aufhalten sondern zulangen und weitertun. Die erbärmlichen Jammerer sind die Erfinder der "Deuschen Jammerei", wohl nach dem Motto "Haltet den Dieb"

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  • Kommentar: 17
  • 03.01.2010 15:54
von
Thomas F

Die Leute jammern, um nichts tun zu müssen, aber mitgeheult zu haben. Ich habe vor einigen Jahren versucht, die Bewohner des Ortskerns zu mobilisieren, als die Gemeinde gravierende und sehr teure Umbaumaßnahmen plante. Alle jammerten auf der Straße, wenn sie einen Nachbarn trafen, dass sie das nicht wollen. Aber NIEMAND wollte sich wirklich gegen die Gemeinde erheben. "Man kann ja doch nichts tun." war die allgemeine Aussage. So blieb ich mit meiner Familie als einziger übrig, der sich offiziell beschwerte und natürlich nicht ernst genommen wurde. Und sie jammern immer noch...

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  • Kommentar: 16
  • 03.01.2010 14:20
von
ragnaroekr

Gerade die Kommentare von Lichtblick, H.Huber und hpklimbim machen betroffen. Im Grunde geht es um die Zerstörung des Bewusstseins der Deutschen. Niemand kann sich hier zu Lande mit sich und andern identifizieren, weil das politisch stört. Jammern gehört zum politischen Ausspielen gegen die Rolle von anderen, Beisp.: Mann gegen Frau oder Ost gegen West. Vielleicht ist dieses Gemeinwesen sich selbst überdrüssig und lässt seine Zerstörung von außen oder innen zu. Eine Psychologen würde ich allerdings nicht zu Rate ziehen, denn der ist für Normalzustände (Identifikationen) nicht zuständig.

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  • Kommentar: 15
  • 03.01.2010 09:29
von
hpklimbim

Man jammert lieber, als eine Sache in die Hand zu nehmen, und wenigstens den Versuch zu unternehmen, etwas zu ändern. Nach 60 Jahren Umverteilung von Kaufkraft durch die Sozialsysteme sind die Deutschen vor allem eines geworden - Denkfaul. Und jammern ist nichts anderes als die verbale Verlängerung der Denkfaulheit. Bei dem, was hierzulande politisch und sozial da mitunter so abläuft, würde es im Ausland schon lichterloh brennen - siehe Frankreich und Griechenland. Genau daran fehlt es. Änderungen sind kaum in Sicht, man jammert auch zum Zwecke der eigenen Denkfaulheit lieber weiter.

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  • Kommentar: 14
  • 03.01.2010 04:39
von
KirilaPetrowitsch

Man kann garnicht mehr so schnell jammern, wie sich die Lebensverhältnisse für den kleinen Mann in Deutschland verschlechtern.

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  • Kommentar: 13
  • 02.01.2010 20:34
von
Hermann Huber
Antwort auf Kommentar 9

"Menschen, die viel jammern, haben oft kein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Sie haben sich in einer Opferrolle eingerichtet und neigen Psychologen zufolge zu einem passiv-aggressivem Verhalten." Das hört sich für mich aber wirklich nicht recht deutsch an, da kenne ich aber andere Völker die weit mehr jeiern, allerdings lauter und aggressiver und haben dabei noch ein übersteigertes Selbstbewußtsein bis zum Gefühl der Überlegenheit durch Auserwähltheit! Aber vielleicht ist das ja wieder Überkompensierung des Minderwertigkeitsgefühls, Psycholog' müßt man sein.

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  • Kommentar: 12
  • 02.01.2010 19:40
von
lichtblick

Bin überrascht, hier dieses Thema zu finden. Sind doch die Medien meist Themenbefohlen. Uns in Deutschland geht es immmer NOCH gut. Dennoch darf man sich die Frage stellen, ist aus dem einstigen Dichter und Denker Land nicht ein schlaffer und geistig abgeflachter Landstrich geworden. Und wer ist dafür verantwortlich? Wir wurden einst und werden heute noch, kollektiv zu Kriegsanzettlern verurteilt. Mit der Folge das jeder der stolz auf die Nationalität ist oder eine Meinung hat die nicht ins gestrickte Muster passt, schnell links oder recht eingeordnet wird. Das macht viele mundtot und tatenlos.

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  • Kommentar: 11
  • 02.01.2010 17:45
von
Maier

Zum Jammern Es ist bekannt, daß die Sudetendeutschen als Jammerlappen bekannt sind. Aber das kann man nicht auf ganz Deutschland übertragen. Schaut Euch einmal um ob das nicht stimmt.

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  • Kommentar: 10
  • 02.01.2010 17:40
von
Ernst Hart

Man sagt offen seine Meinung und versucht diese durchzusetzen. Dass das schwieriger ist als vor sich her zu jammern ist klar. Leider gibt es zu viele die nur leise vor sich her jammern. Diese haben bestimmt voll gefüllte "Bäuche" und frönen einen Unter-tanenkult. Nach oben ducksen und nach unten treten, das ist der Lieblngssport diser angepassten Spießer.

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  • Kommentar: 9
  • 02.01.2010 17:26
von
Michel1966

Eigendlich sollten die meisten Leute in Deutschland zufrieden sein mit dem, was sie haben. Aber wie das so ist: Der Mensch ist gierig und grundsätzlich unzufrieden - besonders der Deutsche. Da sind die Menschen in den armen Ländern irgendwie glücklicher und zufriedener, auch wenn sie nichts haben.

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  • Kommentar: 8
  • 02.01.2010 17:22
von
Michel1966
Antwort auf Kommentar 6

@ Angelika53 Nur weil in dem Atzikel zwei Druckfehler sind, ist er nicht blödsinnig. Wie man aus dem Artikel erkennt, müsste der Titel so heißen: Kein anderes Volk in Europa jammert so sehr ... Ach ja - Redaktion: Helmut Shcmidt (ist falsch geschrieben)

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  • Kommentar: 7
  • 02.01.2010 16:51
von
ragnaroekr

Ein Volk, das sich von der Politik alles vorsagen lässt, hat Grund zum Jammern. Ja, die Türkei liegt in Europa, wie auch die Ukraine. Der Klimawandel diktiert den ärmlichen Lebensstil, macht zum devoten Vegetarier und führt das Verschmutzungsrecht ein. Mann, Frau und Kinder werden gegeneinander ausgespielt, jeder für sich übt eine dreckige Rolle gegen und in der Familie aus. Und die Rentenformel interessiert schon mit zwanzig. Ozon- und Blütenpollenwarnungen füllen die Nachrichten. Und wählen geht man, um mit der Stimmabgabe stimmlos zu werden. R fordert: die Bereitschaft zum Stolz.

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  • Kommentar: 6
  • 02.01.2010 16:50
von
Angelika53

.... ein blödsinniger Artikel. Wieviel Völker leben eigentlich ausser den Deutschen noch in Deutschland? Und natürlich haben all die anderen Völker in Deutschland was zu lachen.

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  • Kommentar: 5
  • 02.01.2010 16:07
von
Göttlicher Wind

Ich habe 1989 miterlebt, als ein Mist friedlich beseitigt wurde und ich hoffe ich lebe noch lange genug um die friedliche Beseitigung der anderen Geisteskrankheit zu erleben. Und richtig: Wann schlägt das Jammern in Handeln um? Übrigens, seit wann liegt die Türkei in Südeuropa. Ist das jetzt die politische korrekte, georaphische Zuordnung für ein asiatisches Land? Angst vor der Nazikeule der politisch Korrekten sind wohl eher der Grund für mangeldes Engagement! Irgendwelche linke Sozialpädagogen brauchen mir nicht die Welt zu erklären! Veilleicht klappt´s ja im neuen Jahr mit dem fundamentalen Umbruch?

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  • Kommentar: 4
  • 02.01.2010 14:35
von
ulipolarbaer

Wir jammern zwar viel und leise aber auch auf sehr hohem Niveau. Statt etwas zu ändern wird lieber am Stammtisch gemault.

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  • Kommentar: 3
  • 02.01.2010 14:20
von
viech666

ist doch logisch daß Esten und Iren nicht jammern. Estland ist ein Entwicklungsland, da kanns nur aufwärts gehen, und die Iren haben in ihrem Land noch was zu melden.Sie dürfen darüber abstimmen, wie sich die Regierung bei wichtigen Entscheidungen (zB EU) verhalten soll. Sie können daher ihre Wirtschaft sozialer gestalten. Niemand sollte uns unseren Frust übelnehmen oder sich darüber lustig machen. Schließlich wurde uns immer nur viel versprochen wenn wir uns fügen und verzichten (auf Geld, auf Rechte, auf Sicherheiten), aber die dadurch erwirtschafteten Gewinne kamen nie bei uns an.

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  • Kommentar: 2
  • 02.01.2010 14:07
von
ragnaroekr

Dimmu hat Recht, die Deutschen sind selbstverlorene Melancholiker und im Grenzfall wegen Lethargie nicht einmal mehr zum Jammern fähig. Daher habt ihr auch eine Nummer bekommen, die euch zeigt, welche Würde ihr habt. ragnaroekr hat seine Nummer zurück geschickt, zu seiner Entlastung. Es gilt: Lehrt den Politikern Mores. Grabt Eure Kriegbeilchen aus, wenn ihr bürokratisch verkackeiert werdet. Macht´s so wie ich: Wer sich mit euch anlegt, muss seinen Meister kennen lernen. Kämpft auch für andere, seid vorbildlich im Kampfe: Freiheit ist soziale Sinngebung. Kämpft um menschlichen Sinn.

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  • Kommentar: 1
  • 02.01.2010 12:51
von
Dimmu

Völlig richtig, wir jammern zuviel und tun zu wenig.Die Konsequenz daraus kann nur heißen : Hört mit dem Jammern auf, werdet aktiv, kämpft, macht kaputt was euch kaputt macht. Lernt von den Franzosen, wie man das macht ! Machen wir uns lieber Gedanken, warum es so ist, wie es ist. Geht nicht mehr erst zum Ordnungsamt, wenn ihr demonstrieren wollt. Uns fehlt der Mut zum Widerstand. Statt frustriert in der Ecke zu sitzen sollten wir es laut deutlich machen, was uns nicht passt. Und nicht alles den Anderen überlassen, selbst aktiv werden, nicht so feige sein !

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