So., 12.02.12

Unerfreuliche Geschenke Minenfeld mit Schleifchen

Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager

Artikel vom 24.12.2009

Es herrscht riesige Vorfreude, die Kinder rätseln aufgeregt, was sich wohl hinter den bunten Papieren verbergen könnte. Doch dann: lange Gesichter. News.de erklärt, warum unpassende Geschenke so enttäuschen und wie man sich am besten verhält.

Der falsche Pulli oder die hässlich gestreifte Krawatte haben einen solch emotionalen Einfluss, weil sie eben Geschenke und nicht nur Gegenstände sind, erklärt die Psychologin Gerhild von Müller. «Geschenkrituale sind bedeutungsbeladene Gesten. In jeder Kultur. «Das Austauschen von Geschenken hat immer eine symbolische Bedeutung und kennzeichnet soziale Beziehungen», sagt die Psychologin. 

In den Familien habe das Schenken zu Weihnachten den Sinn, den Zusammenhalt zu festigen und dem anderen zu bekunden: «Du bist mir wichtig, ich möchte, dass du dich freust». Damit widme der Schenker dem Beschenkten Aufmerksamkeit. Das eigentliche Geschenk ist nicht der materielle Wert, sondern die Gedanken, die man sich beim Aussuchen gemacht hat, die Zeit, die investiert wurde sowie das Signal, dass man dem anderen zuvor zugehört hat und ihn kennt.

Steckt in dem Geschenkpapier aber die Bitterschokolade, die man noch nie leiden konnte, dann macht sich Enttäuschung breit. «Man bekommt den Eindruck, der Schenker hat sich keine Mühe gegeben», so von Müller. Das gilt auch dann, wenn man einen ganz konkreten Wunsch geäußert hat und unter dem Baum landet etwas ganz anderes. Dann besteht der Verdacht, dass einem noch nicht einmal zugehört wurde. «Die Enttäuschung bezieht sich immer auf die mangelnde Aufmerksamkeit», betont von Müller. Der Rückschluss: «Mit der Wertschätzung meiner Person ist es auch nicht weit her.»

Große Toleranz bei Kollegen

Dabei spielt es eine große Rolle, wer daneben greift. Während die Kollegen oder eine Tante, die man nur zu Feiertagen sieht, sich durchaus in einem ganz großen Toleranzbereich befindet und das Schenken an sich Aufmerksamkeit genug ist, nimmt man dem Lebenspartner, den Eltern oder der besten Freundin die mangelnde Treffsicherheit durchaus übel.

Aber nicht nur Unaufmerksamkeit kann zur tiefen Sinnkrise führen. Zu ebenfalls schlimmen Fehlgriffen gehören pädagogische Geschenke. «Wenn die Eltern auch nach Jahren noch versuchen den Nachwuchs mit den Gaben unterm Baum - etwa mit dicken Büchern als Maßnahme gegen schlechte Noten - zu erziehen, dann ist das ganz furchtbar», sagt von Müller. Aber auch Kinder sollten es tunlichst vermeiden, ihren Eltern mit erzieherischen Maßnahmen, wie etwa einem Computerkurs bei der Volkshochschule zu kommen, nur weil sie möchten, dass die ältere Generation endlich das Internet für sich entdeckt. «Weihnachten ist die falsche Gelegenheit», warnt von Müller.

Praktisch ist nicht gleich gut

Auch ganz praktische Gaben, wie etwa die neuen Socken, gehören zum Repertoire der Geschenke, die kaum ein Strahlen auf das Gesicht des Beschenkten zaubern können. «Das wird als lieblos empfunden, wenn etwas zum Geschenk erklärt wird, was sowieso angeschafft hätte werden müssen», weiß die Psychologin.

Liegt ein guter Freund oder die Mutter normalerweise immer richtig oder hat in der Vergangenheit mal mit einem Traumgeschenk inklusive Überraschungseffekt so richtig ins Schwarze getroffen, dann ist ein Fehlgriff durchaus verzeihlich und bedarf keines großen Aufhebens. Ein bisschen Freude heucheln tut dann keinem weh und bereitet dem Schenker Freude.

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Unerfreuliche Geschenke: Minenfeld mit Schleifchen » Gesundheit » Nachrichten

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Leserkommentare (3)
  • Kommentar: 3
  • 27.12.2011 13:03
von
Ulla

Und was ist dein Defekt? Wieder so einer, der mit seinem angelesenen pseudointellktuellem Geschwafel aus Sicht eines Miesmachers versucht, den anderen die Welt zu erklären. Ich hatte schöne Weihnachten! Hartmut wünsche ich einen positiveren Blick auf das neue Jahr - das geht auch mit kritischer Haltung!

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  • Kommentar: 2
  • 24.12.2009 22:10
von
Minie

Ich komme gerade von meinem Sohn Nachhause und ich muß sagen die ganze Fam. gab sich große Mühe mit denGeschenke nicht viel aber gut ausgesucht ich habe mich sehr gefreut . Kirche und schönes gemütliches Essen ,Singen und Spiele. Das zuammen sein ist das schönste . Am zweiten Weihnachtag kommen alle Kinder mit Enkel und Freunde zu mir das ist das Wichtigste daß man Zusammen ist . Ich möchte auf diesem Wege Pope und Longus noch ein Schönes Fest Wünschen Hoffentlich Lesen sie es auch und alles gute für die Zukunft .

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  • Kommentar: 1
  • 24.12.2009 21:39
von
Hermann Huber

Das Geschwafel von Psychologen fehlte natürlich noch in dieser ganzen Konsumorgie, sind diese doch in die Verblödung der Massen durch das Marketing voll integriert. Nicht nur, daß es die Werbefigur "Coca-Cola-Man" dadurch in ein paar Jahrzehnten bis zum Weihnachtsmann gebracht hat, was wohl auch der Gipfel der Perversion der Ideen hinter den verschiedenen Festtagen ist, versuchen die Psychologen der verschiedenen Schulen die Allgemeinheit auf Grund ihrer eigenen Defekte zu "heilen" obwohl wahrscheinlich ein Suizid derselben manchmal die beste Lösung wäre.

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