Hypnose gegen Angst und Schmerzen
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Eine Trance greift offenbar in verschiedene fundamentale Körperprozesse ein. So kann sie den Blutfluss verändern, die Hormonkonzentration, den Stoffwechsel und sogar die Immunreaktion. Bei Studien an der Harvard Universität in Boston (USA) zeigte sich, dass Knöchelbrüche schneller heilen und Wunden sich rascher schließen, wenn Patienten gelernt hatten, immer mal wieder den Heilungsprozess im Zustand der Versenkung zu visualisieren. Eine Reihe von Untersuchungen zeigt zudem, dass Menschen in Hypnose Schmerzen nicht mehr oder kaum noch spüren. Das hilft bei Rückenleiden, Rheuma oder Migräne - und beim Zahnarzt.
Warum die Hypnose die Schmerzwahrnehmung dämpft, verdeutlichen Experimente mit Hirnstrommessungen und modernen bildgebenden Verfahren: Im Trancezustand kommt es zu typischen Veränderungen in Gehirnarealen, in denen Schmerzreize verarbeitet werden. Bei freiwilligen Testpersonen, denen in Trance Schmerzen zugefügt wurden, beobachtete Helen Crawford, Psychologin an der Universität Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia, eine erhöhte Durchblutung speziell in vorderen Hirnregionen. Sie hält es für möglich, dass das hypnotisierte Gehirn Schmerzreize einfach für «irrelevant» erklärt. Der Schmerz wird registriert - aber nicht gefühlt.
Herausragende Bedeutung hat eine Beobachtung, die Professor Brian Kiernan 1995 an der Universität von Virginia machte. Er hatte einen bestimmten Reflex im Rückenmark untersucht, der normalerweise durch Schmerzreize ausgelöst wird. Das Ergebnis war eindeutig: Bei Menschen in Trance ist dieser Schmerzreflex wesentlich weniger ausgeprägt als bei Kontrollpersonen. Mehr noch: Je schwächer der Reflex, desto geringer war auch der subjektiv empfundene Schmerz, von dem die Probanden berichteten - eines der bislang deutlichsten Indizien dafür, dass es unter Hypnose zu einer echten Linderung von Schmerzen kommt und sich Menschen diesen Effekt nicht nur einbilden.
Doch die Hypnose hat auch ihre Grenzen und Nachteile: So ist sie laut DGH ungeeignet für Menschen mit Herzbeschwerden, niedrigem Blutdruck, starkem Asthma sowie schweren Zwangsstörungen und Psychosen. Wer sich für eine hypnotherapeutische Behandlung entscheidet, muss zudem viel Zeit in Form mehrerer Sitzungen investieren und tief in den Geldbeutel greifen. Eine Behandlung kostet zwischen 80 und 150 Euro je Sitzung (50 Minuten). Die Krankenkassen zahlen nur in Ausnahmefällen.
Weitere Informationen: Deutsche Fachgesellschaft Hypnose: www.dgh-hypnose.de; Milton Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose: www.meg-hypnose.de; Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose: www.dgzh.de; Klingenberger Institut für Klinische Hypnose: www.hypnose-kikh.de.
kat/news.de
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