Hypnose gegen Angst und Schmerzen
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Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Schon im Altertum war Trance eine Möglichkeit, Schmerzen zu lindern oder Krankheiten zu heilen. Dennoch denken viele bei Hypnose zuerst skeptisch an Zirkus oder Varieté. Doch immer mehr Ärzte behandeln so ihre Patienten. Mit Erfolg.
Hypnose hilft den Ärzten Angst und Schmerzen zu bekämpfen und steigert die Zahlungsmoral der Patienten – wenn man es ihnen vorher einredet.
Bis heute denken viele Menschen bei Hypnose vor allem an alte Filme, in denen Bösewichte Uhren pendeln und Unschuldige einen Mord ausführen lassen. Oder an Showhypnosen, bei denen gestandene Männer auf der Bühne gackern wie ein Huhn.
Doch abseits dieser Klischees sind die Vorteile der Hypnose mittlerweile auch in der Medizin anerkannt. Allein in Deutschland gibt es vier Fachgesellschaften für Hypnose. Ihre Mitglieder sind keine esoterischen Quacksalber, sondern Zahnärzte, Allgemeinmediziner oder Onkologen.
«In erster Linie handelt es sich bei der Hypnose um ein psychotherapeutisches Verfahren», sagt Professor Walter Bongartz, wissenschaftlicher Leiter des Klingenberger Instituts für Klinische Hypnose in Konstanz und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (DGH). Hypnose schaffe einen Zugang zum Unterbewusstsein und helfe so, Phobien oder Suchterkrankungen zu heilen.
Im Unterschied zum Wachzustand erlebt ein Mensch in einer hypnotischen Trance seine Umgebung traumartig, also mehr in Bildern. Seine Aufmerksamkeit ist nach innen gerichtet. Dadurch ist er empfänglicher für eine bildhafte, symbolische Sprache bei der Suggestion, für Vergleiche, Märchen und Analogien.
Der Therapeut kann durch Suggestionen und Metaphern der inneren Realität des Patienten Impulse geben. Die äußere Realität tritt für den Patienten in den Hintergrund. «Dieser Zustand lässt sich mit Tagträumen, Meditation oder tief versunkenem Lesen vergleichen», so Bongartz. Befürchtungen, während einer Hypnose sei man willenlos oder erzähle Dinge, die man im Normalzustand niemals erzählen würde, entkräftigt der Mediziner. Das passiere bei klinischer Hypnose oder Hypnotherapie nicht. Der Patient könne die Sitzung jederzeit beenden und bleibe handlungsfähig.
Der Trancezustand hat sich in den unterschiedlichsten Situationen als hilfreich erwiesen: bei Angst vor Spritzen, aber auch als Narkose-Ersatz bei Operationen, wenn Menschen allergisch auf Anästhetika reagieren. Bei Flugängstlichen, die in Trance mental üben, einen Jet zu besteigen. Und bei Depressiven, deren Unterbewusstsein Therapeuten mit Positivem füttern.
Sportler nutzen Hypnose, um sich Siegesgewissheit einzureden, Chemotherapie-Patienten, um Übelkeit zu bekämpfen, Fortpflanzungswillige zur Steigerung ihrer Empfängnisbereitschaft und Schwangere, weil sie Angst und Schmerz bei der Geburt eindämmen wollen. Viele kommen damit vom Rauchen los oder verringern durch Hypnose ihr Gewicht.
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