Die Pharmakonzerne stellen immer mehr Medikamente her. Doch nutzen sie dem Kranken tatsächlich? Wohl eher nicht, wie sich immer wieder herausstellt.
Medikamente werden von der Zulassungsbehörde freigegeben, wenn der Hersteller anhand von Studien nachweist, dass sie wirken. Solche Studien sind wichtig: Wir Pillenschlucker profitieren davon. Doch nicht alle Ergebnisse gelangen an die Öffentlichkeit.
Großen Pharmakonzernen wie Merck und Pfizer gelingt es immer wieder, ungünstige Erkenntnisse über ihre Arzneimittel unter Verschluss zu halten oder sogar Studien zu fälschen. Sie nehmen damit bewusst in Kauf, dass Patienten mit Arzneimitteln ohne Nutzen - möglicherweise aber mit Schaden - behandelt werden. Offensichtlich haben Leben und Wohlbefinden der Patienten bei diesen Herstellern eine niedrigere Priorität als der eigene Profit.
Das ist eine skandalöse Situation, die in Deutschland schon seit Jahren bekannt ist. Aber selbst Todesfälle haben nicht dazu geführt, hierzulande endlich eine Veröffentlichungspflicht für alle Arzneimittelstudien einzuführen – im Unterschied zu den USA, wo öffentliche Studienregister inzwischen die Regel sind und für Transparenz sorgen.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, das die Bewertung von Arzneien koordiniert, fordert zu Recht, sich an den Amerikanern ein Beispiel zu nehmen. Ärzte und Apotheker sind für ihre Arbeit in der Versorgung und Beratung von Patienten, in der Auswahl der Arzneimitteltherapie und der Bewertung der Therapieerfolge darauf angewiesen, über Risiken und Nutzen von Medikamenten ausreichend informiert zu sein.
Solange unliebsame Erkenntnisse über Medikamente unter den Tisch fallen, kann man Patienten nur raten, nicht jede Pille blind zu schlucken.
kas/news.de