Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen - 15.12.2009, 16.44 Uhr

Von Anis bis Zimt: Die Wunderwirkung der Gewürze

Koriander und Zimt spielen in der Weihnachtszeit eine große Rolle. Sie sorgen nicht nur für weihnachtlichen Duft und geben Speisen den besonderen Geschmack, sie sind auch gesund. News.de erklärt warum.

Weihnachtsplätzchen sind lecker, aber auch Kalorienbomben. Man hängt sie sich wohl besser als Schmuck an die Hüfte. Bild: dpa

Neben unerwünschten Kalorien haben Weihnachtsleckereien auch positive Eigenschaften. Denn Koriander, Zimt, Kardamom, Gewürznelken und Anis wurden schon in der Antike als Heilmittel verwendet. Besonders bei Verdauungsbeschwerden, Husten, Bronchitis und Zahnschmerzen werden die natürlichen Wunderwaffen eingesetzt.

Gewürznelke

Das bekannteste Beispiel ist die Gewürznelke. Sie verfeinert unter anderem Apfelrotkohl und Haferflockenplätzchen, kann aber auch Zahnschmerzen lindern. Dafür kaut man eine Nelke in der Nähe der schmerzenden Stelle. Ihre ätherischen Öle verhindern, dass sich Bakterien, Pilze oder Viren ausbreiten. Auch im Magen-Darmtrakt räumen sie auf.

Das Gewürz kam übrigens durch die Römer nach Europa. Doch schon im alten China war die heilende Wirkung der Gewürzpflanze bekannt, wegen ihres Aromas wurde sie zur Verbesserung der Raumluft benutzt – wer eine Audienz beim Kaiser hatte, musste vorher auf einer Nelke kauen, damit die Königliche Hoheit nicht durch etwaigen Mundgeruch gestört wurde.

FOTOS: Von Anis bis Zimt Für die Würze des Lebens

Anis

Das ätherische Öl in Anis hingegen wirkt schleimlösend in den Bronchien und empfiehlt sich deshalb als Hustenmittel. Es wirkt aber auch gegen Krämpfe und Blähungen. In der Volksmedizin wird dem Gewürz auch die Wirkung eines Aphrodisiakums nachgesagt, besonders zauberkräftig soll der Anis am Andreastag (30. November) sein.

Kardamom

Noch vielseitiger ist Kardamom. Das indische Gewürz wird von internationalen Experten als Hilfe gegen Verdauungsprobleme eingestuft, obwohl es schulmedizinischen Tests zur Einstufung als Heilmittel gemäß des Deutschen Arzneibuchs nicht standhielt. Dafür wurden die Früchte dieses Ingwergewächses bereits in der Antike gegen Harnwegsinfekte, Bronchitis und Ischiasbeschwerden eingesetzt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt Kardamom ebenso als ein gutes Mittel gegen Lungen- und Harnwegsprobleme.

Koriander

Ähnlich vielseitig einsetzbar ist Koriander. Das Lebkuchen- und Spekulatiusgewürz hilft bei der Verdauung von fettem Essen und gegen Blähungen sowie bei Husten und Bronchitis.

Muskatnuss

Muskatnuss sollte niemals in größeren Mengen verzehrt werden, da übermäßiger Verzehr (ab etwa vier Gramm bei Erwachsenen) zu rauschhaften Zuständen, Übelkeit und Herzrasen führen kann. Eine kleine Prise des Gewürzes allerdings darf in vielen Gewürzplätzchen nicht fehlen. Als Heilmittel wirkt es gegen Übelkeit und Brechreiz.

Piment

Piment wird auch Nelkenpfeffer oder Allesgewürz genannt, da es nach einer Mischung aus Pfeffer, Nelken, Muskat und Zimt schmeckt. Deshalb darf das würzig, süßlich und leicht scharfe Gewürz auch in Lebkuchen nicht fehlen. Piment wirkt verdauungsfördernd und hilft bei Blähungen. Zudem regen die ätherischen Öle in den Pimentkörnern, den Speichelfluss und die Magenperistaltik an.

Vanille

Vanilleschoten sind eines der teuersten Weihnachtsgewürze und werden durch ihr unvergleichliches exotisches und warmes Aroma fast für jeden Plätzchenteig (besonders aber für Vanillekipferl) verwendet. Sie fördert die Abwehrkräfte, beruhigt strapazierte Nerven und stillt den Appetit beziehungsweise den Heißhunger auf Süßes. Des Weiteren wirkt Vanille stimmungsaufhellend, harmonisierend und wohltuend für die Verdauung. Duftige Bettbegleiter mit Vanille wie Duftkissen oder Kissensprays unterstützen zudem ein wohliges Entspannungsgefühl. Nicht zuletzt soll Vanille aphrodisierend wirken und die körpereigenen Glücksbotenstoffe in Schwung bringen.

Zimt

Zimt ist der Klassiker unter der Weihnachtsgewürzen. Und obwohl vor einiger Zeit von übermäßigem Verzehr von Zimt abgeraten wurde, ist gegen das Vernaschen von Zimtsternen in der Weihnachtszeit kaum etwas einzuwenden. Denn ernsthafte Probleme sind nur bei löffelweisem täglichen Konsum von Zimtpulver zu erwarten. Das ätherische Öl in Maßen zugeführt, wirkt antibakteriell, hemmt das Pilzwachstum und fördert die Darmtätigkeit.

Übrigens: Naschkatzen müssen in der Weihnachtszeit keine Angst vor Lebkuchen, Spekulatius und Zimtsternen haben. Das teilt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) mit. Einer Untersuchung des LAVES zufolge wurden bei Proben des Gebäcks auf Acrylamid und Cumarin keine überhöhten Werte festgestellt.

Acrylamid entsteht beim Rösten stärkehaltiger Produkte und wird als «mäßig giftig» eingestuft. Wie sich die Verbindung beim Menschen auswirkt, ist noch nicht ausreichend geklärt. Der Aromastoff Cumarin kann bei empfindlichen Menschen zu Leberproblemen führen. Die Werte der beiden Stoffe seien in den Proben durchweg sehr niedrig gewesen, hieß es beim LAVES. Das erfreuliche Ergebnis bestätige den Trend der vergangenen Jahre.

Eine Warnung gilt allerdings für alle Sorten von Weihnachtsgebäck: Plätzchen, Stollen und Dominosteine sind wahre Kalorienbömbchen. Wer also sein Figur bewahren will, sollte nur ein Plätzchen von jeder Sorte essen und sich den Rest nur als Schmuck an die Hüfte hängen.

 

voc/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser