Sa., 26.05.12

Präventionskongress 28.11.2009 Der Hausarzt in der Pflicht

Hausarzt (Foto)
Hausärzte sollen nach dem Wunsch von Experten gesundheitlich Gefährdete auf Präventionsmöglichkeiten hinweisen. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen

Der Ruf nach mehr Vorsorge wird immer lauter. Doch nur wenige gesundheitlich Gefährdete nutzen Präventionsprogramme. Dem Hausarzt könnte nach Meinung der Experten des Nationalen Präventionskongresses in Dresden dabei eine Schlüsselrolle zukommen.

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Die Zahl der Präventionsprogramme in Deutschland ist schier unüberschaubar. Doch Quantität bedeutet noch lange nicht Qualität: Viele gesundheitliche Präventionsprogramme in Deutschland bleiben nach Expertenansicht ihren Qualitätsnachweis schuldig. «Sehr viele dieser Angebote sind schlecht evaluiert, ihr Nutzen nicht geklärt», sagte Markus Lüngen vom Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie der Universität Köln beim 3. Nationalen Präventionskongress in Dresden.

Lüngen hatte zusammen mit dem Mediziner und SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach in einer Studie den Mangel an Nachweisen offengelegt. Laut dem Gesundheitsökonom sind zum Beispiel Plakate oder Broschüren mit der Aufforderung zum Treppensteigen als Bewegungsförderung meist wirkungslos. Erfolgreicher sei es, Hausärzte intensiver einzubinden, riet Lüngen. Auf diese Weise würden auch die Menschen erreicht, für die die Präventionsprogramme in erster Linie gedacht sein sollten: Raucher, Übergewichtige, Diabetiker und Bluthochdruckpatienten.

Bislang nutzten vor allem Frauen mit überdurchschnittlichem Einkommen und hohem Bildungsabschluss die Angebote, während rauchende, übergewichtige Männer, die sich zudem zu wenig bewegen, am anderen Ende der Skala stehen, erklärte Lüngen..

Mehr Wettbewerb für vorbeugende Programme

Um gesundheitlich Gefährdete zu erreichen, könnte der Hausarzt eine wichtige Rolle spielen, sagte Lüngen. Ihr ungesunder Lebensstil verursache mehr Beschwerden – ein Grund, weshalb diese Zielgruppe häufiger einen Arzt aufsuche. «Sie ist damit über den Hausarzt gut erreichbar», sagte Lüngen. Zudem zeigten Untersuchungen, dass die Beratung durch den Hausarzt hier besonders wirksam sei. Denn der Hausarzt habe einen unmittelbaren Eindruck vom Patienten, dessen Werte und Lebensweise, und verfüge über eine hohe Reputation beim Bürger, erläuterte der Gesundheitsökonom.

Mit Blick auf das seit Jahren verlangte Präventionsgesetz forderte Lüngen einen Wettbewerb für vorbeugende Programme, deren Ergebnisse nachgewiesen werden müssten. Um das Wissensdefizit zu verkleinern, empfahl Lüngen einen pragmatischen Ansatz: Der Gesetzgeber solle auch neue, innovative Programme zur Prävention und Gesundheitsförderung zulassen. Zugleich müssten für alle öffentlich geförderten Aktivitäten methodisch hochwertige Evaluationen vorgeschrieben werden.

Prävention sei zudem so gut wie nie kosteneffektiv, unterstrich Lüngen. Das sei auch nicht das Ziel, vielmehr gehe es um eine Verbesserung der Lebensqualität. Das könne erreicht werden, wenn Hausärzten stärker zur Pflicht genommen werden, besonders als Ratgeber für Einkommensschwache.

Hausarzt spricht Raucher an

Als Beispiel für eine funktionierende Intervention von Hausärzten bei Rauchern gilt ein Greifswalder Forschungsprogramm, vorgestellt von Ulrich John, Institutschef für Epidemiologie und Sozialmedizin an der Greifswalder Universität. In 34 Arztpraxen wurde 1499 Rauchern Hilfe angeboten. 21 Prozent derer, die vom Hausarzt beraten worden waren, hatten zwei Jahre später mit dem Qualmen aufgehört. Auch der Versand individueller Beratungsbriefe, die ein Computer erstellte, zeigte Erfolg: Die Nichtraucherquote lag hier am Ende bei 27 Prozent.

Von dem Konzept ließen sich nach Aussage Johns 95 Prozent der zufällig ausgewählten Hausärzte überzeugen. Für den Suchtexperten zeigt das, dass Hausarztpraxen stärker in Programme zur Raucherentwöhnung eingebunden werden können. Für die Ärzte sei das Programm mit wenig Aufwand verbunden gewesen; jedes Beratungsgespräch habe durchschnittlich nur sieben Minuten gedauert.

Künftige Studien der Greifswalder Forschungsgruppe sollen klären, wie die Beratung beim Hausarzt problemlos Teil der Praxisroutine werden kann. Fernziel ist es, die neue Art der Nikotinentwöhnung in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu integrieren.

news.de
Leserkommentare (7) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • teufel789
  • Kommentar 7
  • 03.12.2009 16:34
 

Was soll das mit dem Hausarzt, ich hatte Schmerzen im Handgelenk, der Hausarzt schickte ich zum Röntgen, nachdem der Befund da war, wurde mir mitgeteilt, dass keine Beschwerden zu erkennen sind, ich solle mich nicht so anstellen, (Zu diesem Zeitpunkt war ich in der freigestellten Altersteilzeit) man könne nichts machen. Fertig Aus!!. Ich habe dann am nächsten Tag bei meinen Orthopäden angerufen und einen Termin haben wollen, man wollte mir in ca. 6 Wochen einen Termin geben, daraufhin habe ich bei meiner Krankenkasse angerufen und mich beschwert, innerhalb von nur 1 Tag hat mir die Krankenkasse einen Termin bei einem Orthopäden besorgt. Als ich dort ankam wurde ich mit den Worten empfangen, was haben Sie dann mit der Bandscheibe, sie laufen doch einwandfrei. (Auf der Überweisung zum Orthopäden stand " Bandscheibenvorfall". Innerhalb von einer paar Minuten stellte der Facharzt fest, dass ich eine Sehnenscheidenentzündung habe. Nur soviel zum Thema "zuerst zum Hausarzt". So könnte ich noch einiges über diesen Hausarzt erzählen. xureh

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  • Thomas
  • Kommentar 6
  • 30.11.2009 13:05
 

Herr/Frau "ragnaroekr", wenn Gesundheit Privatsache ist, dann soll sie auch privat bezahlt werden, oder? Machen sie doch mal vernünftige Vorschläge! Kontra sein, das können Sie. Niemand will krank werden. Krankheit ist ein Lebensrisiko. Und sehen wir es als Errungenschaft an, dass keiner wegen Krankheit pleite geht. Und Gesundheit ist keine Privatsache! Es gibt sog. Determinanten der Gesundheit, wie "Umwelt", "Lebens- und Arbeitsbedingungen" oder "Zugang zu medizinischen Leistungen". Das beeinflusst viel mehr die Gesundheit jedes Einzelnen. Einbildung und Arroganz sind Privatsache!

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  • bimbo
  • Kommentar 5
  • 29.11.2009 13:20
 

schon mal als ges.vers. beim arzt gewesen ? wenn ein termin zur untersuchung, dann in 12 minuten alles abgecheckt, evt. ekg, drei muntere worte und ab...früher war ein hausarzt immer zu sprechen, meiner hat von 8-11, 14-17 termine zu vergeben, ausser mi, fr mittags, wochenede ? ins krankenhaus im notfall ca. 30 minuten fahrt...stundenlanges warten weil der ganze kreis versorgt werden muss... anderer kreis, die gucken blöd und lassen ein auch warten.. da ich ja nicht im daimlerkreis wohne.... ärzte sind nur auf incentives und golfplätze zu finden. meiner kriegt jedes quartal kohle ob ich einmal oder 10 als chroniker äh bin ja hypochonder, komme....

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  • ragnaroekr
  • Kommentar 4
  • 29.11.2009 11:47
 Antwort auf Kommentar 3

Wenn mir jemand vorfaselt, dass es eine Solidargemeinschaft Krankheit gäbe, dann ist dieser Sozialist. Und der heisst hier im Artikel Lauterbach, nicht Rößler. Zum 2. nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass ich von Biogenetik keine Ahnung haben, diese jedoch nicht sozialistisch nenne. Dieses Prädikat "Neobolschewik" stammt von mir, weil diese Kaderschmiede der Volksverblödung ständig mit von ihr definierten Begriffen operiert, um die Welt zu verunsichern. Und wenn Sie glauben, dass Lauterbach an Ihrer Gesundheit interessiert ist, dann sage ich Ihnen, der lässst Sie lieber sterben.Beweisbedürftig?

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  • m
  • Kommentar 3
  • 29.11.2009 10:22
 

Ich würde nocht alles, wovon ich keine Ahnung habe sozialistisch nennen...... Aber mal im Ernst ich sehe, daß denjenigen in unserem Gesundheitssystem, die die meiste Arbeit mit Patienten haben und am wenigsten dafür kriegen, schon wieder Zeit Mittel und Energie investieren Sollen um die Arbeit unserer Politiker und unserer Krankenkassen zu machen. Unmd Ragna* Der kömunist der hinter diesem Blödsinn steht ist ein Liberaler und heißt Rößner

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  • ragnaroekr
  • Kommentar 2
  • 28.11.2009 13:52
 

Wenn ich schon den Mist lese, "der Ruf nach Vorsorge wird immer lauter", dann geht mir das über die Hutschnur. Die einzigen die plärren, sind die Lauterbachs, Schmitts, den Sozis. Im Übrigen sind das Versager, sie können nicht einmal eine auskömmliche Finanzierungsplanung der Gesundheit erarbeiten. R fordert: Die Gesundheit ist Privatsache. Ein staatlicher Anspruch zur Behandlung von Kranken ist verfassungswidrige politische Anmaßung. Hände weg vom Bürger und seinem "Eigen"sinn. Abschaffung des Gesundheitfonds. Konkurrenz von priv. u. öff. Kassen, Konkursfähigkeit dieser.

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  • ragnaroekr
  • Kommentar 1
  • 28.11.2009 13:41
 

Dies ist wieder so ein sozialdemokratischer Quatsch, d.h. den Therapiestaat zu bemühen. Ein moralisches Aufrüstungsprogramm gegen das Volk, das diesen Klüngel nicht passt.Diese penetrante Belehrung durch Berufsfundamentalisten ist eine ständige Beleidigung freier Bürger. Heute das Rauchen, morgen das Gewissen, übermorgen die Gesinnung. Ein Politikum, dem Gesundheitswahn durch Gesinnungsterror. Komm mir keiner damit, das sei ein guter Gedanke, z.B. rauchfrei zu sein. Das weiß jeder selbst. Der Zwangsbehandlungbedarf, der hieraus abgeleitet wird, ist sozialistische Verwerflichkeit.

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