Mi., 08.02.12

Rehakliniken Die Qual der Kurwahl

Artikel vom 27.11.2009

Eine Reha kann vielen Menschen helfen – egal, ob bei chronischen Leiden, nach schweren Operationen oder bei psychischen Tiefschlägen. Welche Klinik aber das richtige Angebot hat, ist gar nicht so einfach herauszufinden. Hier ein paar Tipps.

Jedes Jahr nutzen hunderttausende Menschen in Deutschland die Chance und nehmen eine Kur in Anspruch. Allerdings kann es nicht nur dauern, bis der Antrag dafür bewilligt ist. Auch bei der Klinikwahl sollten einige Dinge beachtet werden, damit die Zeit der Kur optimal genutzt werden kann. 

«Jeder Patient sollte sich seinen Kurplatz genau anschauen», rät Rotraut Schmale-Grede von der Deutschen Rheuma-Liga in Bonn. «Die Erfahrung zeigt, dass immer wieder Menschen in Kliniken landen, wo sie nicht hingehören.» Auch Professor Wilfried Mau vom Institut für Rehabilitation der Universität Halle empfiehlt, sich über die Reha-Klinik schlauzumachen. «Es ist sinnvoll, sich vorher über die genauen Angebote zu informieren und auch zu entscheiden, welche Form der Rehabilitation für einen selbst gut ist.»

Zunächst sind jedoch einige Formalien zu beachten. Die Patienten müssen mit ihrem Hausarzt besprechen, ob eine Reha sinnvoll ist. «Arzt und Patient füllen dann einen Antrag aus, der an die Krankenkasse geht», erklärt Klaus-Dieter Koch vom Verlag Medizinische Medien Informations GmbH, der regelmäßig das Handbuch Reha- und Vorsorge-Einrichtungen herausgibt. Die Krankenkasse entscheidet, wer für den Patienten zuständig ist: sie oder die Rentenversicherung. Diese kümmert sich um Berufstätige, die eine Reha beantragen. Die Krankenversicherungen sind dagegen für Rentner und andere Nicht-Berufstätige zuständig.

«Einige Patienten nennen schon in ihrem Antrag ein paar Wunschkliniken», sagt Koch. «Normalerweise versuchen die Versicherungsträger jedoch zu bestimmen, in welche Klinik man kommt.» Doch auch dann stimmen die Patienten besser nicht einfach zu, rät Mau. «Man sollte beispielsweise auf der Internetseite nachschauen und sich informieren, ob die Klinik überhaupt auf das eigene Krankheitsbild spezialisiert ist.» Denn wer mit der Klinikwahl nicht einverstanden ist, kann mit der Versicherung über eine Alternative verhandeln.

Wichtig: Breitgefächertes Angebot

Gut sei auch, wenn an der Klinik Experten mehrerer Fachbereiche arbeiteten, beispielsweise Ergo-, Physio- und Sporttherapeuten. «Eine Reha-Klinik sollte multidisziplinär sein», sagt Mau. Außerdem veröffentlichen einige Kliniken auf ihren Internetseiten Qualitätsberichte. Das ist laut Mau kein Muss, sei aber ein guter Indikator für eine Klinik, da sie bestimmte Informationen über ihr Angebot transparent mache.

Rotraut Schmale-Grede hat weitere Tipps, wie Patienten für sich die richtige Klinik finden können: «Häufig kann einem der eigene Arzt auch sagen, welche Erfahrungen er mit einer bestimmten Klinik gemacht hat», siagt sie. Selbsthilfeorganisationen seien ebenfalls hilfreich, da sie über die Erfahrungen vieler Erkrankter einen Überblick haben. «Patienten können außerdem eine sogenannte Gemeinsame Servicestelle aufsuchen, die unabhängige Beratung für Versicherte anbietet.» Auch sie könne Tipps und Hinweise zu bestimmten Einrichtungen geben.

Wer eine Reha machen möchte, sollte außerdem entscheiden, ob er eine ambulante oder eine stationäre Behandlung bevorzugt. «Ambulante Angebote haben den Vorteil, dass man abends nach Hause zurückkehrt und im eigenen Bett schlafen kann», sagt Mau. Dinge, die in der Reha erlernt werden, können außerdem gleich im Alltag erprobt werden. «Hinzu kommt, dass ambulante Reha-Angebote häufig eine höhere Therapiedichte haben, also innerhalb einer bestimmten Zeit mehr Behandlungen anbieten.»

Das könnte aber auch von Nachteil sein. «Vielleicht muss ein Patient ja mal von Zuhause weg, dann wäre ein stationäres Angebot möglicherweise besser», erklärt Mau. Der Erholungsaspekt sollte bei einer Reha nicht unterschätzt werden. «Auch ein zu straffes Therapieprogramm könnte für einige Patienten zu anstrengend sein, besonders, wenn sie gerade frisch operiert wurden.»

kat/iwi/news.de
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Rehakliniken: Die Qual der Kurwahl » Gesundheit » Nachrichten

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Leserkommentare (1)
  • Kommentar: 1
  • 29.04.2011 15:05
von
Jürgen Sternbeck

Ich möchte und soll zur Kur(COPD 2-3)Ich bin in der TKK.Welche Rehakliniken sind von der TKK an der Ostsee unter Vertrag.Kosten für An-Abreise trage ich selber.Antrag wurde von der Evangel Lunklinik Buch gestellt und ist bei der TKK eingegangen.Bin 74 J alt und habe eine Gefäßchirurgie hinter mir Bauchaneurysma. mit freundlichen Grüßen Jürgen Sternbeck

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