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Prominente und die Diagnose (Bild 1/8)
Christina Applegate (Foto)
Foto: ap
13.07.2009

Im Sommer 2008 wurde bei Christina Applegate Brustkrebs festgestellt. Da schon ihre Mutter an Brustkrebs erkrankt war, entschloss sich die Schauspielerin für eine prophylaktische beidseitige Mastektomie, obwohl nur eine Brust betroffen war. Nach der Amputation gab sie im August 2008 bekannt, dass sie vollständig vom Krebs geheilt sei.

Brustkrebs

Was bringt Mammographie wirklich?

Allerdings hat der vergleichsweise geringe Zusatznutzen der Mammographie ab 40 – in der Lebensspanne zwischen 40 und 50 ist Brustkrebs eher selten – einen aus Sicht der Gutachter zu hohen Preis. Dazu zählen neben deutlich mehr «falsch positiven» Röntgenaufnahmen auch unnötige Gewebeentnahmen und unbegründete Angst wegen des «blinden Alarms». Hinzu kommen «Überdiagnosen». Dabei wird ein Tumor in der Brustdrüse entdeckt und operiert, der vielleicht niemals zu einer Gefahr geworden wäre

Nach Angaben der Experten müssen 1904 Frauen zwischen 40 und 50 zehn Jahre lang an der Früherkennung teilnehmen, damit ein Krebstodesfall verhütet wird. Zwischen 50 und 74 sind es 1339 Frauen, zwischen 60 und 69 nur noch 377. Damit profitieren nur wenige Frauen einer bestimmten Altersgruppe von einem regelmäßigen Screening, so die Experten.

In Europa sind Wissenschaftler schon vor einiger Zeit zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. So stellten dänische Forscher in einer europaweiten Studie fest: Wenn 2000 Frauen zehn Jahre regelmäßig am Brustkrebs-Screening teilnehmen, stirbt am Ende eine Frau weniger an Brustkrebs. Dieses Ergebnis werde noch dazu mit vielen Fehlalarmen bezahlt. Nach Angaben der dänischen Wissenschaftler erhalten 10 von den 2000 regelmäßig mammographierten Frauen eine Brustkrebsbehandlung, obwohl sie gar keinen Brustkrebs haben.

Solche Zahlen werden in Deutschland weder von Ärzten noch von Medien ausreichend vermittelt, sagt Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Oft sei von 20-Prozent-Raten die Rede, die vom Screening profitierten. Daraus folgerten Frauen dann fälschlicherweise, dass 200 von 1000 Frauen das Screening nutze. Ohne korrekte Informationen könne es keine mündigen Patienten geben. «Wir sind weit weg von einer Gesellschaft, die auf Risiken intelligent reagiert», folgert Gigerenzer. Fraglich sei zum Beispiel, wie sinnvoll es bei knappen Gesundheitsbudgets ist, ein teures Screening mit «kleinem Nutzen» aufrecht zu erhalten. Im Jahr 2008 lagen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Früherkennungs-Untersuchungen bei 1,21 Milliarden Euro. In Zukunft werden sie vermutlich deutlich höher liegen.

Frauenärzte fordern Ausweitung des Programms

Geht es dagegen nach dem Berufsverband der Frauenärzte (BVF) müsste das Mammographie-Screening in Deutschland ausgeweitet werden. «Wir fordern schon seit Jahren, auch Frauen ab 45 einzubeziehen und das Programm bis 75 Jahre zu verlängern», sagt BVF-Präsident Dr. Christian Albring. Dafür spreche, dass ein Drittel aller Brustkrebsfälle vor dem 50. Lebensjahr auftrete und der Tumor bei jüngeren Patientinnen meist auch aggressiver sei. Das deutsche Mammographie-Screening sei wegen seiner digitalen Techbnik überlegenn und ausländische Ergebnisse seien nicht einfach auf Deutschland übertragbar.

Albring gibt zu, dass das Screening-Verfahren in der Anfangsphase auch falsch-positive Befunde geliefert habe, weil Aufnahmen schwer zu beurteilen gewesen seien. Das sei zum Beispiel der Fall, wenn - meist jüngere - Frauen ein dichtes Brustdrüsengewebe haben. In solchen Fällen, so der Gynäkologe aus Hannover, könne die Ultraschalluntersuchung wertvolle Zusatzinformationen geben. Sie sei insgesamt aber kein Ersatz für die Mammographie.

Die durchschnittliche Strahlenbelastung einer Mammographieuntersuchung hält der Mediziner für gering. Sie stehe in keinem Verhältnis zu dem Risiko, bei Verzicht auf die Untersuchung eine etwaige Krebserkrankung nicht oder zu spät zu erkennen. «Wir müssen bei den zweijährlichen Kontrollen bleiben», sagt Albring. Frauen sollten dazwischen aber unbedingt zur Krebsfrüherkennung gehen und ihre Brust abtasten lassen.

nak/reu/news.de/ap
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Brustkrebs: Was bringt Mammographie wirklich? » Gesundheit » Nachrichten
URL : http://www.news.de/gesundheit/855033751/was-bringt-mammographie-wirklich/1/
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Leserkommentare (4)
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  • Kommentar: 4
  • 25.11.2009 22:27
von
Mine
Antwort auf Kommentar 3

Ich Wünsche ihnen alles Gute für die Zukunft und ich Fühle mit ihnen . Mine

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  • Kommentar: 3
  • 25.11.2009 19:22
von
Christine Mayer
Antwort auf Kommentar 1

Ja, das Quetschen ist wirklich schmerzhaft, vielleicht schadet es dem sensibleben Gewerbe auch, jedenfalls weiß ich aus eigener Erfahrung, daß das Ergebnis keineswegs stimmen muß: Ich spürte einen etwa daumennagelgroßen Knoten, welcher im Röntgenbild nicht zu sehen war. Ultraschall: Kein eindeutiges Ergebnis. Biopsie: Krebs. Obwohl es ein sehr bösartiger Krebs war, habe ich (Operation, Chemotherapien) überlebt.

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  • Kommentar: 2
  • 25.11.2009 16:09
von
ragnaroekr

Die Meinungen gehen zu Recht auseinander. Die Statistiken helfen nicht.Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich nur eine Feststellung treffen: Häufig sind Fehldiagnosen.Die Gewebsuntersuchung ist nicht exakt.Daher werden unnötige Operationen durchgeführt.In kaum einem Fall ergibt die Untersuchung des operativ entfernten Gewebes das Resultat ohne Befund.Die Medizin tendiert zur Verschleierung nicht indizierter Sachverhalte.Den Frauen ist daher der regelmässige Besuch eines Frauenarzt ihres Vertrauens zu raten.Dieser rät dann auch zur Mammographie.Weitere Untersuchungen sind nicht behelflich.

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  • Kommentar: 1
  • 25.11.2009 15:49
von
Mine

Ich halte von Mammographie gar nichts wie da die Brust Gequetscht Schadet mehr . Tagelang tut anschließen die Brust weh .

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