Nun ist auch in den USA ein Streit um das Mammographie-Untersuchungsprogramm zur Früherkennung von Brustkrebs entbrannt. Kritiker sagen, die Screenings für Frauen unter 50 Jahren seien nutzlos und sogar gefährlich. News.de stellt die Positionen dar.
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Scheinbar blicken die Ärzte selbst nicht mehr durch. High-Tech-Medizin, ein Segen für die Gesundheitsvorsorge? Ich weiß nicht. Wenn ein Arzt sagt: Geh! Und ein anderer: Geh nicht!
In den USA sollten sich Frauen bislang schon ab 40 jedes Jahr einer
Mammographie Röntgenuntersuchung der Brustunterziehen. Nun hat die Behörde für Präventivmedizin (U.S. Preventive Services Task Force, USPSTF) die bisherige Empfehlung abgeschwächt. Sie empfiehlt jetzt, dass Frauen sich erst vom 50. Lebensjahr an die Brust röntgen lassen sollen – und das nicht mehr jährlich, sondern in zweijährigem Abstand.
Die neue Empfehlung ist weitgehend deckungsgleich mit den in Deutschland geltenden Richtlinien. Der einzige wesentliche Unterschied besteht darin, dass hierzulande das Screening für Frauen von 50 bis 69 alle zwei Jahre kostenlos angeboten und empfohlen wird, in den USA dagegen zweijährlich für Frauen zwischen 50 und 74.
Kaum wurden die neuen Richtlinien bekannt, hagelte es Proteste - unter anderem von der Amerikanischen Krebsgesellschaft. Deren medizinischer Leiter Dr. Otis Brawley sagte in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender ABC: «Krebs ist eine sehr komplizierte Erkrankung und das Verdummen durch die Verbreitung von sehr einfachen Antworten ist ein Bärendienst.» Das American College of Radiology (ACR) erklärte, dass dies «zahllose Todesfälle» verursachen werde. Der Vorschlag der USPSTF sei «ein Schritt zurück» und beeinträchtige die Gesundheit von Frauen massiv. Für die Kritiker offenbaren die Pläne «die wahre Natur der Obama-Gesundheitsreform».
Doch es gibt auch Befürworter der neuen Regelung - wie etwa Samuel S. Epstein, Vorsitzender der Cancer Prevention Coalition (Koalition zur Krebsvorbeugung, CPC). «Die Mammographie als Reihenuntersuchung vor den Wechseljahren bringt ein erhebliches und sich summierendes Brustkrebsrisiko mit sich», schreibt er auf der Homepage der CPC und verweist auf die Strahlenbelastung, welcher die Brust bei den Aufnahmen ausgesetzt sei.
«Selbstuntersuchung der Brust ist genauso wirksam»
Epstein meint, dass monatliche Selbstuntersuchungen der Brust in Kombination mit jährlichen klinischen Brustuntersuchungen durch einen Spezialisten «mindestens genauso wirksam für die frühzeitige Entdeckung von Tumoren sind wie die Mammographie».
Die im Fachblatt Annals of Internal Medicine veröffentlichten neuen Richtlinien wurden von einem Netzwerk von sechs unabhängigen Forschergruppen erarbeitet, die vom Nationalen Krebsinstitut der USA bezahlt wurden. Die Wissenschaftler sichteten die vorhandenen Untersuchungen. Dabei mussten die Fachleute zwischen dem Nutzen der Früherkennung und den Nachteilen der Untersuchung abwägen.
Die Analyse ergab, dass Frauen, die sich nur alle zwei Jahre röntgen lassen, wenig an Nutzen durch die Untersuchung einbüßen. Zugleich halbiert sich aber fast die Zahl der «falsch positiven» Befunde. «Falsch positiv» ist ein Untersuchungsergebnis dann, wenn es zu Unrecht einen Krebsverdacht nahe legt.
Frauen, die zwischen 50 und 69 an der Brustkrebs-Früherkennung teilnehmen, senken damit ihre Gefahr, an Brustkrebs zu sterben, im Mittel um 16,5 Prozent. Beginnt die Früherkennung zehn Jahre eher, sinkt das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, um 19,5 Prozent. Dieser Gewinn an Sicherheit entspricht einem Todesfall auf 1000 Frauen.
Leserkommentare (4)
Ich Wünsche ihnen alles Gute für die Zukunft und ich Fühle mit ihnen . Mine
jetzt antworten Kommentar meldenJa, das Quetschen ist wirklich schmerzhaft, vielleicht schadet es dem sensibleben Gewerbe auch, jedenfalls weiß ich aus eigener Erfahrung, daß das Ergebnis keineswegs stimmen muß: Ich spürte einen etwa daumennagelgroßen Knoten, welcher im Röntgenbild nicht zu sehen war. Ultraschall: Kein eindeutiges Ergebnis. Biopsie: Krebs. Obwohl es ein sehr bösartiger Krebs war, habe ich (Operation, Chemotherapien) überlebt.
jetzt antworten Kommentar meldenDie Meinungen gehen zu Recht auseinander. Die Statistiken helfen nicht.Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich nur eine Feststellung treffen: Häufig sind Fehldiagnosen.Die Gewebsuntersuchung ist nicht exakt.Daher werden unnötige Operationen durchgeführt.In kaum einem Fall ergibt die Untersuchung des operativ entfernten Gewebes das Resultat ohne Befund.Die Medizin tendiert zur Verschleierung nicht indizierter Sachverhalte.Den Frauen ist daher der regelmässige Besuch eines Frauenarzt ihres Vertrauens zu raten.Dieser rät dann auch zur Mammographie.Weitere Untersuchungen sind nicht behelflich.
jetzt antworten Kommentar meldenIch halte von Mammographie gar nichts wie da die Brust Gequetscht Schadet mehr . Tagelang tut anschließen die Brust weh .
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