Organ im Stress Ist Ihre Leber noch gesund?

Rauchen, Trinken, Übergewicht (Foto)
Nikotin. Alkohol und Übergewicht - all dies sind Risikofaktoren, die zu einer Lebererkrankung führen. Bild: Istockphoto

Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Deutschland steht nach Überzeugung von Experten vor einer Welle schwerer Lebererkrankungen. Bereits 20 Prozent der Deutschen haben eine Fettleber, die zu ernsten Krankheiten wie Zirrhose oder Leberkrebs führen kann.

Die Leber ist mit etwa 1,5 Kilogramm Gewicht das größte Organ des menschlichen Körpers – und ein Multitalent: Sie spaltet nicht nur Nahrungsbausteine und versorgt den Körper mit lebenswichtigen Stoffen wie Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten. Sie wandelt auch mit der Nahrung eingeführte Giftstoffe in unschädliche Substanzen um und fängt damit viele Schadstoffe und Bakterien ab, die andere Organe schädigen könnten.

«Die Leber ist das große Klärwerk des Körpers, dem leider viel zu wenig Beachtung geschenkt wird», sagt Achim Kautz, Geschäftsführer der Deutschen Leberhilfe, die gemeinsam mit der Deutschen Leberstiftung und der Gastro-Liga den Deutschen Lebertag am 20. November ausrichtet. Der Gedenktag hat Kautz zufolge durchaus seine Berechtigung. Denn viele Menschen wüssten nicht, was ihre Leber leisten muss, und nur wenigen sei bekannt, dass die Leber rechts unterhalb der Rippen liegt.

Organ in Not
Was die Leber gar nicht mag

Mehr als 3 Millionen Deutsche leiden laut Angaben der Deutschen Leberhilfe an einer Lebererkrankung. Kautz geht sogar von 7 Millionen Betroffenen aus und ist überzeugt, dass nur wenige von ihrer Lebererkrankung wissen. Grund dafür sei zum einen die Stigmatisierung von Leberkrankheiten: Vielen Patienten werde pauschal ein zu hoher Alkoholkonsum unterstellt. Zum anderen bleiben die Erkrankungen deshalb häufig unerkannt, «weil die Leber ein gutmütiges Organ ist, das keine Nervenzellen hat, die den Schmerz weiterleiten», wie Kautz erläutert.

Die Leber sendet allenfalls stumme Signale aus. Betroffene fühlen sich müde und abgeschlagen und leiden unter Konzentrationsstörungen, Oberbauchschmerzen oder Völlegefühl, was viele als Folge von Stress und Belastung durch den Beruf deuten. In Wirklichkeit sind dies Zeichen dafür, dass die Leber ihre Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen kann. Die Folgen sind unter anderem Störungen bei der Blutgerinnung oder Flüssigkeitsansammlungen in Bauch und Beinen. Auch die Gallenflüssigkeit wird dann von der Leber nicht mehr in ausreichender Menge produziert, was Blähungen, Fettverdauungsstörungen und Nährstoffverluste zur Folge hat.

Endstation Zirrhose

Alkohol sei zu Unrecht der Hauptverdächtige für Lebererkrankungen, sagt Kautz. Denn nur 30 Prozent aller Lebererkrankungen sind auf Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Auch Medikamente und Umwelteinflüsse können die Leber belasten. «Den Hauptanteil machen aber falsche Ernährung, Übergewicht und mangelnde Bewegung aus», erklärt der Geschäftsführer der Deutschen Leberhilfe. Und wer übergewichtig ist, habe meist auch eine Fettleber, die wiederum Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes auslösen kann.

Die Folgen können gravierend sein: Leberentzündung (Hepatitis), Leberzirrhose oder Leberkrebs. Bei Zirrhose und Leberkrebs ist das Organ bereits so geschädigt, dass das zerstörte Gewebe nicht wieder hergestellt werden kann. «Als letztes Mittel bleibt dann nur noch die Lebertransplantation», sagt Kautz. Seinen Angaben zufolge sterben jedes Jahr 50.000 Menschen an den Folgen einer Leberzirrhose und 8000 an primärem Leberkrebs.

Alkoholkonsum
Zehn Gründe für Abstinenz

Frühzeitig erkannt lassen sich viele Lebererkrankungen wirksam behandeln und Leben retten. «Jeder muss sich fragen, ob seine Leber noch gesund ist», sagt Kautz und rät zu einer jährlichen Routineuntersuchung beim Hausarzt. Dabei sollte auch der Leberwert geprüft werden; ist er erhöht, müsse unbedingt nach der Ursache gesucht werden, fordert Kautz. Allein der Rat, weniger Alkohol zu trinken, reiche nicht aus. «Die Patienten müssen zur Not weitere Untersuchungen einfordern, das ist ihr Recht», betont Kautz.

Wer seine Leber dauerhaft gesund halten will, sollte sich außerdem fettarm ernähren, viel bewegen, auf Nikotin, übermäßigen Medikamentenkonsum und möglichst auch auf Alkohol verzichten. «Mehr als zwei Gläser Rotwein (0,1-Liter-Glas) täglich nimmt die Leber übel», warnt Kautz. Stattdessen trinkt man besser koffeinhaltigen Kaffee, denn das braune Gebräu verringert das Risiko einer alkoholbedingten Leberzirrhose, wie Wissenschaftler herausgefunden haben.

Weitere Informationen über die Leber, Lebererkrankungen und den Deutschen Lebertag gibt es bei der Deutschen Leberhilfe, www.leberhilfe.org, Telefon (0221) 282 99 80. Auf der Homepage der Leberhilfe befindet sich auch eine Liste der Veranstaltungen, die am Deutschen Lebertag (20. November) bundesweit angeboten werden. Dort kann man auch an einem Lebertest teilnehmen.

kat/reu/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Mine
  • Kommentar 2
  • 22.11.2009 18:10

Mein Schwiegervater Ist auch an Leberzirrhose Gestorben hat aber nie Alkohol getrunken .Wurde ausgelöst von einer Gelbsucht die er im Krieg in Afrika (Rommel )und nicht ausgeheilt . Später mit Lack in einer Ski Fabrik gearbeitet und dann noch falsch Behandelt. (leider )

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  • mfk24
  • Kommentar 1
  • 21.11.2009 15:32

es sind einfach immer noch zu wenig Informationen im gesundheitswesen vorhanden, über produkte die keine Medikamente sind aber grundsätzlich sehr wirksam sind. hier werden sie wirklich gesund klickzaehler.com/url/rauch/

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