Das landläufig wenig für seine heilenden Kräfte bekannte Klettergewächs Efeu ist zur Arzneipflanze des Jahres 2010 ernannt worden. Ein Extrakt aus den Blättern der Pflanze lindert zum Beispiel Erkrankungen der Atemwege.
Den meisten ist Efeu als immergrüne Kletterpflanze bekannt, der meterhoch an Mauern und Hauswänden hochwuchert und kaum der Pflege bedarf. Doch der Efeu kann noch mehr. Was kaum einer weiß: In der Naturheilkunde wird er schon lange als Heilpflanze verwendet. Zum Beispiel bei Bronchialasthma, Erkrankungen von Nasenschleimhäuten oder bei Gallenleiden. In der Kinderheilkunde kommt Efeu bei Keuchhusten zum Einsatz.
Die Wirksamkeit des Efeu-Extraktes etwa bei chronischen und akuten Entzündungen der Atemwege sei in klinischen Studien belegt, teilten Wissenschaftler der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg am Donnerstag mit. Sie haben den Efeu zur Arzneipflanze des Jahres 2010 ernannt.
«Wie kaum eine andere Heilpflanze ist der Efeu mit der europäischen Kulturgeschichte verbunden», heißt es in der Entscheidung der Wissenschaftler. Die Pflanze habe früher als Wahrzeichen des ewigen Lebens, als Symbol für Liebe und Treue gegolten. Bereits die Ärzte der Antike hätten Efeublätter und Efeufrüchte als Schmerzmittel oder in Salben bei Verbrennungen verarbeitet. Die Pflanze habe aber auch gefährliche Wirkungen. Gerade frische Blätter und ihr Saft könnten bei Kontakt mit der Haut auch allergische Entzündungen verursachen.
Der Würzburger Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde, der aus Medizinhistorikern, Ärzten, Apothekern und Biologen besteht, wählt seit 1999 die «Arzneipflanze des Jahres». In diesem Jahr trägt der Fenchel den Titel.