Die Griechen machen es vor. Mit mediterraner Ernährung fahren Dialysepatienten am besten. Der Speiseplan ist die perfekte Mischung, um trotz Blutwäsche das Risiko für Diabetes oder Herzinfarkte sowie Mangelernährung niedrig zu halten.
Eine mediterrane Ernährung mit frischem Obst und Gemüse ist auch für Menschen mit chronischem Nierenversagen geeignet, die auf eine Dialyse angewiesen sind. Dialysepatienten sollten hochwertige und frische Lebensmittel verzehren und industriell verarbeitete Produkte eher meiden, empfahl Martin Kuhlmann vom Vivantes Klinikum Berlin Friedrichshain auf einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin.
Menschen, die wegen chronischem Nierenversagen auf eine Dialyse angewiesen sind, leiden oft an zusätzlichen Erkrankungen wie Diabetes, Herzinsuffizienz und Bluthochdruck. Das Risiko für Herzkreislauf-Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall ist bei Dialysepatienten im Vergleich zur Normalbevölkerung drastisch erhöht - in der Altersgruppe von 35 bis 44 etwa um den Faktor 100. Gerade deshalb sollten diese Patienten chronischen Entzündungen vorbeugen.
Bislang empfahlen ihnen viele Ärzte, auf Obst und Gemüse wegen des Kaliumgehaltes zu verzichten und die Eiweißzufuhr wegen des damit verbundenen Phosphats zu reduzieren. Dies berge aber langfristig die Gefahr einer Mangelernährung mit Verlust an Fett- und Muskelmasse, betont Kuhlmann.
Er empfiehlt Dialysepatienten mediterrane Kost. Dabei solle aber die tägliche Menge an Obst und Gemüse mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, um eine exzessive Kaliumzufuhr zu vermeiden. Zudem sei eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C wünschenswert, denn diese könne das Risiko einer chronischen Entzündung senken. Ferner solle die tägliche Kochsalzaufnahme sechs Gramm nicht überschreiten.
Deshalb sollten Dialysepatienten nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin frische Lebensmittel und möglichst hochwertige, ungesättigte Fette verzehren.
Der gesunde Speiseplan der Insel Kreta
Die mediterrane Küche gilt nicht nur Menschen mit Nierenschäden als ideale Ernährung. So soll sie etwa gegen Herzinfarkte helfen und wird auch bei Diabetes wärmstens ans Patientenherz gelegt. Grund: die Esskultur der Griechen stelle ganz von selbst die ideale Ernährung zusammen, die Herzkreislauf-Erkrankungen vorbeugt, sodass dort die Sterblichkeit durch Herzinfarkte um ein 100faches niedriger liegt als im Rest Europas.
Die Küche des Mittelmeers meint nicht Pizza und Pasta, wohlmöglich auch noch aus dem Tiefkühlregal oder vom Bringdienst, sondern einen Speiseplan, der auch als Kreta-Diät bezeichnet wird. Sie zeichnet siihch aus durch eine Fülle von pflanzlichen Lebensmitteln, wie etwa Obst, Gemüse, Kartoffeln, Nüssen, Reis und Getreideprodukten wie Brot und andere Teigwaren.
Auch macht die Küche der Griechen aus, dass die Zutaten frisch und nicht zuvor von Lebensmittelchemikern vorbehandelt sind. Hinzu kommt, dass Olivenöl, das als besonders günstig gilt, ihnen als Hauptfettquelle dient. Milchprodukte sowie rotes Fleisch machen sich auf dem Esstisch dagegen eher rar. Dagegen gibt es in mäßigen Mengen Fisch, der Omega-3-Fettsäuren enthält, und Geflügel. Diese Kombination hat über die Jahrhunderte zu besonders gesunden Kreta-Bewohnern geführt und wird zum Nachahmen empfohlen.
kat/iwi/news.de/ap