Alternative Therapien Was hilft bei Krebs - was nicht?

Akupunktur (Foto)
Die Wirksamkeit von Akupunktur gilt als erwiesen – bei chronischen Schmerzen. Als Alternative zu einer konventionellen Krebstherapie kommt sie aber nicht in Frage. Bild: ddp

Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Alternative Heilverfahren finden immer mehr Beachtung - vor allem bei Krebspatienten. Doch welche Methoden sind empfehlenswert, welche sind nutzlos und welche vielleicht sogar gefährlich? News.de stellt einige Verfahren und ihre medizinische Bewertung vor.

Wenn die Schulmedizin nicht heilen kann, suchen viele Krebspatienten nach alternativen Therapieformen. Dabei stoßen sie auf ein schier endloses Angebot an Methoden und Heilmitteln, Philosophien und gut gemeinten Ratschlägen. Neben speziellen Krebsdiäten werden etwa Arzneien zur Verbesserung des Immunsystems angeboten, Heilbehandlungen mit Pilzen, Enzymen und Mikroorganismen sowie Therapien, die in den Stoffwechsel der Krebszelle eingreifen oder die Selbstheilungskräfte fördern.

«Wie soll sich der Laie in diesem großen Wirrwarr zurechtfinden?» Die Frage stellt sich auch Professor Karsten Münstedt, stellvertretender Direktor des Frauenklinikums der Universität Gießen. Selbst für Ärzte sei es schwierig, auf dem Gebiet der Onkologie den Überblick zu behalten und Wahrheit von Unwahrheit zu unterscheiden. Der Mediziner und die Apothekerin Petra Thienel haben in ihrem Patientenratgeber Krebs alternative Therapien unter die Lupe genommen. News.de stellt eine Auswahl vor:

Alternative Heilmethoden
Ganzheitlich oder unheimlich?

Therapien mit positiver Wirkung

Akupunktur: Das Setzen der Nadeln an bestimmten Akupunkturpunkten, die mit Organen oder Organbereichen in Verbindung stehen, beeinflusst und normalisiert den Energiefluss und reguliert auf diese Weise organische und psychische Störungen. Durch den Reiz, den die Akupunkturnadel ausübt, werden die Organe zur Selbstheilung angeregt.

Die Wirksamkeit von Akupunktur gilt für Münstedt und Thienel als erwiesen – wenn es um die Beseitigung von chronischen Schmerzen unter anderem bei Depressionen, Kopfschmerzen, Migräne, Schlafstörungen und Zahnschmerzen geht. Der Erfolg sei jedoch nicht immer von langer Dauer, so dass man wiederholt Behandlungen benötige (die von einigen Krankenkassen bezahlt werden). Fazit der Experten: «Als Mittel zur Linderung und zur Unterstützung einer konventionellen Krebsbehandlung ist Akupunktur gut geeignet. Als alleinige Krebsbehandlung darf sie keinesfalls verwendet werden.»

Cannabinoide: Die Inhaltsstoffe der Hanfpflanze sind besser bekannt unter dem Namen Haschisch. Cannabis hat krampflösende, appetitanregende, brechreizlindernde und schmerzlindernde Wirkungen. Diese Eigenschaften machen einen Einsatz bei Tumorerkrankungen, etwa bei der Chemotherapie, sinnvoll. Forscher stellten unter Laborsituation im Reagenzglas krebshemmende Wirkungen von Cannabinoiden fest, die für die Zukunft neue Hoffnungen wecken können.

Die Bewertung von Münstedt/Thienel: «In den USA haben Cannabinoide einen festen Platz in der Zusatztherapie von Krebs eingenommen. Viele Studien beweisen die Wirksamkeit des Mittels als Begleitmedikation, so dass es zur Linderung von Schmerzen und Besserung des Appetits bei Tumorpatienten geeignet zu sein scheint.»

Krebstherapien
Die Waffen gegen die Volkskrankheit

Grüner Tee: Zu den wichtigsten Wirkstoffen im grünen Tee zählen die Polyphenole. Sie wirken als starke RadikalfängerRadikalfänger sind Stoffe, die in der Lage sind, freie Radikale abzufangen und damit deren schädigende Wirkung zu neutralisieren. , weitaus stärker als Vitamin C und F. Eine Schutzwirkung gegen Haut-, Darm- und Lungenkrebs wird vermutet. Grüner Tee normalisiert außerdem die Blutfettwerte und hemmt die Blutgerinnung. «Grüner Tee wirkt nachweislich krebsvorbeugend und verhindert die Ausbreitung von Metastasen», lautet das Urteil der Autoren. Als Alternative zur klassischen Krebstherapie komme er aber nicht in Betracht. Zudem reagieren manche Medikamente mit Tee und werden unwirksam.

Hyperthermie: Darunter versteht man das künstliche Überwärmen von bestimmten Körperbereichen oder des ganzen Körpers. Die Temperaturerhöhung wird zum Beispiel durch Ultraschall, Infrarotstrahlen oder elektromagnetische Wellen erreicht. Man kann auch Stoffe spritzen, die Fieber auslösen, oder eine erwärmte Flüssigkeit als Infusion geben.

Münstedt und Thienel halten diese Therapieform zwar für «interessant» - etwa in Kombination mit Chemo- oder Strahlentherapie, wollen aber dennoch keine generelle positive Empfehlung abgeben, «weil bislang nur unzureichende Daten vorliegen». Zudem tummelten sich im Bereich der Hyperthermie neben seriösen Anbietern zahlreiche Personen, die weniger seriös arbeiteten. Es sei wichtig, sich vorher genau zu informieren. Unter www.hyperthermie.org findet sich eine Liste seriöser Anbieter. Die Kosten für eine solche Behandlung muss der Patient selbst tragen.

Lesen Sie auf Seite 2, welche Therapien eine nicht gesicherter Wirkung haben

Aromatherapie: Die Heilmethode setzt ätherische Öle ein, die antientzündliche, immunstärkende und entspannende Eigenschaften haben. Die Aromatherapie kann zum Beispiel bei Stress, Schlafstörungen, Erkältungskrankheiten, entzündlichen Hautkrankheiten, Erkrankungen des Verdauungstraktes und Muskelverspannungen in Betracht kommen. Die Anwendung könne auch bei allen Tumorarten erfolgen, dürfe aber immer nur als Begleittherapie betrachtet werden, lautet die Experten-Empfehlung.

Ginseng: Die Wurzel dieser Pflanze wird angeboten in Form von Pulver, Extrakt, Wurzelscheiben, Tee oder Kapseln. Die Einnahme soll das Immunsystem, die Herzleistung, die Leber und die Widerstandskraft des Körpers stärken sowie einen hohen Blutdruck und erhöhter Blutzuckerwerte senken.

Ginseng scheint laut den Autoren einen negativen Einfluss auf den PSA-SpiegelPSA steht für Prostata-Spezifisches Antigen, ein Eiweißstoff, der von den Zellen der Prostata in den Samen und in geringen Mengen auch ins Blut abgegeben wird. Ein hoher PSA-Spiegel ist ein Hinweis auf das Vorhandenseins eines Prostatakarzinoms. bei Prostatakrebs zu haben. Auch soll es auf den Alpha-ÖstrogenrezeptorÖstrogenrezeptoren werden in der Tumortherapie, vor allem beim östrogenabhängig wachsenden Brustkrebs der Frau, therapeutisch gezielt mit Antiöstrogenen blockiert, um das Wachstum des Tumors zu verlangsamen. wirken, so dass man bei hormonabhängigen Tumoren wie bei Brustkrebs vorsichtig sein sollte. Anders sehe es bei Dickdarmkrebs aus, wo sich Ginseng in Verbindung mit Fluorouracil, das in der Chemotherapie eingesetzt wird, als Zusatzmittel bewährt habe und das Krebswachstum hemme.

Misteltherapie: Die Mistel enthält unter anderem Eiweißstoffe (Mistellektine), die auf das Immunsystem wirken, so dass vermehrt GranulozytenGranulozyten sind weiße Blutkörperchen, die im Knochenmark gebildet und ins Blut abgegeben werden. Einige sind in der Lage, Krankheitserreger aufzunehmen und zu zerstören. Sie werden daher auch Fresszellen genannt. , MakrophagenMakrophagen gehören zu den weißen Blutkörperchen, die bei der Vernichtung von Tumorzellen helfen. und natürliche Killerzellen gebildet werden, um vermehrt gegen Tumorzellen vorzugehen. Außerdem kommt es zu einer Freisetzung von Endorphinen, die zu einer positiven Grundstimmung des Patienten führen und damit zur Stimmungsaufhellung beitragen.

«Wird allerdings zu viel an Mistellektinen verabreicht, kann die Reaktion ins Gegenteil umschlagen und eine Hemmung des Immunsystems bewirken», warnen Münstedt und Thienel. Ihr Fazit: Die Misteltherapie kann möglicherweise unterstützend wirken und die Lebensqualität während einer Chemotherapie verbessern. Sie führt zur Verminderung von Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen, so dass weniger Schmerzmittel während einer Chemo- oder Radiotherapie benötigt werden.

Lesen Sie auf Seite 3, welche Therapien auf der roten Liste stehen

Bienengift: Das Gift aus dem Stachel der Honigbiene wirkt gerinnungshemmend, wird zur Stärkung des Immunsystems, zur Rheumatherapie und zur Desensibilisierung bei Allergikern eingesetzt. «Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass es Krebs hemmen kann, wenn es direkt in den Tumor gespritzt wird», schreiben die Autoren. Die Anwendung stecke jedoch noch in den Kinderschuhen und können derzeit nicht empfohlen werden.

Colon-Hydro-Therapie: Die Darmreinigung beziehungsweise Darmspülung hat zum Ziel, Nahrungsreste, Giftstoffe und Allergene aus dem Darm zu spülen und die Darmschleimhaut in ihrer Funktion zu stärken. Zudem soll sie das Immunsystem anregen. Die Therapie wird nicht nur bei Allergien, Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen oder Migräne empfohlen, sondern auch bei Krebs. Nicht jedoch von Münstedt und Thienel, die darin auch keine Krebsprophylaxe oder gar Hoffnung auf Darmkrebsheilung sehen. Im Übrigen ist die Colon-Hydro-Therapie keine Kassenleistung.

Magnetfeldtherapie: Bei dieser Therapie wird durch ein elektrisches Gerät ein Magnetfeld erzeugt, das an den Körper oder die gewünschte Körperregion herangeführt wird - mit dem Ziel, die Durchblutung zu fördern, den Zellstoffwechsel anzuregen und die Sauerstoffversorgung zu verbessern. Sinn macht dieses Verfahren laut Autoren zum Beispiel bei Knochenbrüchen, Arthrose, Arthritis oder Muskelentzündungen, nicht jedoch bei Krebs. Die übertragene Wärmemenge sei zu gering, um Krebszellen derart zu schädigen, dass sie dabei absterben.
 

Lesehinweis: Karsten Münstedt und Petra Thienel: Patientenratgeber Krebs - Alternative Therapien medizinisch bewertet. Droemer/Knaur, München 2008, 366 Seiten, 22,95 Euro.

kat/news.de

Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • Neridia
  • Kommentar 5
  • 01.09.2014 21:30

Mein Name ist Neridia Scott und ich lebe in Deutschland, bei mir wurde vor 3 Jahren Brustkrebs diagnostiziert und ich habe Chemo Chirurgie und ich war nicht von dieser tödlichen Krankheit geheilt, bis ein Freund von mir, der Cannabis-Öl verwendet, um ihre Schilddrüsenkrebs heilen mich zu diesem Öl-Medikament und ich habe einige Nachforschungen auf eigene Faust im Internet wissen mehr darüber. Ich kontaktierte die Cancer Center London per e-Mail info.cancercentrelondon.co.uk@aol.com bestellen und es wurde mir innerhalb von wenigen Tagen geliefert und ich begann mit dem Cannabisöl für Behandlun

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  • Sabine234
  • Kommentar 4
  • 25.10.2010 09:02

Die homöopathische Krebstherapie von Petra Maria Scheid ist ein Ratgeber, der sehr gut begleitend zur schulmedizinischen Behandlung taugt, denn homöopathische Mittel können die Nebenwirkungen heilen oder je nachdem lindern. Darin wird auch auf die seelischen Zustände eingegangen.

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  • soso
  • Kommentar 3
  • 12.03.2010 13:33

Jeder der die Tatsachen kennt, hiermit also genau Bescheid weiß und trotzdem versucht die Wahrheit zu unterdrücken, Lügen verbreitet usw. macht sich mitschuldig vor dem Gesetz!!! Allen voran die Gerichte die die Überprüfung der NGM (Neue germanische Medizin) von Dr. Hamer nicht anordnen. Wer verfolgt eigentlich diese Täter? Im Übrigen sind wir diesbezüglich nicht weiter als im finsteren Mittelalter!!!

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