Pfunde schlagen aufs Gemüt - und eine Diät ebenfalls. Wer aber dennoch abnehmen möchte, sollte es mit weniger Fett versuchen. Denn eine Diät mit wenig Fett schlägt weniger auf die Stimmung als eine mit wenig Kohlenhydraten, melden australische Forscher.
Langfristig gesehen ist eine Diät mit wenig Fett besser als eine mit wenig Kohlenhydraten - zumindest für die Stimmung. Bei der Gewichtsabnahme macht sich nach einem Zeitraum von einem Jahr zwar kein Unterschied zwischen den beiden Diätformen bemerkbar, bei der Gemütslage allerdings schon, berichten australische Forscher im Fachblatt Archives of Internal Medicine.
Einen unterschiedlichen Einfluss auf kognitive Funktionen wie Denk- und Gedächtnisleistungen konnten sie in ihrer Studie dagegen nicht feststellen. Ein möglicher Grund für den Unterschied in der Stimmung könnte darin liegen, dass eine fettarme Ernährung leichter mit dem westlichen Ernährungsstil vereinbar
ist, vermuten die Forscher. Auch einen Einfluss der Menge an aufgenommenem Eiweiß und Fett auf die im Hirn freigesetzten Mengen an SerotoninSerotonin ist ein wichtiger Botenstoff des Körpers. Er wird unter anderem in den Blutplättche (Thrombozyten), in bestimmten Zellen des Magen-Darm-Traktes und in Nervenzellen hergestellt. Serotonin reguliert unter anderem die Weite von Blutgefäßen, des Magen-Darm-Traktes und der Atemwege. Außerdem vermutet man, dass Serotonin Körpertemperatur, Appetit, Schlaf und unsere Stimmung kontrolliert.
und damit auf die Stimmungslage schließen sie nicht aus.
«Dieses Ergebnis legt nahe, dass einige Aspekte einer kohlenhydratarmen Diät nachteilige Effekte auf die Stimmung haben, die über den Zeitraum von einem Jahr jegliche positive Effekte des Gewichtsverlusts negieren», schreiben Grant D. Brinkworth von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation in Adelaide, Abteilung Food and Nutritional Sciences und Kollegen.
Für gewöhnlich verbessert es den psychologischen Zustand einschließlich der Stimmung eines Übergewichtigen, wenn er erfolgreich abnimmt, erläutern die Forscher. Dass eine kohlenhydratarme Diät mit viel Protein und Fett eine effektive Alternative zum Abnehmen ist, konnten klinische Studien mittlerweile untermauern. Ob sich diese Form der Diät auf lange Sicht allerdings auf mentale Funktionen wie Stimmung und Wahrnehmung auswirkt, wurde dabei kaum untersucht.
Brinkworth und seine Kollegen ließen in ihrer Studie 106 Übergewichtige im Alter von durchschnittlich 50 Jahren entweder mit einer fett- oder mit einer kohlenhydratarmen Diät abnehmen. Sie untersuchten dabei regelmäßig Veränderungen von Gewicht, Stimmung sowie Denk-, Lern- und Gedächtnisleistungen der Probanden.
Nach einem Jahr hatten alle Teilnehmer gleich viel abgenommen. Es fanden sich auch keine Hinweise darauf, dass der Nährstoffgehalt einer der beiden
Ernährungsweise mit Veränderungen der mentalen Leistungen zusammenhing.
Das Stimmungsbild jedoch war bei den Probanden aus der Gruppe mit fettarmer Diät eindeutig besser als bei denjenigen, die sich an eine kohlenhydratarme Diät gehalten hatten. Nur bei denjenigen, die sich fettarm ernährt hatten, blieb die anfängliche Stimmungsverbesserung nach den ersten Erfolgen des Abnehmens auch bestehen.