Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager
Eine Lebensmittelvergiftung ist unangenehm - und vermeidbar. Zumindest im eigenen Haushalt. Denn meist verderben Hühnerbrust und Salami im Kühlschrank, weil man nicht genügend auf Hygiene geachtet hat. Hier ein paar Tipps.
Wird ein Ei schlecht, die Tomate matschig oder der Nudelsalat bekommt einen seltsam stichigen Geschmack, dann stimmt irgendetwas mit der Lagerung nicht. Wenn Lebensmittel für Bauchschmerzen sorgen, dann haben sie zu viel Zeit im Kühlschrank verbracht, wurden nicht richtig gekühlt oder beim Kochen ist etwas schief gelaufen. Denn auch, wenn Lebensmittel nicht genügend erhitzt wurden, können sie auf den Magen schlagen. Deshalb rät der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) in Frankfurt am Main, besonders bei Fleisch nicht an Garzeit zu knapsen.
Damit Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren, die besonders Kleinkindern, Schwangeren sowie kranken und älteren Menschen zu schaffen machen, in der Küche gar nicht erst aufkeimen und sowohl die Übertragung als auch die Vermehrung von Bakterien in der Küche verhindert werden können, hier ein paar Tipps:
Hygiene: Sie sind den ganzen Tag über Bakterienfallen ausgeliefert: Unsere Hände. Ob nun verschnupfte Menschen einem die Hand schütteln, die Finger über die verkeimte Computertastatur schnellen oder die suspekte Klotürklinke lauert. Ständig können Bakterien auf den Händen landen. Damit diese aber nicht mit dem Essen auch noch in den Mund gestopft werden, gilt als wichtigste Regel: Vor der Zubereitung und dem Verzehr von Lebensmitteln müssen Hände immer gründlich gewaschen werden. Außerdem: Rohe und zubereitete Lebensmittel sollten an getrennten Stellen verarbeitet werden.
Gemüse zu schnippeln macht natürlich Dreck, der anschließend möglichst schnell wieder weggewischt werden sollte, um nicht ungestört vor sich hinbrüten zu können. Spül- und Putzlappen werden nach dem Gebrauch zum Trocknen aufgehängt. Sonst kreiert man im feucht zusammengeknüllten Wischlappen ein perfektes Zuhause für die künftigen Krankmacher. Auch ist es ratsam, sich immer wieder neue Lappen zu leisten. Wer da knauserig ist, sollte zumindest alle Geschirrtücher und Wischlappen mit mindestens 60 Grad regelmäßig waschen. Für den einmaligen Gebrauch eignen sich auch ab und zu feuchte Allzwecktücher.
Kühlschrank: Auch wenn es nervig ist: Der Kühlschrank sollte mindestens alle vier Wochen gereinigt werden. Denn schließlich schwappt doch mal etwas Milch über, fällt etwas Käse aus der Packung, hinterlässt das Honigglas einen klebrigen Ring oder suppt das abgepackte Hackfleisch durch. Das setzt sich schnell fest und schimmelt ungestört vor sich hin, wenn man nicht zum Wischlappen greift.
Die Kühlschranktemperatur darf nicht über vier Grad liegen. Auch ist es durchaus ratsam, den Kühlschrank in verschiedene Bereiche einzuteilen. Nicht nur, um den Überblick zu behalten, sondern auch, um Lebensmittel richtig zu lagern. So gehört rohes Fleisch in den unteren Kühlschrankbereich und immer unter bereits zubereitete Speisen. Auch Lebensmittel sollten nach Möglichkeit in geschlossenen Behältern im Kühlschrank aufbewahrt werden, um lange frisch zu bleiben.
Wer Ordnung im Kühlschrank hält und regelmäßig aufräumt, der läuft auch nicht so schnell Gefahr, etwas hinter einem Gläsersammelsurium zu vergessen, dass dort langsam zu gammeln beginnt und ein dubioses Eigenleben entwickelt. Ganz wichtig: Entwickelt sich irgendwo ein flauschiger Schimmelpelz, dann landen betroffene Lebensmittel sofort und ohne Umweg im Mülleimer.
Kochen: Auftauen dauert auf der Arbeitsplatte viel zu lange. Das gibt Bakterien viel zu viel Zeit, um es sich etwa auf einem Tiefkühlsteak bequem zu machen. Lieber sollte die Kost aus dem Eisschrank entweder im Kühlschrank langsam, aber kühl geschützt aufgetaut werden - oder wenn es schnell gehen muss, mit Hilfe einer Mikrowelle. In beiden Fällen sollte eine Schüssel benutzt werden.
Außerdem gilt: Alle Speisen sollten immer ausreichend erhitzt werden. Lauwarmes Essen hat nichts auf dem Herd zu suchen. Wer vorkocht oder Essensreste lagern will, weil die Augen größer waren als der Magen, der verstaut die Überbleibsel am besten im Kühlschrank. Diese sollten da aber nicht ewig liegen, sondern innerhalb von zwei bis drei Tagen gegessen werden.
Reinigung: Wer eine Geschirrspülmaschine in seiner Küche stehen hat, sollte darauf achten, dass das Geschirr mit einer Temperatur von mindestens 50 Grad von Essensresten befreit wird. Wer von Hand spült, sollte sich gleich nach dem Essen aufraffen und zum Spüli greifen. Denn je länger die Teller mit Soßenresten bei Zimmertemperatur vor sich hin gammeln, desto glücklicher sind die keimigen Kleinstbewohner der Küche.
Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte zudem zu antimikrobiellen Haushaltsreinigern für die Arbeitsflächen mit direktem Lebensmittelkontakt greifen. Das gilt sowohl für den Kühlschrank und die elektrischen Küchengeräte als auch den Abfalleimer, der nicht nur regelmäßig entleert, sondern des Öfteren auch mal ausgewaschen werden sollte.
sis/reu/news.de/dpa