Sa., 26.05.12

Herzinfarkt 25.10.2009 Geschlechtsunterschied ist nur ein Mythos

Frau mit Herzinfarkt (Foto)
Frauen haben entgegen der landläufigen Meinung ähnliche Herzinfarkt-Symptome wie Männer. Bild: ddp

Die Behauptung, dass Frauen und Männer völlig unterschiedliche Beschwerden bei einem Herzinfarkt hätten, ist falsch, sagen kanadische Forscher. Tatsächlich hätten Frauen und Männer in erster Linie vergleichbare Symptome bei einer Herzattacke.

Im Grunde seien die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in dieser Hinsicht nur geringfügig. Sowohl Männer als auch Frauen klagen in vergleichbarem Ausmaß über typische Anzeichen wie etwa Schmerzen im Brustkorb, berichten kanadische Wissenschaftler während einer Tagung von Herz-Kreislauf-Spezialisten in Edmonton. Frauen erleben allerdings in der Tat häufiger zusätzlich Beschwerden im Kopfbereich.

«Sowohl die Medien als auch manche Informationsmaterialien für Patienten
behaupten häufig, dass Frauen die Symptome einer Herzattacke deutlich anders erleben als Männer», erläutert Martha Mackay von den Canadian Institutes of Health Research und der UBC School of Nursing. «Unsere Ergebnisse legen nahe, dass das einfach nicht der Fall ist.»

Mackay und ihre Kollegen hatten mehr als 300 Freiwillige während einer sogenannten Angioplastie nach deren Empfindungen befragt. Bei diesem
minimalinvasiven Eingriff wird über einen kleinen Schnitt in Arm oder Bein ein kleiner Ballon in eine verengte Arterie eingeführt, mit dem das Blutgefäß erweitert wird. Die Dehnung mithilfe des Ballons - vor allem in der Nähe des Herzens - kann dabei kurzzeitig Symptome verursachen, die denen eines Herzinfarktes gleichen.

Frauen und Männer empfanden vergleichbar häufig ein Ziehen in der Brust und andere charakteristische Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Schweißausbrüche oder Übelkeit, stellten die Forscher fest. Der Hauptunterschied zwischen den Geschlechtern bestand darin, dass Frauen mit einer größeren Wahrscheinlichkeit zusätzlich zu den klassischen Symptomen eines Herzinfarktes auch noch ein Ziehen in Kiefer, Hals und Nacken verspürten.

Die bislang in manchen Studien beobachteten Geschlechtsunterschiede könnten sich den Forschern zufolge unter anderem durch Probleme bei der Kommunikation oder einen ungünstigen Aufbau der Untersuchungen ergeben haben. So ist denkbar, dass Frauen ihre Beschwerden schlicht anders beschreiben als Männer. Um Kommunikationsmissverständnisse weitgehend zu vermeiden, rät Mackay insbesondere Patientinnen, dem Arzt sämtliche Symptome zu nennen und nicht nur die, nach denen gefragt wird. Umgekehrt sollten Ärzte geschlossene Fragen wie «Haben Sie Schmerzen in der Brust?» vermeiden und stattdessen eher offene Fragen stellen wie «Haben sie sonst noch irgendwelche Beschwerden?».

Einige wichtige Warnsignale eines Herzinfarktes - sowohl für Frauen als
auch für Männer - sind: Plötzliches Ziehen oder Schmerzen, die bei Frauen aber weniger eindeutig ausgeprägt sein können. Weiterhin können Schmerzen im Brustkorb, Nacken, Kiefer, in den Schultern, Armen oder im Rücken auftreten. Ein Herzinfarkt kann auch dann vorliegen, wenn die Schmerzen im Brustkorb mit Anstrengung aufkommen und mit Ausruhen wieder abklingen. Weitere Warnzeichen sind Kurzatmigkeit; Übelkeit; Schweißausbrüche und Angstzustände.

car/ham/news.de/wsa
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Selbstdenkend
  • Kommentar 2
  • 06.06.2010 12:49
 

Der polare Unterschied muss wohl wohl tatsächlich in Frage gestellt werden. Hormone, Chromosomen, Psychologie, soziales Umfeld, Anatomie bringen eine Vielfalt an Schattierungen. Unsere westliche Regierung baut auf die Unterdrückung des "weiblichen" auf. Eine Abschaffung des Geschlechts ist wohl erst in einigen 100 Jahren möglich. Die Erde war auch 100.000t evon Jahren eine Scheibe, gestützt von Regierungen, Wissenschaftler und Religion. Manches dauert eben länger - auch einer Gesellschaft des Wissens.

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  • Grünpfeil
  • Kommentar 1
  • 31.05.2010 21:43
 

Vermutlich wie bei vielen anderen Themen, die nur aufgebauscht wurden - die Unterschiede zwischen Frauen und Männern sind nicht so groß, wie manche meinen! Das heißt ja nicht, dass es keine gäbe - aber man/frau sollten vielleicht nicht immer so übertreiben...

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