16.10.2009, 14.31 Uhr

Nasenspray: Zu viel Sprühen ist schädlich

Die nächste Erkältung kommt bestimmt: Viele greifen dann zu einem Nasenspray, das rezeptfrei in jeder Apotheke zu bekommen ist und nicht viel kostet. Aber so harmlos wie viele denken sind die Sprays nicht. Denn zu viel Sprühen kann süchtig machen!

Viele unterschätzen die Risiken von Nasensprays. Bild: ddp

Viele Menschen unterschätzen nach einer Umfrage das Risiko von Nasensprays. Insgesamt 40 Prozent der Befragten gingen davon aus, abschwellende Sprays bis zu zwei Wochen oder länger ohne gesundheitliche Gefährdung benutzen zu können, teilt die Techniker Krankenkasse (TK) mit.

Vier Prozent hielten sogar die unbegrenzte Verwendung für unbedenklich. «Dabei führen abschwellende Nasensprays schon nach nur ein bis zwei Wochen zu einer Gewöhnung. Die Sprays können zu einer Nasenspray-Abhängigkeit führen», sagt TK-Apothekerin Ursula Battmer. Nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen gibt es 100.000 Nasenspray-Süchtige in Deutschland.

Für die repräsentative Umfrage hatte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1000 Menschen befragt. Jeder Achte sagte, er habe Nasenspray schon einmal länger als empfohlen eingesetzt. Bei den 18 bis 25 Jahre alten Befragten setzte sogar jeder Fünfte die Mittel übermäßig lange ein.

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Die Sprays führen im Normalfall dazu, dass sich die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut zusammenziehen und der Kranke wieder besser durch die Nase atmen kann, erklärt Battmer. «Das ist bei akuten Erkältungen gewünscht, damit die Nasennebenhöhlen besser belüftet werden und sich nicht entzünden.» Eine längere Anwendung aber sei gefährlich. «Beim Einsatz von Nasenspray über einen langen Zeitraum kann es auch zu schweren Schäden in der Nase kommen, die von einem Arzt behandelt werden müssen.»

Das bestätigt auch die Bundesapothekenkammer. «Nasensprays helfen schnell und effektiv gegen geschwollene Schleimhäute. Aber länger als eine Woche ohne Unterbrechung sollten die Sprays auf keinen Fall benutzt werden», heißt es dort. Denn sonst könne die Nasenschleimhaut völlig austrocknen und empfindlich geschädigt werden. Im schlimmsten Fall kann sogar das Gewebe absterben. Das gilt besonders, wenn in dem Spray die Wirkstoffe Xylometazolin, Oxymetazolin oder Tramazolin enthalten sind.

Außerdem kann Nasenspray regelrecht süchtig machen, denn die Nasenschleimhaut gewöhnt sich an das ständige Sprühen, warnt die Bundesapothekenkammer. Als kurzfristiges und schnelles Hilfsmittel sei Nasenspray aber durchaus geeignet.

Eine Alternative für «Vielsprüher» sei ein Salzwasserspray. Das wirke zwar nicht so schnell, sei aber auch bei längerer Anwendung unbedenklich. Auch das gute alte Kamillen-Dampfbad sei eine wirksame und harmlose Alternative, so die Bundesapothekenkammer.

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car/nak/news.de/dpa

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