Aber bitte mit Wasser und Seife!
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Was folgt nach dem Gang auf die Toilette? Was kommt vor dem Essen? Hände waschen natürlich. Das weiß jedes Kind. Doch so mancher Erwachsener hat dies vergessen. Der Welttag des Händewaschens bietet Gelegenheit, sich daran zu erinnern.
Wer denkt, dass ein Tag des Händewaschens nur in Entwicklungsländern Sinn macht, weil in Europa sowieso eher Sorge zur Überhygiene besteht, der irrt. Laut einer aktuellen Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine halten die Briten nämlich nicht viel vom Händewaschen.
Wissenschaftler testeten 409 Pendler an Bus- und Zugstationen: Je nördlicher, umso schmutziger waren die Finger. Fäkalbakterien tummelten sich auf den Händen, weil die Leute sie nach dem Gang zur Toilette nicht anständig gewaschen hatten. 53 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen in Newcastle halten nicht viel von Sauberkeit. Während in Newcastle und Liverpool die Frauen sauberere Hände hatten als die Männer, war es in den Städten Birmingham, Cardiff und London umgekehrt.
Klinkt eklig? Ist es auch, denn Bakterien und Viren lieben schmutziges Milieu. Ein internationaler Tag zum Händewaschen macht also durchaus Sinn. Aber wie bringt man die Menschen zum Händewaschen? Auch darüber haben britische Forscher nachgedacht. Nachdem sie die Reaktionen auf unterschiedliche Hinweisschilder am Eingang der Toiletten von Autobahnraststätten analysiert haben, kommen sie zu dem Schluss: Wer Menschen zum Händewaschen mit Seife nach dem Toilettengang bewegen möchte, sollte wohl am besten an das Schamgefühl appellieren.
Die beste Wirkung hatte ihren Beobachtungen zufolge die Mitteilung «Is the person next to you washing with soap?» (Benutzt die Person neben Ihnen Seife?). Allerdings reagieren Männer und Frauen unterschiedlich auf solche schriftlichen Aufforderungen, berichten die Wissenschaftler im American Journal of Public Health - pünktlich zum heutigen Welttag des Händewaschens. Das Waschen der Hände mit Seife ist eines der einfachsten und wirksamsten Mittel, sich und andere vor Infektionen zu schützen - von Erkältungskrankheiten bis zu Darminfekten.
«Es ist schwierig zu wissen, welche Art von Hinweisen am effektivsten darin ist, alltägliches Verhalten zu verändern», erklärt Robert Aunger von der London School of Hygiene & Tropical Medicine. «Daher ist es wichtig, experimentell zu testen, was unter realen Umständen funktioniert.» So hatten Aunger und seine Kollegen auf den Toiletten britischer Autobahnraststätten eine Reihe verschiedener LED-Hinweise installiert, die auf unterschiedliche Weise zum Händewaschen mit Seife aufforderten.
Darunter waren etwa Bemerkungen wie «Water doesn't kill germs, soap does» (Wasser tötet keine Bakterien ab, Seife schon) oder «Don't be a dirty soap dodger» (Sei kein schmutziger Seifen-Drückeberger). Die Effektivität der jeweiligen Nachrichten prüften die Forscher mithilfe von Sensoren in den Seifenspendern und sammelten so Daten von knapp 200.000 Toilettenbesuchen.
Insgesamt war der Hinweis, der dazu anhielt andere zu beobachten und so das Schamgefühl ansprach, am effektivsten darin, sich die Hände mit Seife zu waschen. Aber es stellte sich auch ein verblüffender Unterschied zwischen Männern und Frauen heraus: Während Frauen stärker auf eine schlichte Erinnerung reagierten, ließen sich Männer eher von Ekelgefühlen beeindrucken, wie sie etwa durch Hinweise wie «Soap it off or eat it later» (Wasch's mit Seife ab oder iss es später mit) heraufbeschworen werden.
In mehr als 70 Ländern weltweit wird am Welttag des Händewaschens an diese simple und kostengünstige, aber effektive Hygienemaßnahme erinnert.
car/iwi/news.de/wsa
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