Wurzeln schlagen in der Fremde
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Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Artikel vom 19.10.2009
Die Arbeit in der Natur kann helfen, körperliche und seelische Leiden zu heilen. Zahlreiche Kliniken und Seniorenheime in Deutschland setzen bereits auf die heilsame Wirkung von Therapiegärten. News.de besuchte einen Heilgarten für Folteropfer.
Er hatte einen großen Garten. Früher, in der Heimat. Jeden Tag hat er dort ein paar Stunden verbracht. Samen eingestreut, Büsche geschnitten, Unkraut gejätet, Beete umgegraben und Obst und Gemüse geerntet. Doch dann kam der Krieg, und Goran Krasnic (Name von der Redaktion geändert) ist mit seiner Familie geflohen und hat seinen Garten, sein Haus, seine Bäckerei, sein ganzes Land zurückgelassen.
Jetzt sitzt er auf einer Parkbank unter hohen Bäumen und blättert in einem bunten Magazin in serbokroatischer Sprache. «Sehen Sie!», winkt der ältere Herr in blauem Hemd und grauer Flanellhose einen Besucher heran. «Kiwi, Bananen, Erdbeeren – Vitamine!» Als gelernter Bäcker liest er gerne Rezepte und versucht, sie – so weit sein Deutsch reicht – zu übersetzen. Dabei vergisst er nie, das Wörtchen «gesund» zu erwähnen. Er gibt ein friedliches Bild ab – der grauhaarige Mann im Garten.
Doch das, was er erlebt hat, war alles andere als friedlich. 1993 wurde Goran Krasnics Leben über Nacht zerstört. Serbische Milizen rückten in sein Dorf ein, machten alles, was ihm gehörte, dem Erdboden gleich. «Alles kaputt», sagt Goran Krasnic, «nichts ist mehr da.» Er musste gehen. Sofort. Und kam mit seiner Familie nach Berlin.
Zwölf Jahre hat er sich nicht auf die Straße getraut
Es hatte lange gedauert, bis Goran Krasnic über sein früheres Leben reden konnte. Zwölf Jahre lang traute er sich auch in Deutschland kaum auf die Straße. «Ich bin nicht einkaufen gegangen und auch nicht spazieren», erzählt der Kroate. Lange ging das so. Bis ihm endlich jemand riet, professionelle Hilfe zu suchen.
Die Hilfe hat Goran Krasnic im Behandlungszentrum für Folteropfer (bzfo) im Berliner Stadtteil Moabit gefunden. Dort sitzt er im interkulturellen Heilgarten und erzählt stolz, dass er einer der ersten war, die sich hier ein eigenes Beet anlegten – mit Pflanzen, die er von zu Hause kannte und die ihm das Gefühl gaben, auch in Deutschland einen Acker bestellen und Wurzeln ausbilden zu können.
500 Flüchtlinge werden jährlich im bzfo behandelt: Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer aus dem Kosovo, Irak, Iran, Afghanistan, Aserbaidschan, Togo und Tschetschenien. Aus insgesamt mehr als 80 Ländern. Das Behandlungszentrum, 1992 von Ärzten mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes gegründet, ist ihr Treffpunkt, wird so zu einem Spiegel der Weltpolitik.
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Korektur: Es muß natürlich heißen: Besser noch SELBST MUSIZIEREN!!! Systemfehler.
jetzt antwortenKommentar meldenGut! Man sollte auch die Musiktherapie mit einbeziehen. Besser nicht selbst musizieren! Beschäftigen Sie sich mit der Hirnforschung boder laden Sie auch mal einen Hirnforscher ein! Es kommt auf die Schwingung an!!! Oder, der Ton macht die Musik!!! Oder, Musik wird oft als störend empfunden, da sie mit Geräusch verbunden!!! Das gilt aber nur für die Oldys die uns ständig mit der "Hammermusik" z.B. auf Bayern 1 schmackhaft gemacht werden soll. Credo: Musik kann heilen aber auch das Gegenteil bewirken! Ähnliches wäre über die Architektur zu sagen... Oft fehlt die Achtung vor der alten Substanz...
jetzt antwortenKommentar meldenFinde ich eine tolle Sache. Müßte mehr publik gemacht werden.
jetzt antwortenKommentar meldenSehr gut!
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