Rasieren, Epilieren und Co. Haarlos glücklich

Olympiaschwimmer Thomas Rupprath (Foto)
Olympiaschwimmer Thomas Rupprath setzt auf haarlose Körperdynamik und hat sich für die Nassrasur entschieden. Bild: Wilkenson Sword

Von news.de-Redakteurin Katharina Peter
Rückenfell, Achselwolle oder Stoppelfeld an den Beinen. Haarige Angelegenheiten werden oft als unästhetisch empfunden. Da viele Wege zur enthaarten Haut führen, zeigt News.de die Vor- und Nachteile von Rasieren, Epilieren und Co.

Rasieren
Die Befreiung von haarigen Angelegenheit an Beinen, Achseln oder der Bikinizone wird meist mit dem Nassrasierer vorgenommen. «Das ist auch die empfehlenswerteste Methode», sagt Haarexperte Dr. Andreas Finner. Den Rasierer kann jeder im eigenen Badezimmer schwingen.

Der große Vorteil der Klinge: Es geht schnell und schmerzlos. Vorausgesetzt, dass man geschickt genug ist, sich nicht ins eigene Fleisch zu schneiden. Die Gefahr besteht vor allem bei den Achseln, aber auch im Gesicht, wo die Hautschicht dünner ist als etwa an den Beinen. Welche Klinge die beste ist, muss jeder anhand der Empfindlichkeit seiner Haut erproben.

Ebenfalls fürs Rasieren spricht: «Es sind kaum Nebenwirkungen zu erwarten», so Finner. Wichtig sei die richtige Vor- und Nachbereitung. Ob Gel oder Schaum, parfümiert oder ohne Duft, zum Einweichen der Haare benutzt wird, das hänge von den individuellen Vorlieben ab. Hauptsache: PH-angepasst.

Rasieren, Epilieren und Co.
So geht's zum haarlosen Glück

Beim Nachbereiten entscheidet der Hauttyp. Die Optionen umfassen fettende Cremes bei sehr trockener Haut bis zur desinfizierendem Alkohol bei stark fettiger Haut. Von Vorteil sind antibakterielle Pflegemittel. Denn: Der Klinge fallen nicht nur die Haare zum Opfer, auch die oberste Hautschicht wird abgeschabt und bietet Angriffsfläche für Bakterien.

Der Nachteil: Die Haare wachsen sehr schnell nach. Das Ritual muss ständig wiederholt werden. Hinzukommt: Stoppelige Haut neigt zu Irritationen. Wer dann kratzt, kann leicht Entzündungen hervorrufen. Und das ist Stress für die Haut.

Und: Wer zu eingewachsenen Haaren neigt oder Hauterkrankungen, wie Akne, hat, wird sich immer wieder über kleine Entzündungsherde ärgern. Das kann im schlimmsten Fall zu Narben führen.

Epilieren
Der Vorteil des Epilierens ist, dass die Enthaarung länger anhält. Auch das anschließende Stoppelfeld der Rasierbeine fällt weg. Die Haare werden wie mit einer Pinzette einzeln herausgerupft und brauchen eine Weile, bis sie wieder nachwachsen. Vorbereitungen fallen weg. Aber im Anschluss ist es von Vorteil, wenn ebenfalls antibakterielle Pflegemittel zur Hand genommen werden.

Der größte Nachteil: Es ist eine schmerzhafte Angelegenheit. Auch kommt es vor, dass nach langjährigem Rupfen auf der Haut einfach kein Härchen mehr nachwächst. «Bevor man anfängt mit einem Epilierer oder einen Pinzette vorzugehen, sollte man sich genau überlegen, ob an der Stelle auch langfristig haarlos sein soll.» Auch beim Epilieren besteht immer die Gefahr, dass Haare einwachsen und für unangenehme Pickel, Knötchen und Entzündungen sorgen. Zwar bleibt die obere Hautschicht unverletzt, aber an den Haarkanälen kann es zu Schäden kommen. «Das ist ein offenes Feld für Bakterien», so Finner.

Wer sich den Schmerz zutraut, kann prinzipiell jedes Körperteil gefahrlos epilieren. Aber: Die Haarwurzeln an den Achseln sind besonders dick und sitzen sehr tief, warnt Finner. Der Schmerz ist dementsprechend groß.

Waxing
Ähnliche Prinzipien wie beim Epilieren gelten auch beim Waxing. Der große Vorteil: Die Haare werden großflächig über Streifen mit einem Ruck entfernt. «Dann dauert der Schmerz nicht so lange», so Finner. Das sei gerade bei größeren Flächen, wie etwa beim behaarten Männerrücken oder einem Brustteppich von Vorteil. Ob Kalt- oder Heißwachs – da muss jeder seinen eigenen Weg finden. Da beim Heißwachs aber bei falscher Anwendung Verbrennungen drohen, rät Finner sich in Profihände zu begeben, anstatt zuhause zu experimentieren. Ein weiterer Grund sich einem Enthaarungstudio anzuvertrauen: Bei falscher Lagerung kann der Wachs zum Nährboden für Bakterien werden, die dann in den Haarkanälen ihr Unwesen treiben.

Cremen
Der sanfte Schein täuscht. Nur ein bisschen Creme auf die Beine, ein wenig einwirken lassen und dann die Creme samt Haaren abstreichen. Doch was die Haare so sehr aufweicht, dass sie bei der kleinsten Berührung an der Wurzel reißen und sich abstreifen lassen, geht auch an der Haut nicht spurlos vorbei.

Die Gefahr, dass die in der Haut verbleibenden Reste schnell zu schmerzhaft eingewachsenen Haaren entwickeln, ist noch größer als beim Rasieren oder Epilieren. Das liege daran, das das Hornmaterial beim Haarausgang ebenfalls aufgeweicht wird. «Das ist ein riesiger offener Krater», warnt Finner. Gerade beim Cremen ist deshalb eine besonders gründliche antibakterielle Nachbereitung wichtig.

Lasern
Wer sich nicht immer wieder mit dem haarigen Problem auseinandersetzen will, sondern glatte Sorglosigkeit auf Dauer anstrebt, kann zum einen mit der sehr zeitaufwendigen Methode der Nadelepilation, bei der jeder einzelne Haarkanal per Wärme verödet wird, anwenden. Auch Lasern oder pulsierendes Licht sind Alternativen. Dieses zielgrichtete Licht erwärmt die Haarpigmente, sodass das Haar dort geschädigt und die Hitze an die Wurzel weiterleitet wird. In vielen Fällen wächst anschließend nichts nach. Hat man es mit hartnäckigen Haaren zu tun, folgt aber auch nur ein viel dünneres oft helleres Flaumhärchen.

Meist braucht es mehrere Sitzungen und bei einigen Patienten eine Wiederholung pro Jahr. Dennoch ist Lasern ist aber keine Garantie für Haarlosigkeit. Obwohl nur ausgebildete Ärzte mit den Lasern hantieren dürfen, kommt es immer wieder zu Verbrennungen.

Bleichen
Die Haare optisch einfach durch Bleichmittel verschwinden zu lassen ist auch ein Trick. Da aber Chemikalien die Haut reizen können, ist Vorsicht geboten. Bevor großflächig das Bleichmittel auf die Beine oder über den dunklen flaumigen Damenbart geschmiert wird, sollte jeder an einer kleinen Stelle ausprobieren, wie gut er das Mittel verträgt.

car/news.de

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