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Stimmungsmacher auf dem Teller (Bild 1/ 11)
Baby.jpg (Foto)
Foto: istockphoto
09.10.2009

Glücksgrund Nummer Eins! Die meisten Deutschen nennen die Geburt ihres Kindes oder Enkelkindes als den glücklichsten Moment.

Mood Food

Essen, was glücklich macht

Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen

Schokolade gegen Liebeskummer oder Austern beim romantischen Candle-Light-Dinner: Essen ist mehr als bloßes Hungerstillen. Vielmehr dient uns Nahrung als Trost, Belohnung, Zeitvertreib, Lustverstärker - oder Glücklichmacher.

Er ist weg. Nach fünf Jahren gemeinsamer Tisch, gemeinsames Bett hat der Herzensmann das Weite gesucht. Zurück bleiben nur Stille, Öde, Traurigkeit - und der Kühlschrank. Dort warten mehr Trösterchen auf verwundete Seelen als manche glauben möchten: Schokolade zum Beispiel oder der Braten vom Vortag. Für die Seelentröster gibt es einen Namen: Mood Food - Glück, das durch den Magen geht und im Handumdrehen die Stimmung hebt.

Kann man gute Laune wirklich essen? Klar, sagt Dr. Andrea Flemmer: «Die richtigen Lebensmittel können das Glücksempfinden tatsächlich steigern. Schließlich essen wir nicht nur, weil wir hungrig sind. Wir essen auch, weil wir traurig, gelangweilt, fröhlich oder gestresst sind, weil wir abschalten oder uns belohnen wollen.» Flemmer ist Diplom-Biologin, Ernährungsexpertin und Buchautorin. Gerade ist ihr neuester Ratgeber Mood Food - Glücksnahrung erschienen.

Laut Mood-Food-Philosophie können uns gleich mehrere Stoffe Hochgefühle bescheren. Der bekannteste ist der Botenstoff Serotonin. Im Gehirn produziert, wirkt dieser auf unser Nervensystem, reduziert Schmerzen, sorgt für Entspannung und Euphorie. «Je weniger wir von diesem Hormon in unserem Körper haben, um so unausgeglichener sind wir», erklärt die Ernährungsexpertin. «Wir werden rastloser, schlafen schlechter und werden zunehmend unmotivierter.»

Tryptophan und Kohlenhydrate sind die Helfer

Das Serotonin braucht jedoch Unterstützung, um seine Aufgabe erfüllen zu können: Damit das Gehirn genug von diesem Hormon ausschütten kann, muss der Körper Tryptophan aufnehmen. Dieser Eiweißbaustein kann jedoch nicht vom Körper selbst hergestellt werden. Tryptophan ist aber in vielen Lebensmitteln wie zum Beispiel in Gemüse und Hülsenfrüchte enthalten.

Damit das Tryptophan in unser Gehirn gelangt, sind wiederum Kohlenhydrate notwendig. Sie werden im Darm in Zucker umgewandelt. Der angestiegene Blutzuckerspiegel belebt die Insulinproduktion, und die Nervenzellen werden aufnahmebereit für das Tryptophan. Über die Blutbahnen gelangt es dann direkt in das Gehirn, wo daraus Serotonin entsteht. Der Serotoninspiegel steigt am schnellsten bei einer Kombination aus Kohlenhydraten, Zucker und hohem Fettgehalt wie etwa Schokolade, Chips oder Pizza. Der Haken: Diese Glücksbringer machen leider auch dick - und ruinieren die gerade gewonnene gute Laune.

Die gute Nachricht ist, dass Mood Food auch in figurfreundlichen Varianten zu haben ist und sich in Lebensmitteln versteckt, die man nicht gerade für geheime Glückmacher halten würde. Das gilt zum Beispiel für viele «Scharfmacher» wie Chili oder Pfeffer. «Deren Inhaltsstoff Capsaicin löst auf der Zunge einen leicht brennenden Schmerzreiz aus», erklärt Flemmer. «Dieser wiederum bewegt den Körper zur Ausschüttung von Endorphinen. Und schon ist man mitten drin im Pepper-High-Effekt mit gesteigertem Glücksgefühl und leichter Euphorie.»

Die miese Laune einfach wegessen

Laut Flemmer lassen sich durch Glücksnahrung auch Wechseljahr- und Menstruationsbeschwerden sowie leichte depressive Verstimmungen besiegen. Pasta mit Gemüsesoße, warme Milch mit Honig oder Mandeln, Haselnüsse und Sesam vertreiben den Trübsal. Allerdings, so die Autorin, führt bei einer richtigen Depression kein Weg an ärztlicher Betreuung vorbei. «Es handelt sich um eine Krankheit, die unter Aufsicht gehört. Da sollte man nicht mit Lebensmitteln herumexperimentieren.»

«Eigentlich», so Flemmer, «ist es ganz einfach, glücklich zu sein. Denn Essen an sich tut gut.» Nicht nur, weil die Mischung aus Kohlenhydraten und Fett die Endorphinproduktion besonders heftig ankurbelt. Nein, Essen generell verschafft einfach angenehme Gefühle, sagt Flemmer. «Sie brauchen ja nur jemanden anzuschauen, der Diät hält. Der grantelt doch nur herum.»

Und noch ein Grund zur Freude: Bei einigen Lebensmitteln wurde ein Zusammenhang zwischen guter Laune und gesteigerter Lust am Sex festgestellt: zum Beispiel bei Granatapfelsaft (fördert die Durchblutung), Ginseng (produziert das Hormon Testosteron), Karotten (die darin enthaltenen Prophyrine fördern die Ausschüttung von Sexualhormonen) oder Fenchel (seine östrogenähnliche Substanz Estragol soll das sexuelle Verlangen bei Frauen erhöhen).

Lesehinweis: Dr. Andrea Flemmer: Mood Food - Glücksnahrung, Schlütersche Verlagsgesellschaft, September 2009, 144 Seiten, 12,95 Euro.

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