Händewaschen ist oberstes Gebot
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Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Artikel vom 25.09.2009
Mangelnde Hygiene im Umgang mit Kontaktlinsen kann zu schwerwiegenden Augeninfektionen führen. So sollten die Linsen nie in Kontakt mit Leitungswasser kommen. Das Risiko lässt sich mit einfachen Hygienetipps verringern.
Welche Kontaktlinsen gibt es?
«Der Markt ist fast undurchschaubar, die Auswahlmöglichkeiten sind vielfältig», sagt Professor Berthold Seitz, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg (Saar). Prinzipiell unterscheidet man zwischen formstabilen (harten) und weichen Kontaktlinsen. Außer in der Materialkonsistenz unterscheiden sich beide Typen deutlich in Größe, Spontan- und Langzeitverträglichkeit, Handhabung und Haltbarkeit. Während formstabile Kontaktlinsen durchschnittlich auf zwei Jahre ausgelegt sind, gibt es weiche Linsen für einen Tag, zwei, vier oder zwölf Wochen bis hin zu einem Jahr Nutzungsdauer.
Welche Hygieneschritte sind zu beachten?
Weiche und harten Kontaktlinsen benötigen unterschiedliche Pflege. «Zunächst ist es unerlässlich, vor dem Einsetzen oder Herausnehmen der Linsen die Hände zu waschen», sagt Seitz. Bei formstabilen Linsen sollte die Pflege mindestens aus einem Oberflächenreiniger zur manuellen Reinigung nach dem Tragen, einer desinfizierenden Aufbewahrungslösung und einer Kochsalzlösung zum Abspülen bestehen.
«Weiche Kontaktlinsen sind aufgrund ihres schwammartigen Aufbaus mit relativ großen Poren besonders gefährdet, Keime wie etwa Viren, Bakterien und Pilze aufzunehmen», sagt der Augenarzt. Daher sei eine effektive Bekämpfung der Krankheitserreger unerlässlich. «Leider wird diese Notwendigkeit oft unterschätzt, was sich in einer bedeutend höheren Infektionsrate bei Weichlinsenträgern bemerkbar macht», bedauert Seitz.
Weichlinsen sollten daher mit Wasserstoffperoxid desinfiziert werden. Diese «scharfe Lösung», so Seitz, werde entweder mit einer zweiten Lösung, einer beigefügten Tablette oder einem speziellen Metallring neutralisiert, damit es am Auge nicht brennt.
Und was ist mit All-in-one-Pflegemitteln?
Davon rät Seitz ab. Die Desinfektionswirkung sei nicht effektiv, außerdem lagern sich die Konservierungsstoffe der Lösung in die Oberfläche der Kontaktlinsen ein und werden beim Tragen allmählich in den Tränenfilm abgegeben. Das kann zum einen allergische Reaktionen auslösen, zum anderen das Auge trocken machen.
Wozu dienen Proteinentferner?
«Im Tränenfilm enthaltene Eiweißbestandteile lagern sich gerne so fest an die Kontaktlinsenoberfläche an, dass die meisten normalen Reiniger sie nicht komplett entfernen können», erklärt Seitz. Es bildet sich eine ständig wachsende, zunächst nicht einmal mit dem Mikroskop erkennbare Schicht auf der Kontaktlinse. Später wird die Linse rau und gleitet weniger. Als Folge reagiert das Auge rot und gereizt auf die Linsen.
Was kann man bei der Pflege von Kontaktlinsen noch falsch machen?
«Kontaktlinsen sollten nie in Kontakt mit Leitungswasser kommen, denn dieses enthält trotz Trinkwasserqualität immer noch Mikroorganismen, die zwar den Linsen nicht schaden, wohl aber dem Auge», warnt Seitz. Auch mache es keinen Sinn, Pflegemittel in andere, kleinere Fläschchen umzufüllen. Die dazu notwendigen Sterilitätsanforderungen könnten im Haushalt nicht erfüllt werden, so der Experte.
«Natürlich macht es auch keinen Sinn, die Desinfektionslösung aus Sparsamkeit zu verdünnen oder mehrfach zu verwenden», sagt Seitz. «Man benutzt ja auch nicht drei Tage lang dasselbe Spülwasser für das Geschirr.»
nak/news.de
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