So., 12.02.12

Kopfschmerztag Es bohrt, sticht, hämmert

Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen

Artikel vom 05.09.2009

54 Millionen Menschen in Deutschland haben Kopfschmerzen - eine gewaltige Dimension, gewissermaßen ein Volksleiden. Der Deutsche Kopfschmerztag, ausgerufen von Ärzten, Schmerzforschern und Selbsthilfegruppen, soll auf die unterschätzte Krankheit aufmerksam machen.

In Deutschland leidet deutlich mehr als die Hälfte aller Menschen regelmäßig unter Kopfschmerzattacken: Knapp 40 Prozent der Erwachsenen kämpfen nach Angaben des Forums Schmerz immer wieder mit sogenannten Spannungskopfschmerzen, weitere 10 Prozent leiden unter Migräne.

Besorgniserregend ist auch die steigende Anzahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen. So kennen laut der Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft bereits mehr als ein Drittel aller Teenager die Qual wiederkehrender Kopfschmerzen. Zur besseren Aufklärung über Kopfschmerzformen und Therapien organisieren daher Apotheken, Selbsthilfegruppen und das Deutsche Grüne Kreuz am 5. September den Deutschen Kopfschmerztag.

Verspannte Muskeln sind das Problem

Sowohl bei den Spannungskopfschmerzen als auch bei der Migräne handelt es sich um primäre Kopfschmerzen, das heißt, der Schmerz , der sich als Bohren, Stechen, Pochen oder Hämmern äußern kann, ist nicht ein Symptom einer Erkrankung, sondern die Erkrankung selbst. Die eigentlichen Ursachen der Kopfschmerzen sind bis heute nicht komplett erforscht, auch wenn die Krankheit so weit verbreitet ist.

«Wie der Name schon sagt, geht man bei Spannungskopfschmerzen davon aus, dass verspannte Muskeln das Problem sind», erklärt der Leiter des Forums Schmerz vom Deutschen Grünen Kreuz, Dietmar Krause, aus dem hessischen Marburg. Das zumindest ließen die Symptome wie beidseitiger, dumpf drückender Schmerz leichter bis mittlerer Intensität vermuten. «Wirklich sicher ist man sich aber nicht.»

Die mit wesentlich stärkeren gesundheitlichen Einschränkungen verbundene Migräne hingegen hat wahrscheinlich andere Ursachen. «Studien weisen darauf hin, dass eine Überaktivität der Nerven des Hirnstamms dafür verantwortlich ist», erklärt der Experte. Dies wiederum setze übermäßig viele Botenstoffe wie Serotonin frei, so dass die Blutgefäße im Gehirn anschwellen. «Diese Schwellung drückt auf die umliegenden Nerven und löst einen pulsierenden, pochenden Schmerz aus.»

Das Wetter ist ein Auslöser von Kopfschmerzen

Als wäre das nicht genug, müssen kopfschmerzanfällige Menschen in den kommenden Wochen mit noch größeren Problemen rechnen. Neue Studien belegen nämlich einen Zusammenhang zwischen dem Wetter und den Kopfschmerzattacken, wie der ärztliche Leiter des Ostdeutschen Kopfschmerzzentrums in Berlin, Jan-Peter Jansen, sagt. Demnach verursachen vor allem Wetterwechsel Schmerzen im Kopf, können doch instabile Wetterlagen für den gesamten Körper «purer Stress» sein.

Wechseln sich folglich wie im nahenden Herbst Hochs und Tiefs immer wieder ab, steigt das Schmerzrisiko. «Hinzu kommt, dass Blutgefäße, Nerven und Muskeln sehr nah an der Oberfläche des Kopfes liegen, weswegen sich diese schon bei geringen Temperaturabfällen zusammenziehen - was Kopfschmerzen auslösen kann», erklärt der Mediziner. «Dagegen kann man sich zwar kaum schützen, es kann aber helfen, sich bei nasskaltem Wetter eine Mütze aufzusetzen, so dass der Kopf weniger abkühlt.»

Weitere Auslöser für Spannungskopfschmerzen können psychosozialer Stress im Kreis der Familie, oder auf der Arbeit, das Arbeiten in falscher Körperhaltung oder bei schlechtem Licht, ein ungesunder Lebenswandel hin zu Alkohol oder Nikotin, zu wenig Schlaf oder Störungen des Kauapparates zum Beispiel durch Zähneknirschen sein.

Für Migräne werden neben Wetterwechseln folgende Auslöser, beziehungsweise Trigger, benannt: Stress, körperliche Anstrengung, Nahrungsmittel und Alkohol, Abweichungen vom gewohnten Schlafrhythmus, hormonelle Probleme durch Menstruation oder Verhütungsmittel. Bei beiden Krankheitsbilder sind Frauen öfter betroffen als Männer.

Bei Migräne kann nur ein Arzt die passende Medikation finden. Auch die Behandlung sollte mit dem Spezialisten besprochen und ausgearbeitet werden. Gegen Spannungskopfschmerzen muss man nicht zwingend gleich mit Schmerzmitteln arbeiten. Oft genügt ein Spaziergang an der frischen Luft oder die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, zum Beispiel durch genügend Pausen und durch Wechsel des Sitzplatzes oder des Lichts.

Minzöl und reichlich Wasser

Ein altes Hausmittel gegen Kopfschmerzen ist Minzöl. Bei aufkommendem Schmerz wird es auf den Schläfen und der Stirn verrieben, gegebenenfalls kann bei starken Schmerzen auch ein Tropfen auf die Zunge gegeben werden. Da Flüssigkeitsmangel sehr häufig zu Kopfschmerzen führt, raten Mediziner, ausreichend zu trinken. «Am besten wirken Leitungswasser oder Mineralwasser», empfiehlt der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte, Frank Bergmann. Da auch Hunger und ein abfallender Blutzuckerspiegel Auslöser sein könnten, könne auch regelmäßiges Essen Menschen mit der Neigung zu Kopfschmerzen helfen.

Sollten alle diese Maßnahmen nicht helfen, empfehlen sich Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, kurz ASS, Paracetamol, Ibuprofen oder Naproxen. Bei chronisch verlaufenden Formen des Spannungskopfschmerzes verschreiben Ärzte häufig Kombinationspräparate, weil so die spezifischen Nebenwirkungen der einzelnen Wirkstoffe minimiert und die schmerzstillende Wirkung maximiert werden kann.

«Viele Patienten wissen aber gar nicht, dass Migräne und normale Kopfschmerzen verschieden behandelt werden, und leiden unnötig lange», weiß Dietmar Krause. Man kann auch unter mehreren Kopfschmerztypen zugleich leiden. Dann treten Migräne, Spannungskopfschmerz und Kopfweh durch Schmerzmittel-Übergebrauch entweder nacheinander oder sogar gleichzeitig auf. «Patienten mit diesem Problem fallen oft durchs Raster», sagt Krause. Am besten helfen dann ausgewiesene Experten, wie man sie etwa in den Schmerzzentren der Universitätskliniken, in spezialisierten Praxen oder auch in Krankenhäuserrn findet.


Vom 5. bis 9. September bieten die Apotheken eine Beratungswoche unter dem Motto «Kopf-Schmerz-Frei». Welche Apotheke teilnimmt, erfahren Interessenten unter Telefon (0 64 21) 29 31 24 oder im Internet unter www.forum-schmerz.de.

Infos zum Thema gibt es beim Bundesverband Deutsche Schmerzhilfe: www.schmerzhilfe.de.

Schmerzspezialisten bundesweit findet man zum Beispiel auf der Internetseite der Schmerzklinik in Kiel www.schmerzklinik.de.

 

reu/news.de/ap
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Kopfschmerztag: Es bohrt, sticht, hämmert » Gesundheit » Nachrichten

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Leserkommentare (3)
  • Kommentar: 3
  • 14.09.2009 08:21
von
August

Hallo, Harry und alle Anderen, das mit dem fehlenden Sauerstoff im Gehirn ist richtig, und da Quecksilber die Sauerstoffaufnahme des Gehirns behindert, kommen wir somit übereins.

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  • Kommentar: 2
  • 07.09.2009 19:05
von
Harry Pönitzsch

Kopfschmerzen ? Ich kann dazu nur 2 Dinge sagen. Ich habe , weiß nicht genau, gegen 2002 also 3-4 Jahre vor 2006 , immer am Wochenende Kopfschmerzen bekommen, meist Samstag. Es wurde mir gesagt, das liegt daran, weil sich der Körper vom Arbeitsalltag, Mo-Fr angepasst hat und der Sonnabend die Umstellung ist.Hm... 2006 hatte ich einen Herzinfarkt, mir wurden innerhalb eines Jahres 2 Stants eingesetzt, danach hatte ich keine Kopfschmerzen mehr. Oftmals sind es auch Verspannungen, hervorgerufen durch einseitige Tätigkeit ( Komputer, Spiele, Böro etc. ) dort helfen 20 Liegestütze, sie machen die Muskeln im Schulterbereich wieder fitt. Wer es nicht glaubt, man sollte es mal ausprobieren,mir hilft es . Machen Sie es mal eine Woche lang am Tag 2 mal, SIe werden sehen, und wenn das nix ist dann kann ich auch nicht weiter helfen. Mit freundlichen Grüßen Harry

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  • Kommentar: 1
  • 05.09.2009 16:30
von
August

"Man",bzw.die Schulmedizin hat es gezwungener Maßen schwer,zuzugeben,dass viele "Krankheiten" vom Amalgam kommen,mit dem man uns seit über 100 Jahren,potenziert durch Blei-Benzin & Krematorien seit 1933 vergiftet.Vor 38 Jahren hatte ich auch Amalgam & Kopfschmerzen en mass & sitze heute mit MS im Rollstuhl. Genau wie die "Minimata-Krankheit(siehe Google)keine Krankheit ist,sind MS,ALS,Parkinson,& Alzheimer nicht das, für was man uns diese "Krankheiten" verkaufen möchte. "Man",das sind die,die schon das KZ-Giftgas herstellten,gehen über Leichen & schreiben den Ärzten vor, was sie zu tun haben.

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