Knitterfreie Suche nach Schönheit Die Grenzen der Kosmetik

Naturkosmetik kann Kontaktallergien auslösen (Foto)
Achtung bei Naturkosmetika: Durch einige Inhaltsstoffe kann es zu Kontaktallergien kommen. Bild: dpa

Warum nur geben so viele Menschen Unsummen für Kosmetika aus? Ein möglicher Grund: Schöne Menschen sind erfolgreicher, sagen Experten. Doch die Mittelchen haben ihre Grenzen oder gar deutliche Nebenwirkungen.

Schneewittchen hatte sie ganz sicher nicht: Falten im Gesicht oder am Hals. Denn der magische Spiegel im Märchen hätte den Schönheitsmakel ohne Skrupel offen gelegt. Schon seit Kleopatras Zeiten wollen vor allem Frauen - zunehmend aber auch Männer - ihre Hautalterung verbergen. Denn eine jugendlich, frisch aussehende Haut betört nicht nur das andere Geschlecht, auch im Beruf ist man mitunter erfolgreicher.

«Schön aussehende Menschen verdienen im Schnitt zehn bis 15 Prozent mehr», sagt Tatjana Pavicic, Leiterin der Abteilung für Ästhetische Dermatologie an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. So lebt eine ganze Kosmetikindustrie davon, dass Menschen den schönen Schein wahren und lästige Hautfalten nicht auf ihren älter werdenden Körper hinweisen.

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«Der Einsatz von Kosmetika gegen Falten hilft jedoch nur begrenzt», sagt Pavicic. Je nach genetischer Veranlagung und je nach Stärke von Umwelteinflüssen können sich schon ab dem 25. Lebensjahr erste Falten bilden.

Dann verringert sich die Geschwindigkeit der Zellteilung. Die Hautzellen regenerieren sich langsamer. Die Haut verliert zunehmend an Feuchtigkeit und Elastizität, was wiederum zur Faltenbildung führt. Auch die Durchblutung und damit die Versorgung der Haut mit Sauerstoff und Nährstoffen nimmt kontinuierlich ab.

«Zu zehn Prozent geht die Faltenbildung auf erblich bedingte Faktoren zurück. Diese Hautfalten kann man mit Kosmetika so gut wie gar nicht beeinflussen», sagt die Expertin. Bei den Umwelteinflüssen ist vor allem häufige Sonnenstrahlung für die beschleunigte Hautalterung verantwortlich. «UV-Strahlen im Sonnenlicht sind für 80 Prozent aller sichtbaren Hautalterungsprozesse im Gesicht verantwortlich», so Pavicic.

Höheres Faltenrisiko bei heller Haut

Gerade die langwelligen UV-A-Strahlen dringen bis zur Dermis, der Lederhaut, vor, die für die Elastizität und Spannkraft der Haut sorgt. Es entstehen sogenannte freie Sauerstoffradikale, die die Haut schädigen und deren Wasserbindungsfähigkeit beeinträchtigen. Dieser Prozess ist im Laufe des Lebens zwar ganz natürlich, bei häufiger UV-A-Bestrahlung wird die Hautalterung aber beschleunigt.

«Hellhäutige Menschen besitzen eine besonders empfindliche Haut», sagt Pavicic. Hier altere die Haut schneller. Auch Raucher haben häufiger mit Falten zu kämpfen, da mit dem Nikotinkonsum ebenfalls Sauerstoffradikale freigesetzt werden.

Die Hautalterung versuchen Betroffenen mit allerlei Tipps, Cremes oder sogar mit dem Gang zum Schönheitschirurgen zu bremsen. «Ich hatte mal einen Patienten, der mit einem Butter-Mehl-Gemisch seine Falten glätten wollte», erzählt Pavicic. Solch ein Panieren helfe aber nicht.

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Bei Anti-Faltenmitteln mit Arnika, Ringelblumen oder auch Kamille müsse man daran denken, dass diese im Einzelfall Allergien auslösen könnten. Anti-Faltenmittel mit den Vitaminen C und E als Sauerstoffradikalenfänger könnten dagegen bei kleinen Falten nachgewiesenermaßen helfen, betont die Expertin.

Senioren leiden oft an Juckreiz

«Alte Menschen leiden oft an einem Juckreiz, der auf trockene Haut zurückzuführen ist», sagt Pavicic. Mit Cremes oder Salben, die einen fünf- bis zehnprozentigen Anteil an Harnstoff enthalten, kann nach Angaben der Dermatologin dem Juckreiz aber der Garaus gemacht werden. Bevor man mit allerlei Kosmetika seine kleinen Falten zu Leibe rücken will, sollte man sich beim Hautarzt oder Apotheker beraten lassen.

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«Viele nutzen Anti-Faltenmittel, ohne genau zu wissen, was für ein Hauttyp sie sind», sagt die Expertin. Das aber ist entscheidend: Wer nicht weiß, ob er eine trockene, fettige oder eine Mischhaut hat, kann sehr viel falsch machen.

Bei tiefen Mimikfalten wie herunterhängenden Mundwinkel helfen Kosmetika nicht. Hier können sogenannte «Filler» oder der Wirkstoff Botulinumtoxin A eingesetzt werden. Nach Angaben der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland wurden 2008 bundesweit 105.500 solcher Faltenbehandlungen vorgenommen - ein Zuwachs von mehr als 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Warnung vor permanenten Fillern

Bei den Fillern werden Füllstoffe unter die Haut gespritzt, um die Falten zu glätten. Wegen der besseren Verträglichkeit raten die Fachärzte, abbaubare Materialien wie Kollagen oder Hyaluronsäure einzusetzen. «Von permanenten Fillern, beispielsweise auf Silikonbasis, sollte man die Finger lassen», warnt Pavicic.

Werde Botulinumtoxin A richtig angewandt und unter die Haut gespritzt, könne es für einige Monate gegen Mimikfalten helfen. Das Medikament entspanne die Muskeln, die Haut wirkt so glatter.

Der britische staatliche Gesundheitsdienst NHS hat vor drei Jahren auf seiner Internetseite zu ganz unkonventionellen Methoden geraten. Demnach fördern regelmäßiger Sex und Orgasmen nicht nur die allgemeine Gesundheit, sondern lassen auch die Haut schöner erscheinen.

So werde die Durchblutung und die Ausschüttung von Sexualhormonen mit Sex gesteigert. Die Haut werde geschmeidiger, erlebte Orgasmen würden auch Zornesfalten zwischen den Augenbrauen vorbeugen, meinte der Gesundheitsdienst. «Bewiesen ist das aber noch nicht», sagt Pavicic.

kab/kat/news.de/ap

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Schriftsteller
  • Kommentar 3
  • 09.09.2009 19:12

Ich kenne keinen Menschen, der durch Kosmetika wirklich schöner geworden ist. Oder sollte eine - Namen will ich hier nicht nennen - durch irgendein Farb- oder Cremzeug wirklich schöner werden? Zum Lachen! Aber an der Illusion, dass das doch geht, verdienen eben große Konzerne (Beiersdorf, L'oreal, Avon, um nur einige zu nennen; das Register ist Legion) eine hübsche Stange Geld. Mit den Kosmetika ist es wie mit dem Perpetuum Mobile: Der Mensch trennt sich nur zu ungern von lieb gewordenen Träumen.

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  • Minie
  • Kommentar 2
  • 07.09.2009 20:20

IchWasche mich mit Wasser und Seife Nivea ist meine Creme .Ansonsten sage ich wie mich Gott Geschaffen hat so Trample ich daher . Meine Enkelin hat eine Haut von den vielen Kosmetika das ist zum Weinen .

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  • Elster
  • Kommentar 1
  • 07.09.2009 07:27

Für Kosmetik gebe ich kein Geld aus . Nur für Creme ,Lippenstift ansonsten bleibe ich so wie ich ausehe ,also Natura .Make-up ist nicht gut für die Haut .Die Haut kann nicht atmen .Wenn jemand dies macht mit viel Kosmetik ,dann ist es seine Entscheidung ,aber für die Haut nicht gut . Pflegen ja ,aber ohne Make-up.

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