Schöllkraut soll den Gallenfluss fördern, krampflösend und leicht schmerzlindernd wirken. Deshalb wurde die gelbe Pflanze in der Klostermedizin auch bei krampfartigen Beschwerden in Magen und Darm eingesetzt.
Die krampflösende Wirkung auf den oberen Verdauungstrakt ist laut Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg belegt. In der Heilkunde werden die oberirdischen Teile verwendet, da sie medizinisch wirksame Alkaloide enthalten.
Schon bei den altgriechischen Ärzten war das Schöllkraut eine geschätzte Arzneipflanze. «Der gelbe Saft, der aus den Blättern, besonders aber aus dem Stängel austritt, erinnerte die Ärzte an die gelbe Galle. Deshalb wurde die Pflanze bei Leber- und Gallenleiden eingesetzt», erläutert der Forscher.
Die sogenannte Analogielehre hat sich mit diesem Rückschluss auch nicht geirrt. Auch in der modernen Phytotherapie werde das Schöllkraut bei gestörter Funktion der Gallenblase und der Gallenwege genutzt.
Bekannt ist die Pflanze Mayer zufolge auch als «Warzenkraut», denn der gelbe Saft ist ein altes Hausmittel gegen Warzen. «Das lässt sich sogar wissenschaftlich erklären: Eines der Alkaloide - das Chelidonin - hemmt das Zellwachstum.»
Der Einsatz von Schöllkraut, manchmal auch «Schellkraut» geannt, zur innerlichen Anwendung sei nur in Form von apothekenpflichtigen Fertigpräparaten sinnvoll, da die Wirkstoffe schnell verloren gehen. Bei Entzündungen von Leber oder Galle darf Schöllkraut nicht angewendet werden. Grundsätzlich sollten Schöllkrautpräparate nicht länger als vier Wochen ohne Unterbrechung eingenommen werden.
kat/tno/news.de/dpa