Abschied vom großzügigen Skalpelleinsatz
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Bei der Therapie von Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium ermöglicht eine neue Operationsmethode eine bessere und schonendere Behandlung. Die Methode hat einer Studie zufolge eine Heilungsrate von mehr als 90 Prozent.
Jährlich erkranken in Deutschland rund 6200 Frauen am Zervixkarzinom, dem Gebärmutterhalskrebs. Bisher galt ein im 19. Jahrhundert entwickelter Eingriff als Goldstandard zur operativen Behandlung der Krebsart. Allerdings birgt dieses Vorgehen zwei Probleme: Weil Ärzte den Tumor sehr großzügig entfernen, werden oft Nerven verletzt, die die Blasen-, Enddarm- und Vaginalfunktionen regulieren. Zudem ist anschließend noch eine Strahlentherapie erforderlich, die starke Nebenwirkungen haben kann.
Die an der Uniklinik Leipzig entwickelte sogenannte totale mesometriale Resektion (TMMR) basiert auf neuen Erkenntnissen zur Beckenanatomie der Frau und zum Tumorwachstum im menschlichen Gewebe. Demnach breitet sich der Krebs nicht einfach räumlich aus, sondern wächst in jenen Gewebestrukturen, aus denen er hervorgegangen ist. Daher wird etwa die angrenzende Harnblase während des frühen Stadiums nicht von Gebärmutterhalskrebs befallen. Bei dem neuen Eingriff verschonen Mediziner deshalb artfremdes Gewebe wie Harnblase, Enddarm und angrenzende Nerven.
Die präventive Impfung gegen das Gebärmutterhalskrebs auslösende Humane Papillomvirus ist derweil immer noch umstritten. Sie wird aber weiterhin durchgeführt und bei jungen Mädchen von der Krankenkasse bezahlt.
Die Heilungsrate der neuen Operationsmethode von mehr als 90 Prozent übertrifft die bisherige bereits recht hohe Erfolgsquote von 80 bis 85 Prozent. Zudem wird die nachfolgende Strahlentherapie überflüssig, wie die Forscher im Fachblatt The Lancet Oncology berichten.
kat/ham
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