Mo., 13.02.12

Studie Zeitarbeiter sind häufiger krank

Artikel vom 23.06.2009

Zeitarbeit macht krank. Das lässt sich aus einer Studie der Techniker Krankenkasse schließen. Demnach fehlen Zeitarbeiter häufiger als andere Arbeitnehmer. Außerdem sind sie unzufrieden mit Einkommen und Zukunftsperspektiven.

Mit durchschnittlich 14,7 Fehltagen im Jahr 2008 seien Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen vier Tage mehr krankgeschrieben. Der Krankenstand liege mit 4 Prozent 1,1 Prozentpunkte über dem Bundesschnitt.

Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) heute zusammen mit dem Bundesverband Zeitarbeit (BZA)
vorgestellt hat. Danach sind Zeitarbeiter nahezu von allen Diagnosen häufiger betroffen als Beschäftigte in anderen Branchen.

Besonders groß sind die Unterschiede in den Bereichen Muskel-Skelett-Erkrankungen (plus 60 Prozent), Verletzungen (plus 64 Prozent), Atemwegserkrankungen (plus 23 Prozent) und psychische Beschwerden (plus 34 Prozent). Im Gegensatz zum konventionellen Arbeitsmarkt sind in der Zeitarbeit die Männer mit durchschnittlich 15,3 Tagen länger krankgeschrieben als Frauen mit 13,9 Tagen.

Die Abweichung ist darin begründet, dass Zeitarbeiter oftmals in körperlich belastenden Tätigkeiten beschäftigt sind, die erfahrungsgemäß mit erhöhten Fehlzeiten einhergehen. Etwa ein Drittel der Differenz hat seine Ursachen in der Zeitarbeit selbst.

Eine Befragung der TK unter Zeitarbeitern zeigt, dass diese vor allem eine hohe Arbeitsplatzunsicherheit, ihre Einkommenssituation, die Diskrepanz zwischen ihrer Qualifikation und der ausgeübten Tätigkeit sowie die fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten als Belastung empfinden. Andere Arbeitsbereiche bewerten Zeitarbeiter dagegen positiver als andere Beschäftigte. Dazu gehören die Themen Arbeitsdruck, Wertschätzung durch den Vorgesetzten sowie Informationsfluss.

«Mit dem Report möchten wir die aktuelle Diskussion über die Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeitsbranche versachlichen», sagt Professor Norbert Klusen, Vorsitzender des Vorstandes der TK. Er appellierte sowohl an die entleihenden Betriebe, Zeitarbeiter in ihr betriebliches Gesundheitsmanagement einzubeziehen, als auch an die Zeitarbeitsfirmen, ihre Mitarbeiter in Beschäftigungspausen weiter zu qualifizieren und ihre Gesundheit zu fördern.

«Wir sehen aber auch positive Entwicklungen», sagte Klusen. Denn jede dritte Beschäftigung in der Zeitarbeitsbranche dauert länger als ein Jahr, und 35 Prozent der Beschäftigten wechseln nach einer Zeitarbeit in den konventionellen Arbeitsmarkt.

Die Kasse hatte die Daten ihrer 38.000 versicherten Zeitarbeiter sowie Fragebögen von mehr als 1000 schriftlich Befragten ausgewertet. Laut BZA sind rund 613.800 Menschen in Deutschland bei Zeitarbeitunternehmen beschäftigt (Stand 2007).

car/sgo
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