David Kirsch «Ich mache keine Diätbücher»

David Kirsch (Foto)
Während eines Training mit David Kirsch wird gelacht und geweint. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Nadine Kotré
David Kirsch ist der Mann, der Heidi Klum in nur acht Wochen nach der Geburt ihres dritten Kindes wieder in Form brachte. Im Interview mit news.de spricht der Fitnesstrainer über seine neue DVD, Geist und Körper und über Gerüchte um Liv Tyler.

Es gibt so viele verschiedene Fitness-DVDs. Was ist das Besondere an Ihrem Das Ultimative 7-Tage-Programm?

David Kirsch: Das Ultimative 7-Tage-Programm ist eine einzigartige Mischung von meinen Übungen und das ganze 30 Minuten für sieben Tage. Die Übungen bestehen aus verschiedenen Einheiten, an einem Tag ist es Power Yoga und Pilates, am nächsten Tag gibt es Boot Camp oder Entspannungsübungen. So wird jeden Tag eine andere Körperpartie trainiert. Die Einheiten sind sehr benutzerfreundlich. Wenn man zum Beispiel Urlaub am Strand macht, kann man sich auf den Hintern und die Beine konzentrieren. Will man ein trägerloses Kleid tragen, dann konzentriert man sich auf Arme und Schultern. Ich bin sehr stolz auf die DVD. Es hat zweieinhalb Jahre gedauert, sie zu produzieren zu entwerfen – von den Übungen bis hin zum Design.

Besteht aber nicht auch immer die Gefahr, wenn man Übungen allein macht, dass man sie falsch macht und sich verletzt?

Kirsch: Deshalb achte ich in meinen DVDs und Büchern sehr auf Form und Techniken, wo man etwas spüren sollte und wo nicht. Es ist sehr methodisch, aber die richtige Technik ist nun mal wichtig. Der Kopf muss mitmachen – wenn man ohne Geist trainiert, riskiert man, sich zu verletzen. Nur wenn man darüber nachdenkt, was man gerade macht, macht man es richtig.

Der Geist spielt in Ihren Werken eine zentrale Rolle. Warum?

Kirsch: Ich habe das vor zehn Jahren in meinem Buch Sound Mind Sound Body zum ersten Mal eingeführt. Meine Behauptung war, dass man einen gesunden Geist braucht, um auch einen gesunden Körper zu haben. Man muss den Kopf mit einbeziehen, wenn es darum geht, was man isst, wie man trainiert, wie viel Stress man in sein Leben lässt. All diese Faktoren beeinflussen den Wohlfühlfaktor. Und je mehr man die schlechten Energien und die schlechten Übungen kontrollieren kann, desto besser und gesünder wird der Körper sein.

Kritiker werfen Ihnen aber vor, das Hauptziel Ihrer Bücher und DVDs sei es, so schnell es geht, viel viel Gewicht zu verlieren.

Kirsch: Das ist keines meiner Ziele, so verkaufen sich Bücher. Mein Ziel ist, dass Menschen gesünder und ausgeglichener werden. Und wenn sie während dieses Prozesses besser und intelligenter essen, dann werden sie natürlich Gewicht verlieren. Ich mache keine Diätbücher. Meine Bücher gehen tiefer. Wenn Kritiker so etwas sagen, dann haben sie offensichtlich nur die Einleitung gelesen. Denn hätten sie 20 Seiten weiter gelesen, wäre ihnen aufgefallen, dass es viel mehr ist als ein Diätbuch. Mir macht intelligente Kritik nichts aus. Aber wenn man mir sagt, dass es ein unsicheres Diätbuch ist, dann ist meine Antwort einfach, dass derjenige nicht sehr intelligent ist und nicht zwischen den Zeilen lesen kann, worum es in 280 Seiten wirklich geht.

Eine der Hauptaufgaben eines Personal Trainers ist es, seine Kunden zu motivieren. Wie machen Sie das?

Kirsch: Ich motiviere sie, indem sie wissen, dass sie mit mir Erfolge erzielen. Sie wissen, dass ich ihnen 500 Prozent gebe. Und wenn sie zu mir kommen, fühlen sie sich gezwungen das Gleiche zu machen. Bei mir wird kein Training halbherzig gemacht. Wir haben eine gute Zeit und es wird viel gelacht. Gelacht und geweint.

Klingt nach einer guten Kombination. Aber was kann jemand machen, der den ganzen Tag im Büro sitzt und abends nach Hause kommt und einfach nur schlapp ist. Wie kann man sich motivieren?

Kirsch: Motivation muss von innen kommen. Ich kann nicht bei ihnen sein, aber mein Video ist es. Wenn es aber nur Staub ansammelt, wird es nicht helfen. Ich habe das Ultimative 7-Tage-Programm entwickelt, damit das Training interessanter wird im Vergleich zu anderen DVDs. Und eine weitere Motivation kann sein, wenn es wärmer wird und man Shorts anzieht oder das langärmlige Shirt ausziehen kann und Arme, Bauch oder Po zeigt – welch größere Motivation als das gibt es? Man will sich einfach so gut fühlen und aussehen, wie es nur geht.

Sie gelten als sehr diszipliniert. Sündigen Sie wenigstens manchmal und essen zum Beispiel einen Keks?

Kirsch: Oh ja, im Leben geht es ums Genießen. Das erkennt man vielleicht noch nicht mit 25 Jahren, aber gewiss mit 48 Jahren. Es gibt nichts besseres als einen warmen Chocolate Chip Cookie.

Also sagen Sie ihren Kunden nie «Iss auf gar keinen Fall Kekse»?

Kirsch: Das kommt darauf an. Wenn sie zu mir kommen und mir sagen, dass sie in einer Woche oder einem Monat fit sein wollen, dann sag ich ihnen ‹Iss den Cookie und Du machst zusätzliche 45 Minuten Cardio-Training›. Ich wache jeden morgen auf und mache eine Stunde Cardio-Training. Kann ich also einen Schüssel Pasta essen? Ja, ich muss mir darüber keine Gedanken machen und das macht es alles viel lebenswerter. Als ich in meinen 20ern war, war ich sehr streng mit mir und kein Fett hat diese Lippen gekreuzt, kein Zucker jeglicher Art.

Bevor Sie Fitnesstrainer wurden, waren Sie als Anwalt tätig. Dann haben Sie alles hinter sich gelassen und machten ein Fitnessstudio auf. Sind Sie damit aber nicht ein hohes Risiko eingegangen?

Kirsch: Alles ist ein Risiko. Es wäre außerdem ein viel größeres Risiko gewesen, es nicht zu tun und in einem Beruf zu bleiben, der mich nicht glücklich gemacht hat. Hatte ich Angst als mich zu diesem Schritt entschlossen hatte? Zu 100 Prozent! Man muss viel Vertrauen haben, um diesen Schritt zu gehen. Aber ich hatte im Hinterkopf, dass ich auch wieder hätte zurückgehen können und wieder als Anwalt oder etwas anderes arbeiten können. Aber ich habe an mich geglaubt und daran, dass ich es versuchen kann.

Also sind Sie jetzt glücklich?

Kirsch: Ich bin außer mir vor Freude. Ich wache jeden Morgen auf und bin dankbar, meine Berufung gefunden zu haben. Und dass mir Gott die Fähigkeit gegeben hat, diese seit nunmehr 25 Jahren machen zu können.

Sie haben bisher Bücher, DVDs und Nahrungsergänzungsmittel herausgebracht. Was kommt als nächstes? Vielleicht eine Kette von Fitnessstudios?

Kirsch: Nein, das wird nicht passieren. Es wird keine Kette von mir geben. Ich habe immer gern ein Auge auf alles und meine Kunden weinen, wenn ich weggehen würde. Ich verbreite meine Nachricht lieber durch Bücher und DVDs. Und ich denke, das ist die Zukunft.

Stimmt es, dass die jährliche Mitgliedschaft in Ihrem Madison Square Club in Manhattan 20.000 Dollar kostet.

Kirsch: Nein, eigentlich kostet es mehr. (lacht) Und dann trainiert man auch noch nicht mit mir.

Was ist an Ihrem Club so besonders?

Kirsch: Es können nur sechs Personen gleichzeitig trainieren. Ich wollte, dass es intim ist und man sich wie zu Hause fühlt. Es sollte nicht wie ein Fitnessstudio aussehen, nicht danach riechen. Es hat Sportgeräte, denn die braucht man schließlich. Aber es hat auch sehr teure türkische Teppiche auf dem Boden, private Garderoben für meine VIP-Kunden. Wir haben alle Nahrungsergänzungsmittel und organische Tees. Und deshalb wäre es schwer andere Studios, die so sind wie das in New York, zu eröffnen. Die Situation könnte sich ändern, wenn ich jemanden finde, der meine Philosophie versteht und dem ich vertrauen kann, könnte ich es doch noch in Erwägung ziehen.

Es gibt nicht besonders viele Informationen über Sie im Internet. Ich habe allerdings ein Gerücht gefunden oder besser gesagt ein Foto.

Kirsch: Da haben wir es wieder. (lacht)

Das Foto zeigt, wie Sie Liv Tyler küssen.

Kirsch: Ja, ich habe Liv Tyler geküsst. Sie ist eine sehr gute Freundin von mir. Das war so lächerlich. Fünf Minuten nachdem das Foto aufgenommen wurde, war es im Internet. Und jeder, der es genommen hat, änderte die Geschichte. Ich war mit ihr in Hollywood, einige Internetportale schrieben, wir waren in New Jersey und ich hätte ein hautenges Shirt getragen. Stattdessen habe ich Baggypants und ein weites Shirt getragen. Es ist so wie beim Spiel «Stille Post», jeder fügt irgendetwas hinzu, was er gehört hat und mit der Zeit hat die Geschichte dann überhaupt nichts mehr mit dem zu tun, was eigentlich passiert ist. Liv und ich haben zu Mittag gegessen, sie ist eine meiner engsten Freundinnen.

Waren Sie über diese falschen Geschichten verärgert?

Kirsch: Nein, ich war hysterisch vor Lachen. Liv und ich waren es beide. Wir haben noch den ganzen nächsten Tag darüber gesprochen. Es war einfach lächerlich.

 

David Kirsch, eigentlich Anwalt, ist einer der gefragtesten Personal Trainer New Yorks und trainiert neben Heidi Klum deren Kollegin Naomi Campbell und die Oscarpreisträgerin Rachel Weisz.

kat/news.de

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