Sa., 26.05.12

Krankenhauskeime 18.06.2009 Die unterschätzte Gefahr

Kommentarfoto Claudia Arthen (Foto)
News.de-Redakteurin Claudia Arthen. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen

Patienten hoffen im Krankenhaus auf schnelle Heilung. Doch ausgerechnet hier besteht ein großes Risiko, sich mit gefährlichen Keimen zu infizieren - manchmal mit tödlichen Folgen. Und das nur, weil in deutschen Krankenhäusern drastische Hygienemängel herrschen.

Der Patient ist Kummer gewohnt: Arzneimittel, die verwechselt werden, falsch dosierte Medikamente oder das Skalpell, das nach einer Operation im Bauchraum vergessen wird. Immer wieder liest man von diesen Klassikern aus der Kunstfehlerabteilung.

Der wahre Horror für die Patienten kommt jedoch auf leiseren Sohlen daher: Pflegepersonal und Ärzte im Krankenhaus, die sich die Hände nicht waschen und die durch Keime ausgelöste Entzündungen an Wunden und Operationsnarben mit Antibiotika unter Kontrolle bringen müssen — Resistenzen inklusive. Krank durch das Krankenhaus – was kann absurder sein als das?

Doch es ist die schreckliche Wahrheit, dass Tausende Menschen sich Jahr für Jahr in deutschen Krankenhäusern mit Keimen anstecken, gegen die Medikamente unwirksam sind. Die Folgen reichen von Blasenentzündungen über Blutvergiftungen bis hin zu Beinamputationen und Tod. Der Grund: eklatante Hygienemängel.

Dabei gibt es Hygienefahrpläne. Doch die sind nicht verbindlich und werden von vielen Krankenhäusern schlichtweg ignoriert. Ebenso die Forderung, mehr Ärzte für Hygiene und Hygienefachkräfte einzustellen. Dafür wollen die Kliniken kein Geld ausgeben. Dabei wird missachtet, dass die mangelhafte Krankenhaushygiene horrende Kosten verursacht: Allein für die medizinische Behandlung von Patienten, die sich im Krankenhaus anstecken, müssen jährlich rund 1,5 Milliarden Euro ausgegeben werden.

Die Situation ist nicht allein den Kliniken und ihrem Personal anzulasten. Auch auf der politischen Bühne wird das Problem ignoriert: Einen Antrag, Patienten flächendeckend in allen Kliniken Deutschlands auf die tödlichen Keime hin zu untersuchen, so wie es in den Niederlanden (MRSA-Screening) erfolgreich praktiziert wird, hat das Gesundheitsministerium abgelehnt. Die lapidare Begründung lautet: Die Bundesländer sind zuständig. Kampagnen wie «Aktion Saubere Hände» oder «Aus Fehlern lernen» sind demnach auch als Handlungsaufforderungen an die gesundheitspolitischen Akteure zu verstehen.

news.de
Leserkommentare (6) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Manfred Hügelow
  • Kommentar 6
  • 09.04.2010 16:40
 

Ich habe eine Endoprothese - linkes Knie - erhalten, OP alles sehr sauber, empfehelnswert Rotkreuz-Klinik Ffm.. Anders dagegen der Chefarzt der REHA-Klinik Bad Orb MediClin dessen fast schon absurde Geltungssucht alles an Frechheit und Arroganz überbietet. In einem Vortrag zu Beginn des Auffenthaltes, stellte er mich als Art Querulant hin, als ich das Thema Infektion angesprochen habe. Er stritt alle Veröffentlichungen ab, tat diese als Lüge dargestellt. Dieser Chefarzt leitet die Abteilung Orthopädie, man kann nur sagen GUTE NACHT, kleinwüchsige Menschen mit Geltungssucht!

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  • xHygienex27j58
  • Kommentar 5
  • 15.03.2010 23:38
 

Nicht das Krankenhaus ist immmer alleine Schuld, Was ist denn mit den lieben Besuchern die alle täglich in ein Krankenzimmer kommen. Mit ungewaschenen Händen aus einem Bus,S-Bahn oder ähnlichem und sich dann noch auf die Patientenbetten setzen. Einen MRSA tragen 40-50% aller Personen als Gesunde mit sich,mal eben Nasenptuzen und dann dem Patienten die Hand zur Begrüßung geben. Und war´s das Personal... wie immer.

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  • Christ
  • Kommentar 4
  • 15.03.2010 15:02
 Antwort auf Kommentar 1

Das ist ja immer das kleiche,ich war auch in Krankenhaus und mir wurte ein teil von der Nebenhode entverhnt am 2 Tag ist aus meiner Wunde das Eiter gelaufen. und die Klinig ist dafür Bekannt.

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  • Kommentar 3
  • 20.06.2009 19:56
 Antwort auf Kommentar 2

Gehört noch dazu : Ich habe sogar die Tabletten-hüllen hingelegt,man konnte es deutlich sehen ,welche . Na ,sicherer kann man wirklich keine Tabletten verlangen .Ich habe gedacht ,ich bin im verkehrten Film!! 5 Personen gegen 1.Der Volksmund sagt dazun : Ich war stuer wie Oskar ! Dies zu Recht !!

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  • Kommentar 2
  • 20.06.2009 19:41
 

Man atakierte mich ,als ich meine Medikamente haben wollte .Ich müßte noch welche haben . Nein ,ich nehme 2 Tabletten davon . Dürfen Sie nicht ,dies stimmt nicht . Habe selber den Schein von der Ärtztin ,wo es geschrieben stand . Ein Theater !! Plötzlich bekam ich das Rezept. Ich zur Apotheke und siehe da ,gucke nach ,als ich die Tabletten bekam ,es waren die verkehrten . Man forschte nach den verkehrten Tabletten ! Die Apothekerin gab mir alles schriftlich .Als ich zur Sprechstunde kam ,da klärte ich zwar alles mit der Schwester in Ruhe ,aber so was darf nicht passieren.Wenn ich nun schlecht gucken könnte ,was wäre dann ???Die Person ,die dies veranstaltete ,die akzetiere ich nicht mehr,die ist Luft für mich!!

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  • Kommentar 1
  • 20.06.2009 15:03
 

Ich habe selbst fast ein ganzes Arbeitsleben im Krankenhaus gearbeitet und weiß, daß Händewaschen dort ein Fremdwort ist. Allenfalls wird mal schnell Desinfektionsmittel in die Hände geschmiert die den ganzen Tag oft kein Wasser gesehen haben.

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