Der mündige Patient ist gefordert
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Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
«Irren ist menschlich», sagt der Volksmund. Davor sind auch Mediziner nicht gefeit. Doch kann das Irren von Ärzten für die Patienten schlimme Folgen haben. Tödliche Folgen.
Es soll Menschen geben, die sich lieber mit Schmerzen durch den Alltag quälen, als zum Arzt zu gehen. Weil sie Angst haben vor den Nebenwirkungen. Wie viel passieren kann, zeigen die neuen Zahlen der Bundesärztekammer über ärztliche Behandlungsfehler.
Bevor man den Skeptikern Recht gibt, ein Blick auf die Statistik: 2090 betroffene Patienten und etwa 10.400 Beschwerden stehen rund 400 Millionen Kontakten zwischen Patient und Arzt und 17 Millionen Klinikbehandlungen im Jahr gegenüber.
Zugegeben: Hinter jeder Beschwerde steckt ein Schicksal. Und wer Opfer eines schweren Behandlungsfehlers geworden ist, fühlt sich oft mit seinen Problemen allein gelassen und bei der Geltendmachung seiner Interessen überfordert.
Deshalb muss alles getan werden, damit die Klagen weniger werden. Ein Schritt auf dem Weg dorthin ist Offenheit. Fehler zugeben - das müssen Ärzte lernen.
Doch bei aller berechtigter Kritik sollte man nicht vergessen, dass Ärzte und Krankenhäuser unter einem immer größer werdenden Zeit- und Kostendruck stehen. Mediziner arbeiten oft 24 Stunden und mehr ohne Unterbrechung, absolvieren nicht vergütete Überstunden, stehen deshalb unter Stress und sind völlig übermüdet. Da bleibt wenig Zeit für die so entscheidende Kommunikation, sowohl zwischen Arzt und Patient als auch zwischen Ärzten untereinander. Gemeinsame Besprechungen – so wichtig für die Fehlerprävention – können nicht stattfinden.
Am sichersten sind Patienten, wenn sie kritisch sind. Sie sollten nicht jede Pille schlucken, sondern nachfragen, und sie sollten sich darüber bewusst sein, dass jeder Mensch, mithin auch jeder Arzt, Fehler machen kann. Der Klinikbetrieb erfordert den mündigen Patienten, der mitdenkt. Das kann man bedauern - oder als Chance begreifen.
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Mehr als 10.400 Patienten haben sich im vergangenen Jahr bei den Ärztekammern in Deutschland über Behandlungsfehler von mehr ...
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