Von news.de-Redakteurin Mara Schneider
In Deutschland gibt es Hunderte gesetzlicher Krankenkassen. Sie unterscheiden sich seit Einführung des Gesundheitsfonds zwar nicht mehr im Beitragssatz. Ein Wechsel könnte sich aber dennoch lohnen.
Rund 70 Millionen Bundesbürger sind gesetzlich krankenversichert und zahlen seit Anfang des Jahres einen einheitlichen Beitrag von 15,5 Prozent ihres sozialversicherungspflichtigen Einkommens. Im Juli sinkt dieser Beitrag bundesweit auf 14,9 Prozent, gleichzeitig führen die ersten Kassen einen zusätzlichen Obolus ein, den ihre Versicherten zahlen müssen.
Dieser Zusatzbeitrag wird sich in der Höhe kaum unterscheiden und darf grundsätzlich nicht mehr als ein Prozent vom Bruttoeinkommen betragen. Aus finanzieller Sicht lohnt sich ein Wechsel für die meisten Versicherten also nicht. Doch die gesetzlichen Kassen unterscheiden sich in ihren Leistungen bisweilen enorm, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergab.
113 Krankenkassen haben die Experten von Finanztest unter die Lupe genommen. Ihnen zufolge gibt es vor allem bei Mehrleistungen und Wahltarifen Unterschiede. Um die richtige Kasse zu finden, sollte jeder Versicherungsnehmer seine individuellen Bedürfnisse überprüfen. So sind beispielsweise nicht alle Berater in den jeweiligen Filialen rund um die Uhr telefonisch oder gar persönlich erreichbar.
Auch die Zahl der Filialen unterscheidet sich von Kasse zu Kasse. Während die Barmer als Spitzenreiter in dieser Kategorie beispielsweise bundesweit mehr als 950 Geschäftsstellen besitzt, sind es bei der Techniker Krankenkasse (TK) in ganz Deutschland nur 234. Die Deutsche Betriebskrankenkasse (BKK) hat sogar nur 46 Filialen.
Bei Gesundheitskursen etwa in den Bereichen Entspannung oder Ernährung varrieren wiederum die Zuschüsse. Bei eigenen Angeboten erstattet beispielsweise die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) den kompletten Preis. Die Ersatzkassen wie TK oder Barmer übernehmen hier im Normalfall nur 75 Prozent. Andere Kassen haben einen festgesetzten Betrag, der maximal erstattet wird.
Zudem bieten manche Versicherungen spezielle Programme an, für die teilnehmende Mitglieder Geld von der Kasse erhalten. Prämien erhält mancherorts auch, wer in einem Beitragsjahr keine oder möglichst wenige Leistungen in Anspruch genommen hat.
Wer seine Kasse wechseln möchte, sollte die Kündigungsfrist beachten. Diese beträgt zwei Monate zum Monatsende. Man muss den Finanztest-Experten zufolge jedoch mindestens 18 Monate in seiner bisherigen Kasse versichert gewesen sein, um problemlos wechseln zu können. Kündigungen sollten immer schriftlich erfolgen. «Vor dem Wechsel ist es ratsam, sich von der neuen Krankenkasse schriftlich bestätigen zu lassen, dass sie die gewünschten Mehrleistungen noch längere Zeit anbietet», raten die Mitarbeiter von Stiftung Warentest außerdem.
Wer sich tiefgründiger informieren möchte, kann sich an die Unabhängigen Patientenberatungsstellen in Deutschland (UPD) wenden. Die Telefonhotline ist unter der Rufnummer (0800) 011 77 22 erreichbar.
mas