Frauen, die ihr Dekolleté etwas draller ausfüllen wollen, haben bisher zu Silikon gegriffen. Statt künstlichen Kissen, die hässliche Narben hinterlassen, bietet Eigenfettverpflanzung nun eine Alternative, um die Oberweite zu vergrößern.
Die Methode, bei der Eigenfett zur Formung des Körpers verwendet wird, wird bereits seit einigen Jahren vor allem zur Gesichtsverjüngung genutzt. Zu den Vorteilen, mit denen die plastische Chirurgie wirbt, gehören ein natürlicheres Aussehen sowie weniger Risiken als bei Operationen, bei denen Fremdkörper eingepflanzt werden. Der Nachteil: Die Methode lässt eine Brustvergrößerung nur in moderatem Maße zu.
Bei der Methode, mit der Dr. Karl-Georg Heinrich arbeitet, der Experte für Kosmetische Chirurgie und Anti-Aging in Wien ist, wird nicht nur aufbereitetes Eigenfett verwendet, sondern Gewebe, das mit Stammzellen angereichert wurde. Er ist damit der erste Arzt in Europa, der diese Methode zur Brustvergrößerung anwendet.
Zunächst wird Körperfett mit speziellen Mikrokanülen an anderen Körperstellen entnommen. Dies können individuell Bauch, Po oder Oberschenkel sein. Aus einem Teil des abgesaugten Eigenfettes werden Stammzellen extrahiert und mit dem Rest des Fettes vermengt. Anschließend wird das angereicherte Eigenfett mit dünnen Injektionsnadeln in die Brust injiziert. Aus den implantierten Stammzellen entsteht neues, lebendes Fettgewebe.
Der Eingriff erfolgt unter Lokalanästhesie oder im Dämmerschlaf. Die Patientinnen können sich danach innerhalb weniger Stunden wieder frei bewegen. Sicherheit des Eingriffs und Dauerhaftigkeit des Ergebnisses wurden laut Heinrich durch klinische Studien aus den USA und Japan belegt. Der Chirurg verwendet die Fettumverteilung aber auch, um andere Körperregionen und Konturen, wie etwa Po, Hüften, Oberschenkel, Waden, Gesicht oder Handrücken zu formen.
Das Einspritzen von Eigenfett wurde bisher vor allem zur Verjüngung des Gesichts und des Halses verwendet, um durch Ausfüllen des Unterhautfettgewebes Falten verschwinden zu lassen und die Haut zu straffen. Auch zum Aufspritzen von Lippen wird das körpereigene Gewebe benutzt. Das abgesaugte Fett ohne speziellen Zusatz von Stammzellen kann der Körper zumindest teilweise wieder abbauen, sodass mehrere Behandlungen nötig sind und meist mehr gespritzt wird als das gewünschte Endresultat braucht.
Das abgesaugte Fett wird aufbereitet und tiefgefroren. Es kann dann über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten verwendet werden.
kat/aro
Dr. Heinrich ist nicht der Einzige, der nach dieser Methode behandelt. Im Caritaskrankenhaus St. Josef in Regensburg wird diese Methode zum Brustaufbau nach Brustkrebs angewendet. Die Prozedur ist aber, obwohl sich alles so einfach anhört, kein Honiglecken! Eine Schönheitsklinik in München, der Name ist mir nicht präsent, ist aber in Internet zu finden, wendet auch dieses Verfahren an. H.Sch.
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