Vorgesorgt Das gehört in eine Reiseapotheke

Unbeschwerte Stunden am Strand oder in den Bergen: Die Urlaubswochen sollen die schönste Zeit des Jahres werden. Doch manchmal durchkreuzt die Gesundheit diese Pläne. Für den kleinen Notfall sollten Sie daher immer eine Reiseapotheke dabei haben.

Reiseapotheke (Foto)
Ohne eine kleine Reiseapotheke sollte niemand in den Urlaub fliegen. Bild: news.de

«Sonnenbrand, Mückenstiche und Durchfall sind die häufigsten Dinge, mit denen Urlauber zu kämpfen haben», sagt Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin in Düsseldorf. Wer sich richtig vorbereitet und vorher über sein Reiseziel informiert, kann viel tun, um auf Reisen gesund zu bleiben.

Ins Gepäck gehören seiner Aufzählung nach auf jeden Fall Insektenschutzmittel und eine Sonnencreme mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor und UV-Schutz. «Wenn sie zum Beispiel das erste Mal in den Tropen sind, unterschätzen Europäer die Sonne dort oft völlig», sagt Jelinek. Auch eine dem Klima angemessene Kleidung sollte nicht fehlen. Und wer Durchfall vorbeugen will, hält sich an die alte Regel «Cook it, peel it or leave it». Soll heißen: Gegessen werden immer nur ganz durchgebratene Speisen oder Geschältes.

Unabhängig vom Reiseziel sollten Urlauber immer eine kleine Auswahl von Medikamenten einpacken. Dazu zählen laut Jelinek unter anderem etwas gegen Übelkeit, Durchfall, Malaria sowie ein leichtes Schmerzmittel. Allerdings darf es keinesfalls eins sein, dass die blutverdünnende Acetylsalicylsäure (ASS) enthält, wie etwa Aspirin. «In tropischen und subtropischen Gegenden ist das Dengue-Fieber sehr verbreitet, es sorgt für Blutverdünnung und rasende Kopf- und Gliederschmerzen», erklärt der Mediziner. Mittel mit ASS verschlimmern diesen Zustand dann noch weiter.

«Zunehmend raten wir auch dazu, Antibiotika einzupacken», fügt Jelinek hinzu. In wenig entwickelten Ländern Asiens und Afrikas seien häufig Fälschungen im Umlauf, sodass ein Kranker im Notfall nicht sicher sein kann, ob das dort erworbene Mittel tatsächlich den gewünschten Wirkstoff enthält.

Chronisch kranke Menschen müssen ebenfalls vorsorgen. Fällt ein ärztlich verschriebenes Medikament, zum Beispiel ein starkes Schmerzmittel, unter das Betäubungsmittelgesetz, darf es nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) «in einer der Dauer der Reise angemessenen Menge» als persönlicher Bedarf mitgenommen werden.

Bei Reisen in Mitgliedsländer des Schengener Abkommens - das sind die meisten EU-Länder, aber auch Litauen, Lettland oder die Schweiz - sollte der Urlauber dafür eine vom Arzt ausgefüllte Bescheinigung für diese Medikamente dabei haben. Diese muss von der zuständigen Landesgesundheitsbehörde oder von einer von ihr beauftragten Stelle beglaubigt sein.

Damit es bei der Reise in alle übrigen Länder keine Probleme gibt, rät das BfArM Patienten, sich vom Arzt ein Schreiben möglichst in englischer Sprache ausstellen zu lassen. Darin sollte angegeben sein, wie hoch die Einzel- und die Tagesdosis ist, welche Wirkstoffe genommen werden und wie lange die Reise dauert. So könnten die Behörden im Ausland leichter abschätzen, ob die mitgeführte Menge zur Dauer der Reise passt. Formulare gibt es auf der Homepage des BfArM.

«Mit lapidaren Zahnschmerzen geht man im Ausland wohl nicht unbedingt zum Arzt», sagt Simone Meisel von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt. Bei akuten Anzeichen für eine ernste Erkrankung sollte aber ein Arzt aufgesucht werden. Das sind laut Tomas Jelinek zum Beispiel länger anhaltendes Fieber mit massiver Erschöpfung, Hautgeschwüre oder blutiger Durchfall - ein gewöhnlicher «Reisedurchfall» klinge dagegen nach drei bis vier Tagen von allein ab.

Im EU-Ausland ist es beim Praxisbesuch sinnvoll, die europäische Krankenversicherungskarte dabei zu haben. Verlangt der Arzt Bargeld für die Behandlung, sollte der Patient auf eine Rechnung bestehen. «Daraus muss hervorgehen, welche medizinische Leistung erbracht worden ist», erläutert Meisel. Das sei maßgeblich für eine spätere Erstattung durch die Krankenkasse daheim. Allerdings kommen die gesetzlichen Kassen nur für Leistungen und Honorare auf, die sie auch hierzulande übernehmen würden.

Aber nicht nur aus diesem Grund empfiehlt Meisel, unbedingt eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen. Sie kommt auch für einen Krankenrücktransport auf. Denn den zahlt die Kasse nicht - «zumal nicht, wenn die medizinische Versorgung vor Ort gewährleistet werden kann». Auf Nummer sicher geht, wer sich nicht nur den medizinisch notwendigen Rücktransport zusichern lässt, sondern auch den, der sinnvoll erscheint oder wenn die Behandlung länger als 14 Tage dauert.

mas

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig