«Lieber Sport erst mit 50 als gar nicht»
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Männer, die erst mit 50 Jahren beginnen, regelmäßig Ausdauersport zu treiben, haben die gleiche Lebenserwartung wie diejenigen, die ihr ganzes Leben sportlich aktiv sind. Experten warnen dennoch davor, den Sportbeginn bis zum 50. Lebensjahr aufzuschieben.
Die Ergebnisse stammen aus einer Langzeitstudie der Universität Uppsala in Schweden. Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler seit dem Jahr 1970 regelmäßig das Bewegungsverhalten von 2205 damals 50-jährigen Männern. Wer demnach zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr seine sportliche Aktivität erhöhte, halbierte sein Sterblichkeitsrisiko jenseits des 60. Lebensjahres.
«Es wäre grob fahrlässig, wenn man daraus schließen würde, dass man erst mit 50 Jahren anfangen müsste, sich zu bewegen», warnt Katharina Eckert vom Sportwissenschaftsinstitut der Universität Heidelberg. Zum einen würden bereits im Kindesalter viele Grundsteine für körperliche Abläufe gelegt, die im Alter nur sehr schwer nachzuholen seien. Zum anderen gehe fehlende Bewegung häufig mit Adipositas, Fettleibigkeit, einher, die schwerwiegende Folgekrankheiten mit sich bringen kann. «Es gibt inzwischen fettleibige Vierjährige, die an Altersdiabetes leiden», sagt Eckert.
Wird der Sport ins Alter verschoben, dann ist bei vielen bereits das Kind in den Brunnen gefallen. Besonders Diabetes und Herzkreislaufkrankheiten sollten in diesem Zusammenhang nicht unterschätzt werden, so die Expertin.
Allerdings, räumt Eckert ein: «Lieber Sport mit 50 als gar nicht.» So sei es auch erwiesen, dass Sport bei einigen Krebserkrankungen, wie etwa Brustkrebs, das Risiko einer erneuten Erkrankung erheblich senkt. Es gebe einen Boom, dass Frauen, die mit Brustkrebs zu kämpfen hatten, mit Walking-Kursen gegen den erneuten Ausbruch der Krankheit ankämpfen. Solche Kurse seien als präventive Maßnahme auch anerkannt und würden von Krankenkassen bezahlt, berichtet Eckert. Die Universität Heidelberg habe bereits eine Pilotstudie zur Wirkung von Sport auf das Krebsrisiko durchgeführt.
Wer im reifen Alter mit dem Sport beginnt, sollte aber laut der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) besonders darauf achten, sich nicht zu überanstrengen. Denn ältere Menschen verletzten sich schneller. Hinzukomme, dass Verletzungen langsamer verheilen. Am besten sei es, die eigene Leistungsfähigkeit vorab von einem Arzt testen zu lassen.
Um dem Alterungsprozess entgegenzuwirken, sei es optimal, Ausdauer- und Kraftsport zu kombinieren. Selbst nach einem Herzinfarkt sollten Patienten bald wieder beginnen, sich zu bewegen. Geeignete Sportarten für späte Einsteiger seien beispielsweise Walking, Schwimmen, Radfahren, Joggen oder Tanzen.
iwe
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