Von news.de-Redakteurin Katharina Peter
Schon während der Stillzeit kann der Grundstein für späteren Hüftspeck oder schlanke Taillen gelegt werden. Das gilt vor allem dann, wenn die Mutter selbst ein paar Kilo zu viel auf den Rippen hat und einen kleinen Jungen säugt.
Sicherlich ist das Risiko, später einmal zu Übergewicht zu neigen, allein schon durch die Genetik, aber auch durch späteres Essverhalten in der Familie gegeben, wenn die Mutter selbst mit dem Gewicht zu kämpfen hat. Aber eine Langzeitstudie an der Universität Dortmund hat ergeben, dass es auch auf die Länge der Stillzeit und auf das Geschlecht des Nachwuchses ankommt, wenn es um die Neigung zum Übergewicht geht. Dies gilt aber nur für Jungen.
Ist die Mutter übergewichtig und stillt mehr als vier Monate, dann neigen die Söhne seltener zur übermäßigen Gewichtszunahme. Wird aber nach ein oder zwei Monaten bereits abgestillt, so hat Professor Thomas Remer vom Forschungsinstitut für Kinderernährung herausgefunden, dann legen sie ab ihrem zweiten Lebensjahr im Vergleich zu ihren Altersgenossen deutlich an Körperfett zu.
Untersuchungen lassen vermuten, dass dies zusammenhängt mit den tierischen Proteinen in Milchprodukten und in Formula, die statt der Muttermilch gefüttert wird. Diese schaffen die Voraussetzungen für eine andere Fetteinlagerung.
Den Grund für den Unterschied zwischen Mädchen, auf deren Gewicht die Stillzeit keinerlei Einfluss habe, und Jungen vermutet der Experte in den Sexualhormonen. «Ein männlicher Säugling hat bereits einen Testosteronspiegel wie ein erwachsener Mann», sagt Remer. Doch ob dies tatsächlich der Grund für dieses Phänomen ist, sei bisher noch spekulativ.
nak